17.02.2019: Schluss mit der Ausbeutung!

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

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Biester von Claude Chabrol
Biester von Claude Chabrol

Wer gern in tiefe Abgründe oder unter doppelte Böden schaut, ist beim französischen Altmeister Claude Chabrol genau richtig. Und Biester ist vielleicht sogar sein bester Film.

Zumindest wartet er mit einem atemberaubenden Cast auf: Sandrine Bonnaire spielt die schüchterne Hausangestellte der reichen Familie Lelievre unter der Fuchtel der Madame Catherine (Jacqueline Bisset). In ihrer Abwesenheit freundet sie sich mit der quirligen Postangestellten Jeanne (Isabelle Huppert) an, die einen Hass gegen die Lelievres hegt. Gemeinsam planen die beiden sich für die bourgeoise Ausbeutung zu rächen. Inspiriert von einem tatsächlichen Vorfall während der 1930er Jahre lässt Chabrol hier vor allem Isabelle Huppert als übersprudelnde Zynikerin über die Leinwand wüten, bis man sich der schieren Wucht ihrer Darbietung kaum mehr entziehen kann. Allerdings ist der Franzose auch ein Meister der Subtilitäten — und so lohnt es sich in den ersten zwei Dritteln von Biester genau hinzuschauen und all die Kleinigkeiten, die Demütigungen und beiläufigen Sticheleien auszumachen, die am Ende das Fass zum Überlaufen bringen.

Biester von Claude Chabrol mit Isabelle Huppert, Virginie Ledoyen und Sandrine Bonnaire, 20:15 Uhr auf Arte

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