Darling der Woche: Die wunderbare Macht der Zahlen

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Darling der Woche

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

Am 20. Oktober war Weltstatistik-Tag. Wir haben aus diesem Anlass unsere Zahlenphobie überwunden und uns einmal angeschaut, welche Vorurteile und Klischees wir Dank einiger Statistiken der letzten Jahre endlich entkräften können.

Rachel Morrison am Set von Mudbound
Rachel Morrison am Set von Mudbound

Was war ich froh, dass die Vorlesungen Statistik I und II nicht zum Pflichtprogramm des Filmwissenschaftsstudiums gehörten. Gezwungen zu sein mich mit Zahlen zu beschäftigen, das hätte meinen Notendurchschnitt mir nichts, dir nichts in den Keller befördert. Obwohl: Gerade in Zeiten der fake news und gefühlten Wahrheiten schadet es überhaupt nicht sich auf harte Fakten stützen zu können. Auf empirische Ergebnisse aus seriösen Quellen.

Auch in der Filmwelt haben uns einige Studien der letzten Jahre vor Augen geführt, wie sehr die Branche — Filmemacher_Innen, Kinos und Kurator_Innen, aber auch Leute, die über Film schreiben — noch immer unter patriarchalen Strukturen ächzt. Wieviel Arbeit tatsächlich nötig ist, um Diversität auf der Leinwand, hinter der Kamera sowie in den Redaktionen durchzusetzen. Und vor allem, wie lange Teile des Publikums sträflich unterschätzt wurden.

Zum Beispiel: Frauen wollen im Kino vor allem Romantische Komödien sehen? Spätestens seit der zum Weltfrauentag 2018 von Fandango durchgeführten Studie können wir allen, die das so sehen, dieses Klischee um die Ohren hauen:

„Aus unserer Umfrage geht klar hervor, dass Frauen auf der großen Leinwand vermehrt weiblich zentrierte Geschichten, erzählt von Drehbuchautorinnen und Regisseurinnen, sehen wollen. Und entgegen des jahrhundertealten Glauben in Hollywood suchen sie im Kino nicht nur nach Romantik.“

Eine weitere vielsagende Studie der letzten Monate: Die USC Annenberg School for Communication and Journalism verglich Kritiken auf der Aggregatoren-Website Rotten Tomatoes miteinander und kam dahinter, dass nicht nur 82% aller Texte von Weißen verfasst wurden, sondern auch 78% der Texte von Männern. Bei aller Unzulänglichkeiten und Einschränkungen, derer sich die Verfasser_Innen der Studie selbst bewusst sind — dass diverse Gruppen in der Filmkritik unterrepräsentiert sind, lässt sich bei solch einem Ergebnis kaum noch wegargumentieren.

Diagramm aus der USC-Annenberg-Studie; Copyright: 2018 Dr. Stacy L. Smith
Diagramm aus der USC-Annenberg-Studie; Copyright: 2018 Dr. Stacy L. Smith

Das deutlich sichtbare Ungleichgewicht zieht sich im Übrigen so durch die Länder und verschiedenen Kunstformen — siehe dazu etwa die Pilotstudie Sichtbarkeit von Frauen in Medien und im Literaturbetrieb unter dem Hashtag #frauenzählen.

Aber nicht nur Kritiker_Innen artikulieren ihre Meinungen über Filme. Der gefühlt meist gehasste Film des vergangenen Jahres war Rian Johnsons Star Wars: Die letzten Jedi. Diese Gewichtung sieht aber schon wieder ganz anders aus, wenn man weiß, dass ungefähr die Hälfte der negativen Tweets von russischen Bots, Trollen und dezidiert rechten Aktivisten kamen. Filme, aber auch Plattformen wie Twitter werden nicht selten instrumentalisiert, um politische Agenden durchzusetzen und ein zuverlässiges Mittel an der Hand zu haben um solche gezielten Manipulationen der öffentlichen Meinung zu entlarven, ist von wirklich unschätzbarem Wert.

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