Jahresrückblick: Dossier: Unsere Ost-West-Reihe

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Jahresrückblick

Ein Beitrag von Redaktion

Sämtliche Beiträge unserer Textreihe zur Filmgeschichte in Ost- und Westdeutschland gibt’s hier.

Nackt unter Wölfen - Bild
Nackt unter Wölfen - Bild

Verloren im „Völkermord“ – Holocaust und Erinnerungspolitik in der DDR

Ein Greuel wie den Holocaust darzustellen ist eine der denkbar schwersten Aufgaben für Filmemacher. Auch für die der neu entstandenen deutschen Staaten. Beatrice Behn zeigt in ihrem Text das spezielle Problem der DDR: Die ermordeten Juden passten schlichtweg nicht in ihr System von Erinnerungskultur und Aufbaustimmung. Frank Beyers Nackt unter Wölfen stellt beispielsweise eine kommunistische Widerstandsgruppe ins Zentrum seiner Handlung. Filme wie Esther, die sich direkt mit den Verbrechen in den KZs auseinander setzen, sind in der Minderheit. Eher konzentrierte man sich auf den Kapitalismus als die Wurzel des Übels und schob den jüdischen Opfern sogar subtil eine gewisse Teilschuld an ihrem Schicksal zu.

 

Die lähmende Schuldfrage — Holocaust und Erinnerungspolitik in der BRD

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Still aus „Holocaust“ / © WDR

In Westdeutschland hingegen wollte man allgemein den Mantel des Schweigens über die Katastrophe breiten. Das Wirtschaftswunder, der neue Feind im Osten und biedere Heimatfilme sollten das Vergangene kaschieren. In Filmen wie Kirmes wurde die Vergangenheit und der gegenwärtige Antisemitismus nur kurz angeschnitten. Ansonsten konzentrierte man sich auf den „guten Deutschen“ und dessen Opfer. Erst mit dem Aufkommen des Neuen Deutschen Films und vor allem mit der amerikanischen Serie Holocaust wurde der Finger wieder in die Wunde gelegt.

 

Als sich der Western in den Osten aufmachte

Die Söhne der großen Bärin; DEFA/Icestorm Entertainment
Die Söhne der großen Bärin; DEFA/Icestorm Entertainment

Mit dem Genre-Kino tat sich die Kulturpolitik der DDR lange Zeit schwer, denn das Medium Film sollte die Menschen nicht in erster Linie unterhalten, sondern vielmehr im sozialistischen Sinne erziehen. Paul Katzenberger über den Karl-May-Craze in Westdeutschland und seine ostdeutsche Alternative — die Indianerfilme der DEFA.

 

Der Kinderfilm zwischen Politik und Ästhetik in BRD und DDR

"Das tapfere Schneiderlein" von Helmut Spieß; DEFA Stiftung
„Das tapfere Schneiderlein“ von Helmut Spieß; DEFA Stiftung

Zensur gab es in der Bundesrepublik ebenso wie in der DDR: Was vom sozialistischen Nachbarn kam, stand erst einmal unter Generalverdacht und durfte nicht ohne Weiteres in den Kinos laufen. So kam es dazu, dass selbst Märchenfilme wie Das tapfere Schneiderlein im Westen monatelang Prüfungen zu durchlaufen hatten. Rochus Wolff schreibt über die Unterschiede im ost- und westdeutschen Kinderfilm — sofern es ihn denn überhaupt gab.

 

Pastelltöne, Rotnuancen, Mortadella-Stich — Deutsch-deutsche Farbfilmgeschichte

Das Kalte Herz; DEFA Foundation. Photographs of the Orwocolor print by Josephine Diecke, SNSF project Film Colors. Technologies, Cultures, Institutions
Das Kalte Herz; DEFA Foundation. Photographs of the Orwocolor print by Josephine Diecke, SNSF project Film Colors. Technologies, Cultures, Institutions

Die deutsche Filmgeschichte kann man nur unter Berücksichtigung ihrer Teilung erzählen, so viel sollte mittlerweile klar sein. Ganz genauso verhält es sich aber auch bei der Geschichte ihres Materials. Auch das während der 1940er Jahre in Nazideutschland etablierte Agfacolor musste die Teilung aushalten — bald schon hatten das ost- und das westdeutsche Agfacolor abseits ihres Namens kaum noch etwas miteinander gemein. Katrin Doerksen dröselt die Geschichte auf und unterhält sich mit Farbfilmforscherinnen über die Herausforderungen ihres Fachs.

