Specials: Ghostface-Phönix aus der Horror-Asche: 25 Jahre „Scream“

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Specials

Ein Beitrag von Sarah Stutte

Vor 25 Jahren revolutionierte Wes Craven mit „Scream“ das Slasher-Genre. Ein Rückblick auf den bis heute anhaltenden Einfluss einer Filmreihe, die 2022 ihren fünften Ableger bekommen soll.

Scream 1
Scream 1

Seit den ausklingenden 1980er-Jahren dümpelte das Slasher-Subgenre mehr oder weniger vor sich hin. Dann kam es 1996 zu seiner überraschenden Wiederauferstehung: Wes Cravens „Scream“ wurde zum Kassenschlager. Der Horrorfilm-Altmeister definierte damit die Regeln des Genres neu, verband postmodernen Humor mit viszeralem Horror und spielte mit der Nostalgie der Blütezeit des Slashers. Dadurch und mit einer Riege junger Schauspieler sowie populärer Musik katapultierte er das angestaubte Genre in die Neuzeit. 

Sein goldenes Zeitalter erlebte der „Schlitzerfilm“ zwei Jahrzehnte zuvor. In seiner modernen Form, wie wir ihn heute kennen, wurde er 1978 zum Leben erweckt, durch John Carpenters Low-Budget-Produktion Halloween — Die Nacht des Grauens, in der Jamie Lee Curtis als das erste Final Girl überhaupt um ihr Leben rannte. Mit dem gefühllosen Serienkiller Michael Myers, der mordend durch die Nachbarschaft zog, hob Carpenter die bis dahin sicher geglaubte Welt der kleinstädtischen Idylle aus den Angeln. Der relativ unblutige Slasher löste einen Boom aus. Neben ihm waren die großen Franchises in diesen Jahren Freitag der 13. (1980, Sean S. Cunningham) und Nightmare – Mörderische Träume (A Nightmare On Elm Street, 1984, Wes Craven). Deren enormer Erfolg führte zu zahlreichen Fortsetzungen, die sich in immer blutigeren und brutaleren Bildern ergossen, der Originalstory aber selten etwas wirklich Neues hinzufügen konnten. Das Interesse flaute Ende der 1980er-Jahre ab, wofür auch die zunehmende – vor allem in den USA und Großbritannien – geführte Kontroverse um Gewalt in den Medien sowie der aufkommende Videomarkt verantwortlich waren. 

 

Die Akzeptanz des Regelwerks 

Dann kam 1996 Wes Cravens Scream und war der Film, den das Genre für seine Weiterentwicklung und Existenzberechtigung dringend benötigte. Er machte sich die Tropen des Horrors zu eigen, nahm sich selbst auf die Schippe und versuchte etwas Neues zu kreieren, statt an etwas Ausgelutschtes anzuknüpfen. Indem er von den didaktischen Regeln des Genres abwich, legte „Scream“ einen Rahmen für die verschiedenen Klischees anderer Horrorfilme fest. Der raffinierte visuelle Stil Cravens verbunden mit dem cleveren Drehbuch von Kevin Williamson schaffte ein fantastisches Gleichgewicht zwischen den witzigen Subversionen und den erschreckenden Momenten von filmischer Mystik und Gewalt. 

Einer der klugen Schachzüge war dabei, die Figur des Videotheken-Angestellten und begeisterten Horrorfans Randy Meeks (Jamie Kennedy) dazu zu benutzen, einen Überlebensleitfaden zu formulieren, um die Fehler der Opfer aus früheren Werken nicht zu wiederholen. Diese wurden immer dann getötet, wenn sie sich von der Gruppe trennten oder sich Drogen, Sex und Alkohol hingaben. Seit man diese Regeln in den späten 1970er-Jahren für den Slasher festgelegte, wurde das Subgenre schnell zu einem Klischee, das sich leicht parodieren und nur schwer ernsthaft nachahmen ließ. Scream gelang es jedoch, beides zu kombinieren und die Norm überraschenderweise auch an gewissen Stellen zu brechen. 

