Die Schule der magischen Tiere (2021)

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Die Vorstellung, ein magisches Tier und damit einen treuen Freund für alle Zeiten zu bekommen – damit hat die Buchreihe „Die Schule der magischen Tiere“ viele Kinder bezaubert. Jetzt kommt die Verfilmung in die Kinos – und hat viel vom Zauber aus den Büchern.

Die Schule der magischen Tiere (2021)

Eine Filmkritik von Verena Schmöller

Magische Freunde

Lange hat das junge Publikum auf diese Verfilmung gewartet, jetzt ist sie da: Frei nach dem ersten Band der Erfolgsreihe von Margit Auer hat Gregor Schnitzler den ersten Film „Die Schule der magischen Tiere“ gemacht. Dabei ist er der magischen Welt treu geblieben, in der die Geschichten rund um die Wintersteinschule und die magische Zoohandlung von Mister Morrison spielen. Wenn das nicht der Kinderfilm-Hit des Winters wird…

Ida (Emilia Maier) ist neu an der Wintersteinschule. Zusammen mit ihrer Mutter (Marleen Lohse) hat sie die Wohnung über deren ersten eigenen Friseursalon bezogen, sie hat ein hübsches neues Zimmer, aber vom ersten Tag an vermisst sie ihr bisheriges Zuhause, die alte Schule und ihre Freunde. In der neuen Klasse tut sie sich eher schwer: Die Mädchen glucken um ein hochnäsiges Mädchen namens Helene (Emilia Pieske) und hänseln Ida mit lästigen Spitznamen, Jo (Loris Sichrovsky) sieht zwar cool aus, lässt sie aber nicht an sich heran, und Banknachbar Benni (Leonard Conrads) ist zwar nett, aber irgendwie auch langweilig.

Von ihrer Lehrerin ist Ida allerdings sofort begeistert: Auch Miss Cornfield (Nadja Uhl) ist neu und irgendwie ein bisschen verrückt. Und es dauert nicht lange, da stellt Miss Cornfield der Klasse ihren Bruder, Mister Mortimer Morrison (Milan Peschel), vor, der eine magische Zoohandlung betreibe. Bald werde jedes Kind ein magisches Tier als lebenslangen Begleiter erhalten, versichert sie. Dann aber bekommen gerade die beiden Außenseiter der Klasse, Ida und Benni, als erste ein solch sprechendes Tier an ihre Seite gestellt: Ida den Fuchs Rabbat (gesprochen von Max von der Groeben), Benni die Schildkröte Henrietta (herrlich: Katharina Thalbach). Und alle Kinder versprechen, dass sie niemandem von der magischen Zoohandlung erzählen werden.

Während die Klasse in freudiger Aufregung ist, passieren an der Wintersteinschule allerdings kuriose Dinge: Zuerst wird die Schuluhr gestohlen, dann der Stuhl des Direktors, schließlich wird der Schokoriegel-Automat geleert, und dann verschwinden auch noch Idas Glücksbringer-Ohrringe. Als der mysteriöse Täter sich auch noch über die Kohlrabi-Zucht des Schuldirektors (Justus von Dohnányi) hermacht, ist dieser außer sich vor Wut und die Suche nach dem Oberklau nimmt Fahrt auf. Die Kinder verdächtigen sich zunächst gegenseitig, zum Teil werden gemeine Unterstellungen gemacht. Zum Glück aber haben Ida und Benni ihre magischen Begleiter, die zu ihnen halten und bei der Detektivarbeit helfen wollen. Und merken schließlich auch, dass sie am stärksten sind, wenn sie alle zusammenhalten.

Wer die Bücher kennt, merkt sofort: Der Handlungsstrang um den Oberklau ist zwar nicht ganz neu, aber nimmt doch einen größeren Raum ein, als er das im Buch tut. Der Geschichte schadet das nicht, und auch für die Autorin war dies in Ordnung. „Ich habe den Filmleuten beim Plot so gut wie freie Hand gelassen“, sagt sie im Interview. „Was ich ihnen nicht erlaubt habe, ist, meine magische Welt zu verändern. Ich wollte, dass man die Welt und die Figuren wiederfindet, so wie man sie kennt.“

Die Welt aus Die Schule der magischen Tiere zu erhalten und in Bilder umzusetzen, ist dem Team um Gregor Schnitzler mehr als gelungen: So könnte man sich gut die erzählte Welt um die Wintersteinschule und die magische Zoohandlung vorstellen, immer ein bisschen bunter und verspielter als die außerfilmische Welt; kräftige Farben, ein abgestimmtes Farbdesign zwischen Rot und Blau, eine romantische Villa als Schulgebäude. Das ist die Welt, in der Tiere sprechen und rappen können und zu treuen Freunden der Figuren werden, eine magische Welt für Kinder, die sich über die herausfordernde Alltagswelt legt, die Halt gibt und auch so manches Problem löst.

