Regen, bitte!

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Andreas Köhnemann

Szene aus "Mein Nachbar Totoro"
Szene aus "Mein Nachbar Totoro"

Wir hätten ja nichts gegen etwas Regen. Zunächst einmal natürlich in unserer Realität – zur Abkühlung. Aber auch im Kino ist Regen immer eine sehr feine Sache. Daher erklären wir die zur Erde fallenden Wassertropfen einfach mal zu unseren Darlings der Woche.

Regen auf der Leinwand kann die unterschiedlichsten Anmutungen haben. Er kann bedrohlich wirken, wie zum Beispiel in Alfred Hitchcocks Psycho (1960), wenn die Sekretärin Marion Crane (Janet Leigh) mit dem Auto unterwegs ist und in ein fieses Unwetter gerät.

 

Ebenso kann er die Romantik und Dramatik eines Moments noch verstärken – wie in der hübschen Abschlusssequenz von Blake Edwards’ Frühstück bei Tiffany (1961), in welcher sich Holly Golightly (Audrey Hepburn) und Paul Varjak (George Peppard) vollkommen durchnässt in einem New Yorker Hinterhof endlich finden, oder in Die Brücken am Fluss (1995), in dessen Finale es unklar bleibt, ob das Wasser, das über das Gesicht des Helden Robert Kincaid (verkörpert von Regisseur Clint Eastwood) läuft, nun Regentropfen oder doch eher Tränen sind.

 

Zudem vermag Regen das Surreale einer Szene unterstreichen – wenn es plötzlich im Wohnzimmer regnet (wie in Vergiss mein nicht von Michel Gondry) oder im Büro (wie in Wrong von Quentin Dupieux). Er kann auch den ultimativen Beweis dafür liefern, dass irgendwas so ganz und gar nicht stimmt – wie in Die Truman Show (1998) von Peter Weir.

 

Am gelungensten sind indes womöglich die Passagen, in denen der Regen einfach irgendwie zur leicht melancholischen Atmosphäre beiträgt und für schöne Situationen sorgt – etwa im Anime Mein Nachbar Totoro (1988) von Hayao Miyazaki, in welchem das Überreichen eines Regenschirms eine sympathische Freundschaftsgeste ist.

 

Hier gibt es einen sehenswerten Zusammenschnitt der besten filmischen Regenszenen, darunter Baz Luhrmanns Shakespeare-Adaption Romeo & Julia (1996):

 

Nicht vorenthalten wollen wir euch allerdings dieses Musikvideo-Meisterstück der 1980er Jahre zum Song When the Rain Begins to Fall. Wer sind schon Romeo und Julia im Vergleich zu Jermaine Jackson und Pia Zadora? Die beiden rasen in sagenhaften Outfits auf dem Love-Regenbogen davon, statt den tragischen Liebestod zu sterben. Gut so!

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