Léon, der Profi (Kinofassung)

Léon, der Profi (Kinofassung)

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Der Killer und das Mädchen

Der Profikiller Léon (Jean Reno) führt ein einsames und weitgehend isoliertes Leben ohne nennenswerte soziale Bindungen. In seinem harten Geschäft kennt er nur zwei Ausnahmen – niemals wird er Frauen oder Kinder umlegen. Als eines Tages das Nachbarsmädchen Mathilda (Natalie Portman) erleben muss, wie ihre gesamte Familie von einem Mörder ausgelöscht wird, sucht die traumatisierte Zwölfjährige bei Léon Unterschlupf und findet heraus, welche blutige Profession der wortkarge Mann betreibt. Beseelt von dem Wunsch nach Rache für ihren vierjährigen Bruder – der Rest ihrer Familie ist ihr herzlich egal – bedrängt Mathilda den widerstrebenden Auftragsmörder, ihr bei der Suche nach dem Mann behilflich zu sein, der ihr den Bruder raubte. Léon lehnt zunächst ab, doch Schritt für Schritt erweicht das hübsche Mädchen sein Herz, und beinahe entwickelt sich zwischen den beiden so etwas wie Liebe, was nur durch das Alter von Mathilda verhindert wird. Die sich anbahnenden Gefühle lassen den sonst so toughen Mörder weich, verletzlich und schließlich sogar verletzbar werden…
Luc Besson zeigt in seinem Film aus dem Jahr 1994 eine seltsam verkehrte Welt, in der harte Auftragskiller sich als wahre Menschen mit Herz erweisen, während die vermeintlichen Freunde und Helfer der Polizei selbst auf der Seite des Bösen stehen und sich schließlich sogar als Dealer und eiskalte Killer entpuppen. In einer Welt wie dieser ist Liebe ein gefährliches Unterfangen, und die zarte Traurigkeit, die Léon ausstrahlt, ist mehr als verständlich, denn es ist eine tief empfundene und berechtigte Klage über den Zustand der Welt, in der Zuneigung so vergänglich und zerbrechlich ist wie ein Windhauch. Léon, der Profi ist ein Glücksfall für das Kino, ein Film voller Härte und Zärtlichkeit, komplex und vielschichtig wie das Leben und das Kino selbst.

Léon, der Profi (Kinofassung)

Der Profikiller Léon (Jean Reno) führt ein einsames und weitgehend isoliertes Leben ohne nennenswerte soziale Bindungen.
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