Im Soundtrack finden sich immer einmal wieder Klänge, die an die Harry Potter-Filme erinnern. Das ist bestimmt kein Zufall, und doch überragt der fröhliche Ton der Filmmusik die Stimmung. Denn die Welt in Die Schule der magischen Tiere ist eben nicht von einer bösen Macht bedroht, es gibt keinen ‚bösen Gegenspieler‘, keinen Schurken. Das Nicht-Schöne, Fiese oder auch nur Unangenehme resultiert aus den Situationen der Kinder zu Hause, ist die Reaktion auf sich permanent streitende Eltern oder zu hohe Anforderungen. Und hier eben helfen neben Freundschaft und dem Zusammenhalt der Kinder auch Magie bzw. die magischen Tiere, die den Kindern den Spiegel vorhalten, ihnen Ratschläge geben oder sich für sie einsetzen.

Der Alltag kommt leider etwas kurz im Film und wird an vielen Stellen nur angedeutet. Das ist manchmal etwas schade, denn gerade auch deshalb werden die Bücher so gerne gelesen – weil sie in der Lebenswelt ihres Publikums ansetzen. Im Film bekommt man immer wieder das Gefühl, es gehe eigentlich nur darum, die Klasse auf die magischen Tiere einzuschwören. Den normalen Schulunterricht, der in der Buchvorlage durchaus eine Rolle spielt, haben im Film andere Plot-Elemente verdrängt; ihn wird bestimmt die ein oder der andere vermissen.

Die Mischung zwischen Realfilm und Animation ist an den meisten Stellen überzeugend. Man muss sich zwar erst einmal an die animierten Tiere gewöhnen, gerade dann, wenn Rabbat und Henrietta aus dem magischen Mantel von Mister Morrison hervorgewirbelt werden. Aber dann fügen sie sich ganz natürlich in die filmische Welt ein.

Es wird gesungen und getanzt in Die Schule der magischen Tiere. Wie in vielen aktuellen Kinderfilmen wird auch hier mit einer Reihe von Liedern erzählt. Das funktioniert mal gut, wenn die Gefühle von Figuren sichtbar gemacht werden, mal weniger gut, wenn einfach nur die Handlung unterbrochen wird, weil nun mal wieder ein Lied dran sein soll. Musikstücke im Spielfilm mögen gefallen oder nicht, letztendlich aber sind es doch auch die Lieder, die die Stimmung des Films prägen und die im Kopf bleiben – und das ist nicht nur der Titelsong von Sasha, das sind auch Bennis Piratenlied, das Duett „So allein“ oder der Klassensong „Wir wollen ein Tier“.

Insgesamt ist Die Schule der magischen Tiere eine sehr gelungene Adaption. Zwar reicht sie nicht an die Bücher heran, aber das liegt eben auch an den wundervollen Büchern, die (noch mehr) Witz und Feingefühl haben und durch den aufgefächerten Blickwinkel viele Identifikationspunkte anbieten, was ein Film über 90 Minuten nicht leisten kann. Wer die Bücher nicht kennt, sollte das noch schnellstmöglich – und am besten vor dem Film – nachholen.

Die Schule der magischen Tiere (2021)

Ida muss umziehen. Weg von ihrem Zuhause, ihrer Schule und vor allem: Weg von ihren Freunden. In der neuen Klasse tut sie sich schwer. Eines Tages verkündet ihre Klassenlehrerin Miss Cornfield, dass demnächst jedes Kind in der Klasse ein magisches Tier als Begleiter bekommt. Ausgerechnet die beiden Außenseiter Ida und Benni erhalten als erste ihre neuen Gefährten, die Freunde fürs Leben werden sollen. Ida wird der Fuchs Rabbat an die Seite gestellt, Benni die Schildkröte Henrietta. Die magischen Tiere können nicht nur sprechen, sie haben alle auch einen ganz eigenen Charakter. Während Henrietta zwar etwas langsam ist, aber dafür fast 200 Jahre alt und sehr weise, ist Rabbat ebenso pfiffig wie gewitzt. Durch Rabbat wird Ida plötzlich zum Klassenstar und jeder möchte mit ihr befreundet sein. Benni bleibt dagegen ein Außenseiter. Doch wenigstens kann er mit Henrietta Skateboard fahren und seine Leidenschaft für Piraten teilen. In der Schule gibt es noch andere Aufregung: Immer wieder verschwinden Gegenstände, ein Schuldieb treibt sein Unwesen! Wilde Verdächtigungen zirkulieren und die spannende Suche nach dem Täter beginnt.

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