Jean Reno ist ein Ausnahmeschauspieler unter Europas Filmgrößen. Das Publikum liebt ihn als Action-Held, doch Reno überzeugt auch als markanter Darsteller in Charakterrollen. Für seine Erfolge hat ihn Frankreich zum Ritter der Ehrenlegion gekürt — die höchste nationale Auszeichnung. Und wann immer Hollywood einen „coolen Franzosen“ braucht, ist der Charakterkopf zur Stelle.

Reno wurde 1948 als Sohn andalusischer Eltern in Casablanca geboren. Nach seinem Militärdienst — er war in Deutschland stationiert — ließ er sich in Paris nieder und finanzierte sein Schauspielstudium mit Gelegenheitsjobs. 1970 wurde er an der renommierten Pariser Schauspielschule René Simon angenommen und tourte später mit der Theatertruppe von Didier Flamand durch ganz Frankreich.

Sein Kinodebüt gab er 1978 in L’Hypothèse du tableau volé. Ein Jahr später spielte er unter der Regie von Costa Gavras in Die Liebe einer Frau. Es folgten ein Dutzend mehr oder minder große Rollen, bis ihn 1988 Luc Bessons Im Rausch der Tiefe in die erste Riege der europäischen Schauspielzunft katapultierte. Das Team Besson/Reno wurde schnell zum Markenzeichen. Mit Léon – Der Profi schufen sie einen Klassiker des intelligenten Action-Thrillers.

1993 spielte er der Ritter Godefroy in Die Besucher: Der Film avancierte in Frankreich zum Kassenschlager. Fünf Jahre später folgte die ebenfalls spektakulär erfolgreiche Fortsetzung Die Zeitritter. Sein Hollywooddebüt gab Reno an der Seite von Meg Ryan in der romantischen Komödie French Kiss. Danach spielte er mit Tom Cruise im ersten Teil der Spionage-Reihe Mission: Impossible. Drei Jahre später sah man ihn im Action-Thriller Ronin an der Seite von Robert de Niro und in Godzilla von Roland Emmerich.

Abgesehen von einem Auftritt in der US-Produktion Rollerball hat sich Reno in letzter Zeit wieder verstärkt dem französischen Kino zugewandt und mit hervorragenden Regisseuren zusammengearbeitet: Danièle Thompson, Francis Veber und nicht zuletzt Olivier Dahan für Die Purpurnen Flüsse 2 – Die Engel der Apokalypse oder in Roberto Roberto Benignis Der Tiger und der Schnee.

Filmographie — Jean Reno (Auswahl)

2010
Margaret (Regie: Kenneth Lonergan)
L’immortel (Regie: Richard Berry)
La rafle (Regie: Roselyne Bosch)

2009
Couples Retreat (All Inclusive, Regie: Peter Billingsley)
Le premier cercle (Regie: Laurent Tuel)
On ne choisit pas sa famille (Regie: Jean-Marie Poiré)
Armored (Regie: Nimród Antal)
Pink Panther 2 (Der rosarote Panther 2, Regie: Harald Zwart)

2008
Ca$h (Regie: Eric Besnard)

2006
The Pink Panther (Der rosarote Panther, Regie: Shawn Levy)
The Da Vinci Code (The Da Vinci Code — Sakrileg, Regie: Ron Howard)
Flyboys (Regie: Tony Bill)
Flushed Away (Regie: Henry Anderson und David Bowers)

2005
L’Empire des Loups (Das Imperium der Wölfe, Regie: Chris Nahon)
La tigre e la neve (Der Tiger und der Schnee, Regie: Roberto Benigni)

2004
Les Rivières pourpres 2 (Die Purpurnen Flüsse 2 — Die Engel der Apokalypse, Regie: Olivier Dahan)
L’Enquete Corse (Regie: Alain Berberian)

2003
Tais-toi (Ruby & Quentin: Der Killer und die Klette, Regie: Francis Veber)

2002
Rollerball (Rollerball, Regie: John McTiernan)
Décalage Horaire (Regie: Danièle Thompson)

2001
Wasabi (Regie: Gérard Krawczyk)

2000
Les Rivières pourpres (Die Purpurnen Flüsse, Regie: Mathieu Kassovitz)
Les Visiteurs en Amérique (Just visiting, Regie: Jean-Marie Poiré)

1998
Die Zeitritter (Regie: Jean-Marie Poiré)
Godzilla (Regie: Roland Emmerich)
Ronin (Regie: John Frankenheimer)

1996
Mission: Impossible (Mission: Impossible, Regie: Brian De Palma)
Le Jaguar (Jaguar, Regie: Francis Veber)

1995
French Kiss (French Kiss, Regie: Lawrence Kasdan)

1994
Léon (Léon – Der Profi, Regie: Luc Besson)

1993
Les Visiteurs (Die Besucher, Regie: Jean-Marie Poiré)

1991
Opération Corned Beef (Operation Corned Beef, Regie: Jean-Marie Poiré)

1990
Nikita (Regie: Luc Besson)

1988
Le grand bleu (Im Rausch der Tiefe, Regie: Luc Besson)

1986
I Love You (Regie: Marco Ferreri)

1985
Subway (Regie: Luc Besson)

1984
Notre histoire (Regie: Bertrand Blier)

1983
Le Dernier combat (Der letzte Kampf, Regie: Luc Besson)

1982
La Passante du Sans-Souci (Regie: Jacques Rouffio)

1979
Clair de femme (Die Liebe einer Frau, Regie: Costa Gavras)

1978
L’Hypothèse du tableau volé (Regie: Raoul Ruiz)
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