Specials: Gestreamt: Julie Delpy

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Specials

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Julie Delpy ist in Sachen Film ein wahres Allround-Talent. Und eine kleine Retrospektive ihrer Drehbuch- und Regiearbeiten enthüllt: Eine Auteuse noch obendrein!

Before Midnight / My Zoe / Die Gräfin
Before Midnight / My Zoe / Die Gräfin

Bittest du jemanden, dir etablierte weibliche Regisseurinnen unserer Zeit aufzuzählen, dann stehen die Chancen gut, dass die Person nicht zuerst an Julie Delpy denkt. Das mag daran liegen, dass Delpy keine Persönlichkeit ist, die sich jeden Tag ins Rampenlicht drängelt, aber auch daran, dass man sie in erster Linie nach wie vor als Schauspielerin wahrnimmt. Dabei ist die Frau in Sachen Film ein wahres Allround-Talent.

Fabrice Lévêque - CC BY-SA 3.0
Fabrice Lévêque — CC BY-SA 3.0

Einen guten Start legte Delpy schon qua Geburt hin: Als Tochter der französischen Schauspieler Marie Pillet und Albert Delpy 1969 in Paris auf die Welt gekommen, stand sie bereits im zarten Alter von fünf Jahren erstmals auf einer Theaterbühne und wurde mit 14 Jahren von Jean-Luc Godard entdeckt. Er castete sie in ihrer ersten Nebenrolle für Détective und gab so einer Schauspielkarriere den Startschuss, die 1990 mit der weiblichen Hauptrolle in Agnieszka Hollands Hitlerjunge Salomon auch international Anerkennung fand.

Doch Delpy hatte es immer auch hinter die Kamera gezogen. So besuchte sie Mitte der 1990er Jahre einen Regiekurs an der New York University, drehte erste Kurzfilme und versuchte sich als Drehbuchautorin. Mit einigem Erfolg: 2004 schrieb sie das Drehbuch zu Before Sunset, die Fortsetzung zu Richard Linklaters Kultfilm Before Sunrise. Von da an entwickelte sich ihre Karriere auf mehreren Standfüßen: Delpy führt Regie und schreibt die meisten ihrer Drehbücher selbst, ist weiterhin als Schauspielerin tätig und produziert auch gelegentlich.

Die Themen, die sie dabei beackert, sind stets nah an ihrem eigenen Erleben. Seit Jahren pendelt Delpy (die die US- sowohl als auch die französische Staatsbürgerschaft besitzt) zwischen Paris und ihrem Zweitwohnsitz Los Angeles und thematisiert in ihren scharfzüngigen Komödien immer wieder kulturelle Unterschiede zwischen Franzosen und US-Amerikanern. Als engagierte Feministin befasst sie sich außerdem wiederholt mit dezidiert weiblichen Themen: Mutterschaft, das Älterwerden und wie sich mit der Zeit der Körper und die eigene Sexualität verändern. 2021 dürfen wir außerdem mit ihrer ersten Serie auf Netflix rechnen: In der 12-teiligen Komödie On The Verge spielt sie eine Köchin aus L.A. — und inszeniert natürlich selbst.

 

Julie Delpys Filme im Stream:

 

Drei-Farben-Trilogie (seit 1993)

Wenn sie auch in den Filmen keine Hauptrolle verkörperte, gehört die Drei-Farben-Trilogie von Krzysztof Kieślowski doch zu den ganz großen Prestigeprojekten in Julie Delpys Schauspielkarriere. Die Farben der französischen Tricolore dienen hier als Symbol für die den Wahlspruch Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, den Kieślowski verwoben, doppelbödig und ironisch thematisiert. Delpy ist vor allem im zweiten Teil Drei Farben: Weiß als Dominique zu sehen, die ihren Freund verlässt und ihn damit ins Unglück stürzt.

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Before-Trilogie (seit 1995)

Genau diese drei Filme sind es, die den meisten Leuten beim Namen Julie Delpy ein leises Seufzen entfahren lassen. Richard Linklaters 1995er Before Sunrise über zwei fremde Reisende, die sich im Zug treffen und eine spontane Nacht in den Straßen von Wien verbringen, gehört zu den schönsten je gedrehten Liebesfilmen. Für die beiden Fortsetzungen Before Sunset und Before Midnight beteiligte sich Delpy neben Linklater und Co-Star Ethan Hawke an den Drehbüchern. Später sagte sie in einem Interview, sie hatte damit verhindern wollen, dass die Filme sich zu einer rein männlichen Fantasie entwickelten. Ist ihr gelungen!