 

Die Figuren in „Scream“

Williamson, ein bekennender Fan von Halloween, schrieb die Charaktere so, als seien sie mit der Geschichte des Horrorfilms vertraut und würden alle Stereotype kennen, die auch dem Publikum bekannt sind. An charismatischen Figuren, die nicht dem üblichen Horrorfilmpersonal – Streber, Cheerleader, Sportler – entsprechen, mangelt es „Scream“ deshalb keineswegs. Alle sind ein bisschen nerdig, jeder Charakter ist vielschichtig angelegt. Vom Scherzkeks mit ernster Seite über den schusseligen, herzensguten Polizisten bis zur egozentrischen Klatschreporterin, die an Menschlichkeit gewinnt. Die Hauptfiguren sind klug, witzig, schlagfertig, ehrlich und keinesfalls perfekt, weshalb sie dem Publikum auch gerade aufgrund ihrer Fehler ans Herz wachsen. Sie sind nicht derart austauschbar wie in anderen Horrorfilmen und bleiben spannend, weil sie an ihren Erfahrungen wachsen und so den Killern der Reihe ebenbürtige Gegner sind. 

Einige von ihnen kommen aus dysfunktionalen Familien und haben schon in jungen Jahren traumatische Erfahrungen gemacht: So wie Sidney Prescott (Neve Campbell), deren Mutter ein Jahr zuvor vergewaltigt und ermordet wurde. Doch ihr größtes Trauma erweist sich als ihre größte Stärke. Sidney ist eine junge Frau, die definitiv kein hilfloses Opfer spielt. Sie ist sich ihrer eigenen Kultur und der ihr zur Verfügung stehenden Mittel bewusst und setzt diese in vollem Umfang ein, um Ghostface zu bekämpfen. Mit ihrem Selbstbewusstsein und Mut widersetzt sie sich den Erwartungen des Publikums. Der Film versucht nicht, ihr Trauma zu diskreditieren, indem er die dauerhaften Auswirkungen ignoriert, die eine solche Tortur auf jeden Menschen haben kann. In den nachfolgenden Filmen der Scream-Reihe zeigt sich, wie sie ihre Identität auf der Grundlage ihrer beunruhigenden Vergangenheit formt, was ihre einzigartige Geschichte in einen realistischen Rahmen stellt. Gerade diese andersartige Perspektive auf seine weibliche Hauptfigur trägt wesentlich zur Wahrnehmung des Horrorgenres in der Populärkultur bei. 

 

Das Spiel mit den Ängsten

Die Horrorfilme der 1970er-Jahre verarbeiteten Vietnam, den 1980ern saß die Serienkillerzeit in den Knochen, Wes Craven und Kevin Williamson aber brachten die Psychopathen aufs Trapez. Die Darstellung des Killers in Scream unterscheidet sich von derjenigen bisheriger Psychokiller. Ghostface hat einen grausamen Sinn für Humor, was sich in originellen Tötungsszenarien niederschlägt. Er scheint in seiner Mordlust mehr von willkürlichem Hass getrieben zu sein als von anderen Motiven, ist jedoch kein fehlerfreier Sadist, sondern manchmal auch ein wenig ungeschickt. Seine Persönlichkeit spiegelt sich schon in den ersten zwölf Minuten von Scream, die bis heute als kongeniale Horror-Eröffnungsszene gelten. 

Legendär ist inzwischen der spielerische Dialog von Mörder und erstem Opfer, überzeugend gespielt von Drew Barrymore. Diese wird am anderen Ende der Leitung von einer seltsamen Geisterstimme nach ihrem Lieblingshorrorfilm gefragt und glaubt an einen offensichtlichen Scherz, der sich dann allzu schnell ins Gegenteil verkehrt. Das „Der Killer ist im Haus“-Thema wurde 1974 das erste Mal im kanadischen Horrorfilm Jessy – Die Treppe in den Tod (Black Christmas) verwendet und war damals schon effektiv. Williamson stellte es der Story voran, um von Anfang an das Publikum zu verunsichern, das unmittelbar in die Situation auf der Leinwand hineingezwungen wird und dieselbe Angst zu spüren bekommt wie das Opfer. 

