Filmgeschichte(n): Und Liv Ullmann tanzt

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Filmgeschichte(n)

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Muriel Box - Portrait
Muriel Box - Portrait

Wer an Frauen im Film noir denkt, der denkt für gewöhnlich zuerst an die femme fatale. Diesen dämonischen Figurentyp, der mit seiner Attraktivität und Verführungskunst reihenweise Männer ins Unglück stürzt: Marlene Dietrich, Barbara Stanwyck, Joan Bennett, Lauren Bacall. Falsch ist das nicht. Aber es unterschlägt nur zu häufig, dass auch hinter den Kulissen Frauen in Sachen Film noir tätig waren — und zwar auch außerhalb der USA. Besonders einige Regisseurinnen machten sich so verdient, denen das Berliner Kino Arsenal seit kurzem (und noch bis Anfang August) eine Retrospektive widmet.

Ida Lupino; Public Domain
Ida Lupino; Public Domain

Für alle Berliner wäre das allabendliche Sommerprogramm hiermit geklärt. Wer es nicht ins Arsenal schafft, könnte die Retro dennoch zum Anlass zu einer Reihe privater Filmabende nehmen. So versteht sie sich nämlich auch selbst: Als Anstoß die vertretenen Filmemacherinnen wiederzuentdecken. Das ist auch bitter nötig. Immerhin Ida Lupino ist den Leuten, auch durch ihre Arbeit als Schauspielerin, im Gedächtnis geblieben. Der Britin Muriel Box widmete das Filmfestival San Sebastian im vergangenen Jahr eine umfassende Retrospektive. Dennoch: Die meisten der Regisseurinnen mussten ihre Karrieren nach rund einer Dekade wieder beenden. Von einigen ihrer Filme gibt es heute nicht einmal mehr vorführbare Kopien.

Zu entdecken gilt es beispielsweise die Schauspielerin und erste Regisseurin Norwegens, Edith Carlmar, die mit insgesamt zehn selbst inszenierten Langfilmen zehn Kassenschlager abwarf und erstmals Liv Ullmann in einer großen Rolle besetzte: The Wayward Girl (Ung Flukt) von 1959 läuft auch im Arsenal und erzählt die Geschichte einer 17-Jährigen, die auf die schiefe Bahn gerät und mit ihrem Liebhaber einige Zeit in einer abgelegenen Waldhütte verbringt. Vor allem wegen seiner mysteriös-erotischen Spannung zog der Film das Publikum in seinen Bann.

Bodil Ipsen; Public Domain
Bodil Ipsen; Public Domain

Eine weitere Pionierin ist die Dänin und ehemalige Theaterschauspielerin Bodil Ipsen, die mit Entgleiste Menschen (Afsporet) 1942 den ersten dänischen Film noir drehte: Die Geschichte einer jungen Frau, die in einer unglücklichen Ehe gefangen ist — gewandet in klaustrophobisch enge Settings und gedreht während der deutschen Besatzung mit einer jüdischen Darstellerin (Illona Wieselmann) in der Hauptrolle.

Als „ein Meisterwerk“ bezeichnete Jean Cocteau Wendy Toyes Kurzfilm The Stranger Left No Card, in dem sich eine kleine Fantasy-Story innerhalb von nur 23 Minuten zum sinistren Thriller auswächst. Toye hatte einst als Tänzerin und Choreografin begonnen, bevor sie mit The Stranger Left No Card 1953 den Kurzfilmpreis der Filmfestspiele von Cannes einheimste und mit ihrem Weihnachtskurzfilm On the Twelfth Day… 1955 sogar für einen Oscar nominiert wurde.

Die große Frage lautet: Wie konnten derart erfolgreiche Regietalente nach Jahren öffentlichkeitswirksamer und preisgekrönter Arbeit mehrheitlich dem langsamen Vergessen anheim fallen? Hoffen wir, dass Filmreihen wie jene im Arsenal die nächste Generation von Filmhistorikern dazu inspiriert es herauszufinden. Aber vorher schauen wir uns noch einmal an, wie bezaubernd Liv Ullmann in The Wayward Girl tanzt:

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Lisa, Johnny und Mark aus The Room
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