Verfügbar auf: Before Sunrise im Abo von Sky Ticket und Sky Go; Before Midnight im Abo von Joyn und Mubi, alle drei Filme zum Leihen und Kaufen bei diversen Anbietern

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2 Tage Paris (2007)

2 Tage Paris war bereits Julie Delpys zweiter Spielfilm nach ihrem heute kaum verfügbaren Regiedebüt Looking for Jimmy. In der Komödie arbeitet sie viel mit eigenen Erfahrungen und spielt eine französische Fotografin in einer erkalteten Beziehung zu einem amerikanischen Interior Designer (Adam Goldberg). Dieser wird auf einem gemeinsamen Abstecher nach Paris zunehmend nervös, als sie ständig ihre Ex-Freunde trifft und ihm zu allem Überfluss auch noch die Sprachbarriere im Weg steht. Delpy nutzt das Culture-Clash-Motiv um komplexe Beziehungsprobleme zu ergründen und dafür gab es unter anderem eine César-Nominierung für das Beste Drehbuch und einen Independent Spirit Award für den besten Erstling. Musik und Schnitt: Ebenfalls Julie Delpy.

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Die Gräfin (2009)

Weniger positiv wurde Julie Delpys bisher einziger Historienfilm aufgenommen: Die Gräfin erzählt die Lebensgeschichte der ungarischen Gräfin Elisabeth Báthory (1560-1614), die als sogenannte „Blutgräfin“ in die Geschichte einging und wegen der Legenden über verjüngende Bäder in Jungfrauenblut möglicherweise eine Inspiration für Bram Stokers Dracula darstellte. Delpy macht daraus ein düsteres, exquisit fotografiertes Drama, und weil es sich um eine französisch-deutsche Koproduktion handelte, entdeckt man in den Nebenrollen DarstellerInnen wie Daniel Brühl oder Henriette Confurius.

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Familientreffen mit Hindernissen (2011)

Familientreffen mit Hindernissen sieht (trotz des klischierten Titels) wieder mehr nach einem typischen Julie-Delpy-Film aus. Die Komödie arbeitet mit gleich zwei Zeitebenen: In der Rahmenhandlung erinnert sich Albertine (Karin Viard) an ein denkwürdiges Familientreffen, dass sie als Zwölfjährige miterlebte. 1979 versammelte sich die ganze Bagage in der bretonischen Hafenstadt Saint-Malo, um den Geburtstag der Großmutter zu feiern. Und währenddessen… droht das Weltraumlaboratorium Skylab auf die Erde zu stürzen. Klingt absurd, ist aber eine wunderbar leichtfüßige Sommerkomödie, die sehr schön das Gefühl einfängt, das sich gelegentlich auf Familienfeiern einstellt, wenn man gleichzeitig alle umarmen und wegrennen möchte.

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2 Tage New York (2012)

In der Fortsetzung zu 2 Tage Paris lebt Marion mit ihrem Sohn und dem neuen Freund (Chris Rock) in New York. Alles ist bestens, bis die französische Familie zu Besuch kommt… 2 Tage New York erhielt nicht die gleichen glänzenden Kritiken wie der Vorgänger, jedoch funktioniert auch dieser Film als rasante Screwballkomödie, die angstfrei mit rassistischen Vorurteilen und Klischees aufräumt. Julie Delpy verarbeitete darin außerdem den Tod ihrer Mutter (ihre echten Eltern spielten bis dahin stets auch ihre Filmeltern).

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Lolo — Drei ist einer zu viel (2015)

Erneut eine frivole Komödie von Julie Delpy: Diesmal spielt sie eine Pariserin, Mitte 40, in der Modebranche, die eine neue Beziehung beginnt. Das Problem ist ihr Sohn (Vincent Lacoste), der zwar schon erwachsen ist, es jedoch nicht ertragen kann nicht mehr der Mittelpunkt im Leben seiner Mutter zu sein. Nach eigener Aussage hatte es Julie Delpy geärgert, dass Mittvierziger in Filmen stets die gleichen Probleme hatten wie 25-Jährige. So habe sie endlich einmal die Beziehungen von Erwachsenen untereinander zeigen wollen.

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My Zoe (2019)

In ihrem jüngsten Spielfilm schlägt Julie Delpy wesentlich ernstere Töne an und widmet sich dem Thema Mutterschaft diesmal aus einer völlig anderen Perspektive. Sie spielt die frisch geschiedene Isabelle, die sich noch von einer toxischen Ehe erholt, jedoch immer wieder Kontakt mit ihrem Ex-Mann aufnehmen muss, wenn es um die gemeinsame Tochter geht. Doch dann schlägt das Schicksal erneut grausam zu — und Isabelle findet einen ungewöhnlichen Weg damit umzugehen. Ironischerweise hatte es vor dem Dreh von My Zoe Verzögerungen gegeben, als der Hauptfinanzier des Projekts abgesprungen war. Der Grund, Julie Delpy zufolge: Weibliche Regisseurinnen seien zu emotional und unzuverlässig. Wenn das mal nicht zeigt, wie wichtig die Arbeit von Delpy und ihren Kolleginnen ist…

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