 

Der augenzwinkernde Humor 

„Scream“ und seine Nachfolger hatten noch etwas, was anderen Horrorfilmen bis dato meist fehlte: man konnte herzhaft lachen. Aber nicht über die Figuren, weil sie sich dämlich verhielten, sondern mit ihnen, weil sie mit ihren Sprüchen und Gebaren extrem unterhaltsam waren. Die Situationskomik war ebenfalls immer auf den Punkt. Beispielsweise, als sich Randy Meeks in Scream 2 betrunken Halloween anschaut und zu Jamie Lee Curtis‘ Laurie sagt: „Pass auf Jamie, hinter dir!“ – während sich Ghostface gerade an ihn heranschleicht. Darüber hinaus nahm „Scream“ nicht nur das Horrorgenre aufs Korn, sondern machte sich auch darüber lustig, dass es ein Kind seiner Zeit war. Von den Backstein-Mobiltelefonen über die wundersame Welt der Videotheken bis hin zu Courteney Cox‘ leuchtend gelbem Anzug in der ersten Szene ihrer Figur Gale Weathers – der Film schrie förmlich nach den 90ern. 

 

Die filmreferenzielle Metaebene

Überall im Film finden sich kurze Anspielungen auf andere berühmte Horrorfilme. Als beispielsweise Direktor Arthur Himbry (Henry Winkler) die Tür zu seinem Büro öffnet und auf den trostlosen Highschool-Flur hinausblickt, sitzt dort ein einsamer Hausmeister namens Fred (gespielt von Wes Craven selbst), der einen ähnlichen Pullover trägt wie Freddy Krueger in Nightmare – Mörderische Träume. Zitate wie „Du fängst an, wie ein Wes Carpenter-Film zu klingen“ oder „Was soll das werden? Ich spuck in deine Garage?“ als Anspielung auf Ich spuck auf dein Grab (I Spit on Your Grave) ziehen sich durch den gesamten Film. Auch mit Charakternamen, Gastauftritten von Horrorikonen wie Linda Blair aus Der Exorzist und speziellen Kameraeinstellungen verneigen sich Craven und Williamson vor dem Genre. 

Man kann die Filme wieder und wieder anschauen und findet stets neue Hinweise auf Klassiker wie Psycho, Candyman’s Fluch, Prom Night – Die Nacht des Schlächters, Blutgericht in Texas (The Texas Chainsaw Massacre), Suspiria, Shining, Das Schweigen der Lämmer, Die Nacht der lebenden Toten, Carrie – Des Satans jüngste Tochter und viele mehr. Ein dramaturgisch sehr erfolgreiches Mittel der Scream-Reihe waren überdies die vielen Haken, die die Geschichte schlug. Man glaubte den Täter zu kennen, dann führte der Weg wieder ganz woanders hin. Jeder wirkte irgendwie verdächtig, bis uns am Ende die große Erkenntnis trotz allem kalt erwischte. 

  • Scream von Wes Craven
    Scream von Wes Craven

    Scream (1996)

    In der kalifornischen Kleinstadt Woodsboro treibt ein fieser Maskenmörder sein Unwesen, der gerne das Horrorfilmwissen seiner vorwiegend jungen Opfer per Telefon prüft, bevor er sie blutig ins Jenseits befördert. Ziel seiner Metzeleien scheint dabei die 17-jährige Sidney (Neve Campbell) zu sein, deren Mutter vor einem Jahr vergewaltigt und ermordet aufgefunden wurde. Weil seine Schwester mit Sidney befreundet ist, versucht der tölpelhafte Hilfssheriff Dewey Riley (David Arquette) dem Verbrechen auf die Spur zu kommen. In die Quere kommt ihm dabei immer die sensationslüsterne Reporterin Gale Weathers (Courteney Cox), die in der Geschichte ihr Karrieresprungbrett sieht. Und während Sidney nach und nach allen Menschen in ihrem näheren Umfeld misstraut, schließt sich die Schlinge um ihren Hals immer enger.

