Darling der Woche: Aliens: Last Stand - Science-Fiction in der Garage

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Das Filmteam am Set zu "Aliens: Last Stand"
Das Filmteam am Set zu "Aliens: Last Stand"

Was macht eigentlich Carrie Henn? Genau, das kleine Mädchen aus James Camerons Film Aliens — Die Rückkehr, die einzige Überlebende der Kolonie auf dem Planeten LV-426. Inzwischen verdient Henn ihr Geld als Lehrerin und ist seit ihrer damaligen Rolle nie wieder in einem Film aufgetaucht. Bis jetzt.

Denn für ihr Projekt ist es zwei deutschen Fans gelungen drei Darsteller aus Aliens vor die Kamera zu locken. Wir erinnern uns: In James Camerons 1986er Nachfolger von Ridley Scotts Alien wird Ellen Ripley (Sigourney Weaver) nach 57 Jahren aus dem Hyperschlaf gerettet, doch niemand glaubt ihre Geschichte. Inzwischen gibt es sogar eine Kolonie auf dem Planeten, auf dem sie damals die Alieneier gefunden hatten. Als der Kontakt zur Kolonie jedoch abbricht, wird Ripley mit auf eine Mission zu dem Planeten geschickt.

Carrie Henn und Sigourney Weaver in "Aliens: Die Rückkehr"; 20th Century Fox
Carrie Henn und Sigourney Weaver in „Aliens: Die Rückkehr“; 20th Century Fox

Zu den wohl größten Fans des Alien-Franchises gehören die beiden deutschen Regisseure Felix Berner und Dieter Joppich, die 2016 sogar einen Alien-Fanclub namens German Colonial Marines gründeten. 2017 stellten sie einen Greenscreen in ihre Garage und begannen mit den Mitgliedern einen Fanfilm zu drehen, der drei Jahre später das Licht der Welt erblickte. Aliens: Last Stand spielt auf dem Militärschiff USS Yotumo, wo Sergeant Davis einen Notruf absetzt. Eine Truppe Marine Raiders empfängt ihn und macht sich auf den Weg zur Rettung des Schiffs. Doch sie ahnen nicht, welches Grauen sie dort erwartet…

Das Besondere: Die Rolle des Sergeants spielt Ricco Ross, der auch in Aliens eine kleine Rolle hatte. Aus dem Originalcast gesellen sich außerdem noch Daniel Kash und Carrie Henn höchstpersönlich dazu. Die Probleme, die sich aus einem in der Welt verstreuten Cast ergeben, haben die Filmemacher clever gelöst: Einige der Aufnahmen zeigen, wie die Darsteller zwecks Videoübertragung direkt in die Kamera schauen — so etwas lässt sich beinahe überall aufnehmen. Die aufwändige Postproduktion sorgt hinterher für den Look wie aus einem Guss.

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Zwei Fans buttern ordentlich rein — am Ende steht ein fertiger Kurzfilm. Eigentlich alles paletti. Die Aufmerksamkeit, die Aliens: Last Stand bisher jedoch von der Presse erhielt, verwundert. Ob die betreffenden Autoren das Konzept Fanfilm überhaupt verstanden haben? Auf hölzernes Schauspiel wird da eingedroschen, auf billige Effekte. Als ob es völlig undenkbar wäre einen kleinen Film, der fernab von Studiosystemen und Förderung, unter selbstausbeuterischen Verhältnissen von Enthusiasten finanziert und erarbeitet wurde anhand anderer Maßstäben zu bewerten als einen großen Science-Fiction-Blockbuster.

Dabei sehen die Aufnahmen vom Alien und der USS Yotumo sogar ziemlich schick aus. Und dass es bei den Schießereien in Videospielästhetik ein wenig ruckelt und knarzt, macht genau den Charme eines Fanfilms aus. Die Haltung, die sich in den negativen Reaktionen auf Aliens: Last Stand zeigt, spiegelt jenes Problem, das weite Teile der aktuellen Kinoproduktionen so schrecklich langweilig und vorhersehbar macht: Ein falsch verstandener Professionalismus. Geschichten und Dialoge wie von einem Algorithmus generiert? Egal, so lange der Lens Flare sitzt. Dann doch lieber ein bisschen Geruckel, Improcharme und unseretwegen auch das ein oder andere Logikloch. Wenn dafür die Liebe zum Kino aus allen Ritzen schießt.

Am Ende von Aliens: Last Stand bewerben sich die Filmemacher bei den 20th Century Studios auf die Regie von Alien 5. Wir haben da leider auch nicht die passenden Kontakte — aber Kino-Zeit drückt auf jeden Fall die Daumen!

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Meinungen
Felix Berner · 19.10.2020

Vielen Dank, wir haben uns irre gefreut, über diesen wahrlich tollen Artikel. Wir würden uns gerne auf die "Logikfehler" beziehen. Meinen Sie den Marine am Ende im Notruf? Das ist gewollt, denn die Marines kamen niemals AUFGRUND des Notrufs, sie waren die ganze Zeit über da, man hört ihre Schreie bereits vorher. Wir haben hier etwas mit den Erwartungen des Zuschauers gespielt, denn man erwartet ja, dass die wegen des Notsignals kommen, dem ist aber nicht so. Kleine Spielerei :)!

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