 

Die Ausgereisten — Ostdeutsche Filmstars im Westen

"Spur der Steine" von Frank Beyer; DEFA Stiftung/Progress Filmverleih
„Spur der Steine“ von Frank Beyer; DEFA Stiftung/Progress Filmverleih

Die DEFA, das volkseigene Filmstudio der DDR, war für ihre Filmstars von Anfang an Segen und Fluch zugleich. Sie bot etlichen von ihnen mitunter gute künstlerische Möglichkeiten, gleichzeitig war sie stets auch ein Instrument der Staatsmacht, die „Filmschaffenden“, wie sie in der DDR genannt wurden, für ihre Ideologie einzuspannen. Diverse Filmemacher hatten davon irgendwann genug und wanderten in den Westen aus, wo sie ihre Karrieren oftmals erfolgreich fortsetzten. Paul Katzenberger über Wolf Biermann, Manfred Krug, Thomas Brasch und andere.

 

Luxusleid und schmutzige Tänze: Westliche Verführungen zu DDR-Zeiten

Paramount Home Entertainment / Concorde Video / Warner Home Video
Paramount Home Entertainment / Concorde Video / Warner Home Video

Kaviar und Champagner statt Spreewaldgurken und Eierlikör, lodernde Liebe im US-Ferienresort statt Sommerferien an der Ostsee: Einige TV- und Kino-Hits der westlichen Welt erfreuten sich auch in der DDR großer Beliebtheit. Im Rahmen unserer Textereihe hat Andreas Köhnemann auf die funkelndsten Straßenfeger von damals zurückgeblickt.

 

„Irgendwo muss es eine Grenze geben“ — Die Mauerfilme der DEFA

Armin Mueller-Stahl singt in "...und deine Liebe auch"; DEFA-Stiftung
Armin Mueller-Stahl singt in „…und deine Liebe auch“; DEFA-Stiftung

Ein derart folgenschweres, die weltpolitische Lage verschärfendes Ereignis wie der Mauerbau müsste die Filmemacher sondergleichen inspirieren, könnte man meinen. Doch nur drei Spielfilme entstanden innerhalb der DEFA in den frühen 1960er Jahren, die den Mauerbau konkret thematisierten. Katrin Doerksen über die sogenannten Mauerfilme: …und deine Liebe auch mit Armin Mueller-Stahl, Der Kinnhaken mit Manfred Krug und die Komödie Sonntagsfahrer.

 

Systemkritik in und vor den Kinos — Die Filme der Wende

Still aus "Letztes aus der DaDaeR"; DEFA Stiftung/Thomas Plenert
Still aus „Letztes aus der DaDaeR“; DEFA Stiftung/Thomas Plenert

Am 9. November 1989 läuft Tim Burtons Batman in den Westkinos, während in Ostberlin Coming Out Premiere feiert, der erste Film der DDR mit offen homosuexueller Thematik — mitten dazwischen fällt die Mauer. Katrin Doerksen hat sich die Filme genauer angeschaut, die zum Zeitpunkt der Wende auf beiden Seiten der Mauer liefen und die im Zuge der Veränderungen gedreht wurden. Neue Möglichkeiten eröffneten sich — während andere für immer verschwanden.

 

Wie sich BRD und DDR im Dokumentarfilm aneinander abgearbeitet haben

"KgU - Kampfgruppe der Unmenschlichkeit" von Joachim Hadaschik; DEFA Stiftung/Joachim Hadaschik, Hans-Ulrich Männling, Wolfgang Randel
„KgU — Kampfgruppe der Unmenschlichkeit“ von Joachim Hadaschik; DEFA Stiftung/Joachim Hadaschik, Hans-Ulrich Männling, Wolfgang Randel

Die deutsche Teilung hat Jahrzehnte lang auch Dokumentarfilmer beschäftigt. Eine Retrospektive beim Dokumentarfilmfestival DOK Leipzig zeigte kürzlich die ganze Spannbreite – von klassischer Propaganda, wie die von der DEFA produzierten KgU – Kampfgruppe der Unmenschlichkeit oder Nach 900 Tagen bis zu sperrigen Essayfilmen wie Thomas Harlans Wundkanal. Kais Harrabi hat dabei gelernt: der Blick auf das gegnerische System verrät viel über das eigene.

 

Den Osten wirklich sehen

"Wittstock, Wittstock" von Volker Koepp; 2014 absolut MEDIEN
„Wittstock, Wittstock“ von Volker Koepp; 2014 absolut MEDIEN

Nach den Ergebnissen der Landtagswahl in Thüringen ist der gesellschaftliche Aufschrei wieder groß gewesen. Man würde den Osten Deutschlands nicht verstehen. Die Beweggründe der Menschen in den neuen Bundesländern werden in diesem Zusammenhang gerne als völlig unzugänglich dargestellt. Olga Galicka versucht genauer hinzusehen und hat sich zwei Dokumentarfilme aus der DDR angeschaut, die den dortigen Alltag besser vermitteln als es Filme wie Sonnenallee oder Goodbye, Lenin! je könnten.

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