Kolumnen: Happy Halloween!

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Kolumnen

Ein Beitrag von Beatrice Behn

Happy Halloween, meine Lieben! Ein Freund von mir meinte mal, dass es doch furchtbar sei, dass die Amerikaner ihre ganze alberne Kultur zu uns rüber schleppen und an Halloween die kleinen, kackbratzigen Kinder vor der Tür stehen und noch mehr Zucker wollen, der ihr ADHS in neue Höhen treibt. Auf meine Frage, was wir denn so anstatt Halloween zu bieten hätten, sagte er: Na, das Sankt-Martins-Singen! — Aaaahja.

Bild aus "Killer Klowns from Outer Space"
Bild aus "Killer Klowns from Outer Space"

Dann doch lieber Halloween mit zu viel Kürbis und Süßkram und vor allem einer wunderbaren Horrorfilmnacht. Man könnte da natürlich jetzt ganz klassisch vorgehen und sich einen der „Halloween“-Filme ansehen — vor allem weil Jamie Lee-Curtis unfassbar gut und laut schreien kann und dabei so tough ist. Ganz ehrlich, ich finde, anstatt „Alien vs. Predator“ hätte man Jamie Lee Curtis vs. Sigourney Weaver machen sollen. Aber ich schweife ab. Es gibt viel bessere Filme als „Halloween“ und den üblichen Kram, die man sehen kann. Hier also meine Verbrauchertipps-Kolumne zu Halloween.

Ah, vielleicht sollte ich noch erwähnen, dass „bessere Filme“ der Definition nach eher John Waters folgt. Wir sprechen also von Filmen, die so schlecht sind, dass sie schon wieder gut sind. Also Filme wie der unfassbare The Gingerdead Man, in dem Gary Busey einen mordenden Keks spielt. Ja, ich weiß, ich hätte auch nie gedacht, dass ich diesen Satz einmal schreiben würde und außerdem noch ernst meine. Aber seht selbst:

 

Eine blutjunge Bäckerin bäckt ein Lebkuchenmännchen, in das sie versehentlich die Asche eines Mörders gibt und in dessen Teig noch ein anderer Mitarbeiter hineinblutet und et voilá, es passiert, was passieren muss: Das Lebkuchenmännchen — beseelt vom Geist des Mörders — erwacht und tötet von Neuem. Na mal gucken, ob die Kinder da immer noch was Süsses wollen, wenn man ihnen von diesem Film erzählt.

Wem das noch nicht zu surreal sein sollte, dem empfehle ich dringend den wunderbaren Genremix Killer Klowns from Outer Space, vor allem weil Clowns dank der US-Serie American Horror Story und des Es-Remakes wieder so richtig in Mode gekommen sind. Allerdings sind diese Clowns hier eher absurd als gruselig. Also so ein bisschen wie meine Tante Elke und nicht wie Leatherface. Trotzdem, es ist immer gut, auf die Frage „Und was hast du so an Halloween gemacht?“ mit „Na, Killer Klowns from Outer Space geguckt!“ antworten zu können.

 

Dieser Film kommt übrigens fantastisch als Double Feature „of not so scary“ mit Night of the Lepus, dem ungruseligsten Film aller Horrorfilme. „Der größte Fehler der Wissenschaft“, sagt der Trailersprecher und muss sich glaube ich bemühen, dabei nicht zu lachen, denn die große Bedrohung sind in der Tat Hasen. Wie gerne wäre ich im Raum gewesen, als der Regisseur und der Produzent diesen Film gepitcht haben… „Und dann sind da so Monstermutantenhasen, die die Welt bedrohen…“ Noch unfassbarer übrigens, dass Janet Leigh (ja genau, DIE Janet Leigh aus Psycho und Mutter von Jamie Lee Curtis) hier mitspielt. Da schließt sich der Kreis zu Halloween wieder.

 

Mutantenhasen, Killerclowns und Lebkuchenmännchen alles zu mainstreaming? Alles nicht genug? Ich verstehe schon, ihr seid wahre Connaisseure der guten schlechten Unterhaltung. Aber einen habe ich noch für euch. Damit rechnet ihr bestimmt nicht. Ein Film wie ein Berg. Ein Berg Scheiße: Ein Mörder ist auf der Flucht und wird in einem Abwasserkanal von der Polizei angeschossen. Dabei fällt er in das von Chemikalien verpestete Abwasser und verwandelt sich in Monsturd, oder La Montaña de Mierda, wie man in Spanien so poetisch sagt. Auf Deutsch klingt das Ganze irgendwie geerdeter. Na ja, jedenfalls tötet ab da der Berg Scheiße Menschen, in dem er sie durch ihre Toiletten in die Kanalisation zieht. Shit happens.

 

Was bleibt mir da zu sagen als: Vergesst nicht Süssigkeiten für die Kindermonster zu kaufen, die an der Tür klingeln. Und ansonsten: Happy Halloween!

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