Specials: Jahresrückblick - Filmische Trüffel: Milla Meets Moses

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Specials

Ein Beitrag von Katrin Doerksen

2020 nähert sich seinem Ende. Man möchte sagen: zum Glück. Für niemanden, auch nicht für Kinofreunde, war es ein leichtes Jahr. Wir lassen es dennoch aus cineastischer Sicht Revue passieren. Heute mit Shannon Murphys Milla Meets Moses.

Bild zu Babyteeth von Shannon Murphy
"Babyteeth" von Shannon Murphy

Kinoschließungen und -startverschiebungen, kurzfristige Veröffentlichungen auf DVD und Streaming-Plattformen — das ein oder andere filmische Highlight konnte da schon mal etwas untergehen. In unserem Jahresrückblick 2020 heben wir deshalb unter anderem filmische Highlights hervor, die man leicht hätte verpassen können. Heute: Shannon Murphys Milla Meets Moses.

In Milla Meets Moses zählt jeder Augenblick. Weil die australische Regiedebütantin Shannon Murphy so meisterhafte Arbeit geleistet hat, dass jede Minute im Gedächtnis bleibt, einerseits. Weil Milla, großartig gespielt von der Nachwuchsdarstellerin Eliza Scanlen (Little Women), Krebs hat, andererseits. Der Film könnte trotzdem kaum weiter entfernt sein von all den Jugendromanadaptionen über sterbenskranke Mädchen, die vor dem Tod ihren Mitmenschen noch ein paar Lektionen über das Leben erteilen dürfen.

Murphy erspart uns die Szenen bei der Chemotherapie, im Krankenhaus und von schlaflosen Nächten und erzählt stattdessen in episodischer Struktur von Milla. Auf dem Weg zur Schule lernt sie — das ist gleich die erste Szene - Moses (Toby Wallace) kennen, einen Drogendealer von der Straße mit purpurnen Schatten um die Augen. Sie sind ein ungleiches Paar und für ihre Eltern (Essie Davis und Ben Mendelsohn) ist Moses ein wahr gewordener Alptraum. Aber weil Milla es so will, hängt er ab sofort häufig im Einfamilienhaus rum. „Sie ist nicht stark genug, um so eine erste Liebe zu verkraften“, befürchtet ihre Mutter, aber da haben wir schon genug vom Familienleben gesehen um zu verstehen, dass man sich im Zweifel um sie eher sorgen muss als um Milla.

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Mit Moses an ihrer Seite wird die Welt für Milla endlich wieder zu einem Ort voller Leben und sie selbst zu einer Gestaltwandlerin: In ihrer grünen Perücke und dem Satinkleid für den Abschlussball sieht sie aus wie eine Waldnymphe, eine Reinkarnation des manic pixie dream girls, aber manchmal trägt sie auch Glatze zum Tomboy-Style und auf einer Party gibt sie die Teenielolita im Achtziger-Jahre-Look.

Um Millas Empfinden nachfühlbar zu machen, arbeitet Shannon Murphy vor allem mit Musik. Ein wunderbar eklektischer Soundtrack schmiegt sich an Milla Meets Moses, von Mozart bis zu Sudan Archives. Die Musik wird sogar regelrecht zur eigenen Erzählinstanz: Mal spannt sie einen Draht zwischen den Figuren, dann verstummt sie im richtigen Augenblick, um uns mit unseren Gefühlen allein zu lassen. Einmal musizieren Mutter und Tochter gemeinsam und als einer schwangeren Zuschauerin die Fruchtblase platzt, will sie sich allen Ernstes still hinausschleichen, um die Magie des Augenblicks nicht zu stören.

Milla Meets Moses ist derzeit noch nirgends im Stream zu sehen. Aber wir brauchen ja auch noch etwas, worauf wir uns freuen können. Vormerken nicht vergessen!

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