Specials: Reinster Eskapismus: Die Lieblinge der Redaktion Vol.2

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Specials

Ein Beitrag von Redaktion

Wie begegnet die Kino-Zeit Redaktion der Krise? Was hält uns bei guter Laune? Nicht nur vermeintlich schlechte Filme, wie wir sie zuletzt präsentierten, sondern auch erheiternde Kurzformate — von Film bis Talk Show. Wir stellen unsere Lieblinge vor.

Shorts - Empfehlungen
Marcy Learns Something New / Love, Death & Robots / Mr. Monotony

Nachdem wir bereits vor einigen Wochen unser Herz ausgeschüttet und euch unsere (peinlichsten) Gute-Laune-Lieblinge präsentiert haben, legen wir nun nach — und zeigen euch, was wir Empfehlenswertes im Bereich des Kurzfilm und Videoformats gesehen haben. Und immer wieder und wieder sehen wollen. 

Kurzfilm in Dauerschleife

Beatrice Behn hat es vor allem ein spezifischer Kurzfilm angetan:

„Hier guck mal, voll der tolle Kurzfilm“ — mit dieser Nachricht bekam ich den Link zu Marcy Learns Something New. Wie oft ich diesen Satz schon gehört habe und es dann doch eher so „Na ja“ war. Kurzfilme sind eine komplizierte Kunst. Perfekt zum Punkt kommen und eine Geschichte quasi ganz ohne audiovisuellen oder erzählerischen Speck erzählen, ist schwer. Aber Marcy liefert: Einfühlsame, zärtliche Darstellungen, Humor und Überraschungen und einen Blick auf sexuelle Freiheit und dem Ausleben derselbigen, der sich einfach erlaubt wertfrei und im besten Sinne des Wortes schamlos zu sein. Sieht man selten. Und jetzt erwische ich mich, wie ich FreundInnen diesen Filme schicke und sage: “Hier guck mal, voll der tolle Kurzfilm“.

Christian Neffe legt noch einen drauf: Er kann gleich eine ganze Kurzfilm-Reihe empfehlen:

Als im vergangenen Jahr Love, Death & Robots auf meiner Netflix-Startseite auftauchte, war ich gleichsam fasziniert wie verwirrt: Was sollte dieser wilde Mix verschiedener Animationsstile, in denen Roboter, Werwölfe und andere kuriose Gestalten ihr Unwesen treiben sein, darstellen? Stellte sich heraus: Eine Anthologie-Serie respektive eine Sammlung von Kurzfilmen, die wenig gemeinsam haben - außer dass sie allesamt animiert sind und im Genre der Science-Fiction anzusiedeln sind. Durch die Laufzeit von jeweils zwei bis 20 Minuten lassen sich die 18 Episoden an nur einem Abend locker wegbingen. Das Suchtpotenzial ist aufgrund der Diversität an Themen, Stilen und Herangehensweisen (manche Episoden sind humorvoll, andere bierernst, einige widmen sich tiefen existenzialistischen Fragen) auf jeden Fall hoch. Immer ein wenig provokant, nie perfekt, aber auch niemals so schlecht, dass man direkt weiterschalten möchte. Im Hintergrund fungierte David Fincher als Produzent. Der Regisseur von Fight Club, The Social Network oder Gone Girl hat mit Love, Death & Robots fraglos einen wunderbar kreativen Spielplatz für verrückte Ideen und Ansätze geschaffen. Hoffentlich kommt bald Nachschub.

Alternatives Sehen

Und Bianka-Isabell Scharmann fand im Bonusmaterial einer DVD Zuflucht:

Zurzeit fröne ich ausgiebig meiner Musical-Leidenschaft — und, mal ehrlich, welches Filmgenre verkörpert Eskapismus besser als das Musical, vor allem die der Golden Era? Nachdem ich Osterspaziergang vor kurzem beendet hatte, stöberte ich durch das Bonusmaterial auf der DVD. Und fand die Outtakes zu einer Judy Garland-Nummer, die es nicht in den Film geschafft hatte: ‚Mr Monotony‘ heißt sie. Ich begann fasziniert, sie mir anzuschauen. Doch die erste Faszination wich schnell einer Frustration und dann war ich sogar angewidert: frustriert, da mir die volle Nummer verwehrt wurde, angewidert, weil man an den Anfängen und Enden der Takes manchmal, für einen Augenblick die Maske auf Garlands Gesicht fallen sah. Sonst eine perfekte Performerin, deren wahre Gemütszustände sie gekonnt zu übersingen und überspielen weiß. Angewidert nicht von Garland — wer könnte das sein?! -, sondern von dem System, in dem sie arbeitete und das sie ausnutzte. Diese verschiedenen Emotionen erlebte ich in den ersten paar Minuten des Sehens. Und blieb dran. Nach und nach gewöhnte ich mich an die ungewöhnliche Organisation des Materials und es wurde immer ersichtlicher, wie die Nummer letztendlich aussehen sollte. Hielt man die 20 Minuten durch — eine der für mich bisher ungewöhnlichsten Seherfahrungen — wurde man mit der kompletten, perfekt geschnittenen, keine Mine verzogenen und wunderbar performten Nummer ‚Mr. Monotony‘ belohnt. Eine Nummer, deren Ästhetik stark an Musikvideos erinnert — ich denke da vor allem an die Close-Up Sequenz an der Säule. Auf YouTube findet man Outtakes und perfekte Nummer getrennt voneinander. 

Wenn wir schon bei Alternativen sind, kann Christian noch die etwas anderen Filmenden empfehlen:

Guten Filmen gelingt es, uns so sehr in ihren Bann zu ziehen, dass uns viele kleine und große Logiklückchen im besten Fall gar nicht erst auffallen. Manchmal sind sie aber doch recht offenkundig: Warum zum Beispiel zerstört das Imperium am Ende von Krieg der Sterne nicht einfach den Planeten, hinter dem sich die Rebellenbasis befindet um freie Schussbahn zu haben, anstatt ihn eine halbe Stunde lang zu umkreisen? Solche und ähnliche Unstimmigkeiten verarbeitet das Kollektiv des YouTube-Kanals „How it should have ended“ in ihren kurzweiligen Comic-Clips. Das Ganze ist extrem nerdy (hauptsächlich werden hier Superhelden-Filme und andere Blockbuster verwurstet) und wirkt gelegentlich auch etwas erzwungen. Nichtsdestotrotz sind die Filmchen unterhaltsam und stets wunderbar sarkastisch.

 

Zurück zu YouTube

Und Pierpaolo Festa verpasst keine Folge dieser Talk-Show:

Mein wöchentliche Verabredung mit ‚Last Week Tonight with John Oliver‘ verpasse ich nie. Fast jeden Montag wird ein 20-30 minütiges Segment auf YouTube hochgeladen. Diese Show ist keine konventionelle Talkshow, sondern ich würde sie als eine frische, innovative Herangehensweise definieren, ein Fenster auf die aktuellen Nachrichten. Sie funktioniert auf zwei Ebenen: zum einen ermöglicht es einem, einen perfekten Blick auf die Lage in den USA zu bekommen und zum anderen eröffnet diese Show die umgekehrte Perspektive, nämlich wie Amerikaner auf uns und den Rest der Welt schauen. John Oliver ist ein Engländer, der in Amerika lebt. Seine Arbeit ist definitiv bemerkenswert, aber umso bemerkenswerter ist, was wir nicht sehen, das ist der wahre Wert der journalistischen Arbeit des gesamten Teams von ‚Last Week Tonight‘. Es ist eine unterhaltsame und doch angsteinflößende Show: umso mehr man selbst lacht umso mehr ist man genötigt, über die ‚horrors‘ nachzudenken, die in der Welt passieren.

Ich empfehle euch dieses Interview mit Edward Snowden, um seine innovative Herangehensweise zu verstehen. Es ist unglaublich unterhaltsam und auf direktem Weg, Teil der Geschichte des Fernsehens zu werden. 

 

Mit Joachim Kurz geht es zurück zum Kurzfilm — und auch ein bisschen ins Kino:

Pixar produziert nicht nur prämierte Langspielfilme, sondern auch Kurzformate, die im Kino immer vor den Spielfilmen liefen. Jeder einzelne ist etwas ganz besonderes und oftmals werden dort auch Dinge ausprobiert, der Kreativität wird freien Lauf gelassen. Außerdem dürfen neue Talente ran. Und sie sorgen dafür, dass Kurzfilme im ganz normalen Kino nicht ganz verloren gehen. 

 

Wer nicht genug von Kurzfilmen bekommen kann, dem empfehlen wir dringend einen Blick auf die Webseite „Short of the Week“, wo nahezu täglich die besten Kurzfilme aus den Weiten des Internets kuratiert und gesammelt werden. Die Seite haben wir vor einiger Zeit bereits schon einmal vorgestellt.

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