Filmgeschichte(n): Ein Tränengasstift für Shirley Temple

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Filmgeschichte(n)

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Shirley Temple auf einem 1934 in Italien publizierten Foto
Shirley Temple auf einem 1934 in Italien publizierten Foto

Vor genau siebzig Jahren erhielt Shirley Temple von J. Edgar Hoover einen Füllfederhalter, der Tränengas absonderte. Was hatte es damit auf sich? Was hatte der Kinderstar mit dem Direktor des FBI zu schaffen? Und was war das für ein seltsames Geschenk?

Die 1928 geborene Shirley Temple stieg im zarten Alter von vier Jahren zu einem der umsatzstärksten Hollywoodstars der Depression-Era auf, als sie in der Kurzfilmreihe Baby Burlesks auftrat. Darin waren Kleinkinder in den Kostümen Erwachsener zu sehen und stellten satirisch beliebte Filme oder Ereignisse nach. Es folgten Werbeclips und erste kleine Filmrollen bis zu ihrem großen Durchbruch in Hamilton MacFaddens Musical Stand Up and Cheer!

 

Shirley Temples Ruhm brachte jedoch auch Schattenseiten mit sich. Was mag es für ein Kleinkind bedeutet haben, dass seine Mutter jeden Abend sein Haar in exakt 56 pin curls aufsteckte, um am nächsten Tag einen perfekten Lockenkopf präsentieren zu können? Von den Ereignissen abseits des Alltagsgeschäfts ganz zu schweigen.

Regelmäßig wurde Shirley Temple zum Opfer von Todesdrohungen und Entführungsversuchen. Ein Hollywoodproduzent etwa versuchte sie zu kidnappen, als sie gerade einmal 12 Jahre alt war. Von einem versuchten Mord während einer Live-Radioaufzeichnung im Jahr 1939 gibt es sogar noch den Mitschnitt. Eine Frau hatte geglaubt, Shirley Temple hätte ihrem verstorbenen Kind seine Seele geraubt und zielte mit einer Schusswaffe auf sie. Shirley sah die auf sie gerichtete Pistole — und sang einfach weiter.

 

Aus Angst umso mehr Nachahmer zu animieren verschwieg man damals die Vorfälle in der Öffentlichkeit. Erst in ihrer 1988 publizierten Autobiografie Child Star sprach Temple darüber. Dennoch wurde mehrfach das FBI eingeschaltet und so freundete sich Shirley Temple über die Jahre mit J. Edgar Hoover an.

Shirley Temple im Jahr 1948; Public Domain
Shirley Temple im Jahr 1948; Public Domain

Im Netz existieren Fotos davon wie er ihr 1938 das Hauptquartiert des FBI zeigt und in einem Interview mit Larry King erzählte sie 1988 eine Anekdote darüber, wie sie Hoover bei einem Golfspiel so lange auf die Nerven fiel bis er sie in einen Käfig steckte. Am 20. Januar 1949 schließlich schenkte er ihr ein ganz besonderes Andenken: einen Füllfederhalter, der Tränengas verströmte. Nur für den Fall, dass wieder ein Produzent schlimme Absichten äußern könnte.

Auch danach blieb die Verbindung zwischen Shirley Temple und J. Edgar Hoover bestehen. Kurz darauf soll sie ihn etwa um einen Background-Check über einen gewissen Charles Alden Black gebeten haben. Zwielichtiges dürfte dabei nicht herausgekommen sein. Denn am 16. Dezember 1950 wurde Shirley Temple zu Mrs. Shirley Temple Black.

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