Aktuelles: Regisseure unterzeichnen offenen Brief für Cinema America

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Aktuelles

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Paul Schrader - Portrait
Paul Schrader - Portrait

28.06.2019: In einem offenen Brief haben sich Filmemacher wie Alfonso Cuarón, Guillermo del Toro, Spike Lee, Francis Ford Coppola, Keanu Reeves und Willem Dafoe gegen die Faschisten ausgesprochen, die in Rom gewalttätig eine Vorführung der Veranstaltungsreihe Cinema America störten. Indiewire berichtet.

Während einer Vorführung von Paul Schraders First Reformed am 15. Juni waren vier Männer mit Flaschen und Fäusten auf einen Zuschauer losgegangen, der ein T-Shirt von Cinema America trug. Vier Männer mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die Festgenommenen hatten Kontakte zur italienischen Rechtsaußen-Organisation Blocco Studentesco. Drei Tage später wurde die Freundin des Cinema-America-Gründers Valerio Carocci auf offener Straße belästigt und bedroht.

 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 

Ein Beitrag geteilt von I ragazzi del Cinema America (@piccoloamerica) am

Cinema America ist eine 2012 gegründete Organisation, die Filmvorführungen unter freiem Himmel in den Straßen von Rom organisiert. Im Jahr 2017 besetzte sie das historische Cinema America und verhinderte so seinen Abriss. Ein weiteres Ziel ist die Wiedereröffnung und ganzjähige Bespielung des Cinema Troisi.

Obwohl Cinema America keine dezidiert politische Organisation ist — sie erhält finanzielle Unterstützung von der Stadt, vom Staat sowie von privaten Sponsoren wie der Fluglinie Alitalia — haben ihre Events, inklusive Diskussionen mit dem Publikum, eine deutliche politische Dimension. Die kastanienbraunen Shirts von Cinema America zu tragen, hat sich auch im Zuge der Medienaufmerksamkeit für die Organisation zu einem Statement entwickelt.

 

Bereits am Tag nach den Angriffen hatte Jeremy Irons, der anwesend war, um Bernardo Bertoluccis Gefühl und Verführung zu präsentieren, vor dem Screening eine flammende Rede gehalten, in der er die Gleichheit aller Menschen beschwor. Im Solidaritätsschreiben der Regisseure heißt es nun:

„Es ist unakzeptabel, dass manche Leute denken, sie könnten ihre Ansichten mithilfe von Gewalt durchsetzen. Wir können eine Wunde dieser Art nicht akzeptieren, die nicht nur der Kunst und dem Kino zugefügt wurde, sondern der ganzen Welt.“

Angeregt hatten diesen Brief einige prominente Figuren der italienischen Filmindustrie, darunter auch Alberto Barbera, der Direktor der Filmfestspiele von Venedig.

Paul Schrader verglich die Ereignisse in Rom mit dem Jahr 1968, als sich französische Regisseure mit den streikenden Studenten in Paris solidarisch erklärten und so den Ausfall der Filmfestspiele von Cannes herbeiführten (zitiert gemäß Indiewire): „Plötzlich haben wir einen Kampf wie vor 50 Jahren, als das Kino an vorderster politischer Front war. Das ist cool. […] Diese Kids können riesige Gruppen anziehen, Sponsoren beschaffen, nichts kassieren und unter dem Radar linkes Denken verbreiten. Das hat die Aufmerksamkeit des rechten Flügels in Italien auf sich gezogen, der mittlerweile mehr als ein Flügel ist. Mehr das Hauptgebäude.“

Im vergangenen Mai war aus den Europawahlen die rechte Lega Nord unter Führung des Innenministers und stellvertretenden Ministerpräsidenten Matteo Savini als stärkste Partei Italiens hervorgegangen. Die Partei hatte ihre Stimmen vor allem mit ihrer harten Linie in Immigrationsfragen gewonnen.

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