Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Peinlich, peinlich

Zwar wurde Charlie Chan niemals von einem Asiaten gespielt, bei einem Film aus dem Jahr 1981 ist das aber weit weniger verständlich als bei der Reihe aus den 1930er und 1940er Jahren. So gut Peter Ustinov auch sein mag, in Yellow-Face und mit Stereotypen-Akzent macht er wahrlich keine gute Figur.
Den Ruhestand hat sich Charlie Chan redlich verdient, aber dann muss er doch noch einmal aktiv werden. Denn eine Reihe von mysteriösen Morden in San Francisco überfordern seinen Enkel Lee Chan Jr., der die Hilfe des alten Chan benötigt. Immerhin scheint es, dass die Morde auf das Konto der alten Erzfeindin des Meisterdetektivs gehen: der Drachenkönigin.

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin ist ein filmisches Zugunglück. Ein Werk, bei dem man nie sicher ist, ob es nun als Parodie gedacht ist, oder ernsthaft eine Fortführung der Charlie-Chan-Reihe darstellen soll. Zu sehr ist sich das Werk uneins, ergeht sich in albernen Slapstick-Einlagen, versucht dann aber wiederum, eine ernsthafte Note anzuschlagen. Das Ergebnis ist nicht weniger als ein Fiasko, durchaus vergleichbar mit Peter Sellers‘ Film Das boshafte Spiel des Dr. Fu Manchu, der fast zeitgleich erschien und kein bisschen weniger peinlich ist.

Dass gerade die alten Detektive auch durchaus witzig, aber auch respektvoll behandelt werden können, hat ein paar Jahre zuvor Eine Leiche zum Dessert gezeigt. Davon ist diese Charlie-Chan-Travestie aber weit entfernt. Es gibt nur wenige Momente, die halbwegs ansprechend sind, so etwa die in Schwarzweiß gehaltenen Rückblicke, die als Hommage an die alten Filme noch am besten funktionieren. Aber auch hier ist schon augenkundig, dass sowohl Ustinov, als auch seine Kollegen auf Teufel komm raus chargieren. Das kann man im Theater machen, damit die Zuschauer der letzten Reihe auch noch erkennen, was sich im Gesicht der Mimen abspielt, aber im Film ist es einfach nur peinlich.

Unsicher muss man sein, wer sich nun mehr blamiert: Peter Ustinov oder Roddy McDowall. Letzten Endes sind beide kräftig am Übertreiben, inklusive einiger Slapstick-Einlagen, die allenfalls noch kleinen Kindern einen Lacher abringen können. Kuriosität am Rande: Michelle Pfeiffer ist hier in einer ihrer ersten Filmrollen zu sehen.

Im Bonusmaterial gibt es übrigens noch Charlie Chan in London mit Warner Oland. Ein schöner Bonus, der aber auch überdeutlich zeigt, warum die 1981er-Produktion so unheimlich schlecht ist.

Charlie Chan und der Fluch der Drachenkönigin

Zwar wurde Charlie Chan niemals von einem Asiaten gespielt, bei einem Film aus dem Jahr 1981 ist das aber weit weniger verständlich als bei der Reihe aus den 1930er und 1940er Jahren. So gut Peter Ustinov auch sein mag, in Yellow-Face und mit Stereotypen-Akzent macht er wahrlich keine gute Figur.
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