  • Scream 2
    Scream 2

    Scream 2 (1997)

    Zwei Jahre sind seit der brutalen Mordserie vergangen. Sidney Prescott ist mittlerweile auf dem College und versucht dort, mithilfe ihrer neuen Freunde Derek (Jerry O’Connell) und Mickey Altieri (Timothy Olyphant) sowie ihrem Woodsboro-Leidensgenossen Randy Meeks (Jamie Kennedy) die dunkle Vergangenheit hinter sich zu lassen. Die TV-Journalistin Gale Weathers ist indes unter die Autorinnen gegangen und hat in einem Bestseller die Ereignisse von damals mediengerecht verarbeitet. Ihr Buch wurde unter dem Titel STAB verfilmt. Doch noch während der Vorpremiere des Films schlägt ein neuer dämonischer Killer zu und lyncht seine Opfer nach dem gleichen Muster wie sein Vorgänger. Wieder scheint Sidney, ohne es zu wissen, in die Ereignisse verwickelt zu sein. Und wieder bekommt sie Schützenhilfe sowohl von Dewey, wie auch von Gale.

  • Scream 3
    Scream 3

    Scream 3 (2000)

    Seit sie Woodsboro vor mehr als drei Jahren verlassen hat, wohnt Sidney Prescott zurückgezogen und unter falschem Namen im Norden Kaliforniens. Sie will ihre schlimmen Erlebnisse vergessen, doch die Albträume lassen sie nicht los. Als bei den Dreharbeiten zum inzwischen dritten STAB-Film die Darsteller reihenweise umgebracht werden, fahren Ex-Polizist Dewey und seine On/Off-Flamme, die Journalistin Gale, nach Hollywood, um der Sache nachzugehen. Auch Sidney weiß genau: Ghostface ist wieder da und wird ihr so lange keine Ruhe lassen, bis sie ihn endgültig ins Jenseits befördert hat. Also macht sich Sidney ebenfalls auf den Weg in die Filmmetropole, um Detective Mark Kincaid (Patrick Dempsey) bei seinen Ermittlungen zu unterstützen. Bald steht Sidney dem Täter Auge in Auge gegenüber und erfährt die ganze grausame Wahrheit.

  • Scream 4
    Scream 4

    Scream 4 (2011)

    Der 15. Jahrestag des Woodsboro-Massakers steht vor der Türe. Diesen Anlass nutzen ein paar Teenies, um aus Spaß allen Straßenlaternen der Stadt Ghostface-Masken überzuziehen – für sie ist die Tragödie von einst nur noch eine urbane Legende. Anders ergeht es da den ehemaligen Opfern, die die Geschehnisse wohl nie ganz verarbeiten können. Während Dewey seinen Job als Polizist wieder aufgenommen hat und nun Sheriff von Woodsboro ist, kämpft seine Frau Gale mit einer Schreibblockade. Sidney dagegen veröffentlichte in der Zwischenzeit einen Roman über ihre schrecklichen Erlebnisse und kehrt für eine Buchvernissage an den Ort des Geschehens zurück. Doch kaum hat sie einen Fuß zurück in ihre Vergangenheit gesetzt, wird diese wieder lebendig: Ein neuer Killer scheint in der Stadt zu sein und knöpft sich die nächste Generation vor. 

Das weitreichende Erbe

Scream spielte bei einem Budget von 15 Millionen US-Dollar weltweit 173 Millionen US-Dollar ein und wurde sowohl zum erfolgreichsten Slasher-Film aller Zeiten als auch zum ersten Film, der an den heimischen Kinokassen die 100-Millionen-Dollar-Marke überschritt. Nicht nur dass die ikonische Maske, Edvard Munchs Gemälde Der Schrei nachempfunden, fortan der Renner auf jeder Halloween-Feier war – drei Fortsetzungen und eine TV-Serie in drei Staffeln folgten auf das Original. Zwar übertraf keines der Sequels die Brillanz des ersten Teils (ein Schicksal, das fast jedes Franchise ereilt und mit und in Scream 2 persifliert wird), trotzdem waren sie definitiv sehenswert und setzten die Geschichte auf interessante Weise fort. 

Der dritte Teil der Reihe, der einzige, an dem Kevin Williamson nicht beteiligt war, hob sogar die Selbstreferenzialität mit einer Film-im-Film Story nochmals auf eine neue Stufe. Mit Scream 3, der 2000 in die Kinos kam und damit ein Jahr nach dem Columbine-Massaker, holte aber auch die Realität die Fiktion ein. Das ursprüngliche Drehbuch sah eine Highschool als Schauplatz der neuerlichen Verbrechen vor und eine größere Anzahl blutiger Gewaltszenen. Beides wurde gestrichen und zu einer Kritik an Hollywood und der darin verborgenen dunklen Korruption umgeschrieben – ein Thema, mit dem sich die beiden ausführenden Produzenten Bob und Harvey Weinstein ironischerweise wohler fühlten.

 

Wechsel in die Neuzeit

Die ersten drei Filme bilden die Scream-Trilogie und wurden in einem Zeitraum von fünf Jahren veröffentlicht, während der vierte Film 2011 der Versuch einer Wiederbelebung der Reihe war, bei der die Originalbesetzung abermals zusammenkam. Da Kevin Williamson sich mit Produzent Bob Weinstein verkrachte und aus dem Projekt ausstieg, übernahm Ehren Kruger, Autor des vielleicht schwächsten dritten Teils der Reihe, das Drehbuchruder. Doch obwohl Kruger das Skript nochmals überarbeitete, blieb Williamsons Handschrift zum Glück unverkennbar. Scream 4 schaffte inhaltlich den Sprung von der Endneunziger-Handlung in die Neuzeit. 

Im Ganzen überzeugte der Film genauso durch seine inhaltliche Nähe zum ersten Teil wie durch die vielen ironischen Spitzen. So diskutierte das Noch-Ehepaar Arquette seine realen Eheprobleme vor der Kamera aus, und Craven übte mit Seitenhieben auf Remakes alter Klassiker und Torture Porn Movies à la SAW unverhohlen Kritik an der derzeitigen Entwicklung des US-Horrorfilms. Doch auch die heutige (Hollywood-)Jugend bekam ordentlich ihr Fett weg. In Scream 4 wurde getwittert, gefacebookt und gelivestreamt, was das Zeug hielt. Trotzdem scheiterte der Versuch, damit eine neue Trilogie ins Rollen zu bringen, vermutlich auch weil sich das Genre inzwischen selbst weiterentwickelt hatte.

 

Gut gealtert

Scream entfachte nicht nur wieder das Feuer für den Horror und auch die Auseinandersetzung damit. Der inzwischen selbst zum Kult gewordene Film veränderte die Sensibilität des Genres nachhaltig. Der einzigartige Ton des Franchise ebnete den Weg für viele neue Verästelungen im Genre. Plötzlich gab es Teenie-Horror-Slasher wie Ich weiß, was du letzten Sommer getan hast – der 1997 in die Kinos kam und für dessen Drehbuch auch Kevin Williamson verantwortlich war – oder Parodie-Slasher wie Scary Movie (2000), die erfolgreich auf der Scream-Welle surften. Auch die Stoffe wurden mutiger und origineller. So sah sich in Final Destination (2000) eine Gruppe junger Freunde buchstäblich mit den fiesen Tricks von Gevatter Tod selbst konfrontiert. Selbst nach 25 Jahren ist das enorme Erbe von Scream unbestreitbar, der Film bleibt eines der bahnbrechenden Werke des Horrors und bemerkenswert gegenwärtig, weil er bei jedem neuerlichen Betrachten eine ureigene Kraft entwickelt. 

 

2022: Nächstes Kapitel ohne Wes Craven

Der fünfte Teil von Scream, der sich genauso nennen wird, soll am 13. Januar 2022 in den Kinos starten. Wieder mit Kevin Williamson an Bord, diesmal als ausführender Produzent, jedoch zum ersten Mal ohne Regie-Mastermind Wes Craven, der 2015 verstarb. Ihre Jobs haben für den neuen Film je zwei Duos übernommen. Das Drehbuch schrieben James Vanderbilt und Guy Busick, die schon 2019 am Horrorfilm Ready or Not – Auf die Plätze, fertig, tot beteiligt waren. Bei diesem Film, der wie Scream dem Horror einen satirischen Unterton verpasste, führten Matt Bettinelli-Olpen und Tyler Gillett Regie, die nun den Stab von Craven übernehmen. Eine Meta-Ebene soll es hier zwar nicht mehr geben, dafür ist aber wieder die alte, robuste Garde mit an Bord: Neve Campbell, Courteney Cox und David Arquette. Man darf gespannt sein, ob dieser Film, der Hommage an Craven sowie Neuentwicklung der Geschichte zugleich sein soll, neue wie alte Fans des Franchise gleichermaßen begeistern kann.

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