Honest Thief (2020)

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Die Pandemie zeitigt ihre Folgen. Liam Neesons neuer Film erscheint direkt fürs Heimkino, Ende Januar 2021 als Video-on-Demand, Anfang April auf DVD und Blu-ray. Darin gibt der Hüne einen schlagkräftigen Dieb. Doch wollte er Actionfilme nicht an den Nagel hängen?

Honest Thief (2020)

Eine Filmkritik von Falk Straub

Diebe wie er

Nein, das ist kein Scherz, auch wenn die DVD und Blu-ray dieses Films am 1. April 2021 auf den Markt kommt. Allen Beteuerungen zum Trotz, mit seinen brachialen Rollen demnächst Schluss zu machen, spielt Liam Neeson schon wieder einen Actionhelden wider Willen. Und ein Blick auf kommende Filme offenbart, dass das noch eine Weile so weitergehen wird. Wer den einstigen Charakterdarsteller für eben solche einfach gestrickten Charaktere liebt, kann Neeson jetzt als ehrlichen Dieb erleben. Und wer nicht bis April warten will, hat dazu via Video-on-Demand bereits ab 28. Januar Gelegenheit.

Der Auftakt macht kurz Hoffnung auf etwas anderes, das sich dem inzwischen von Neesons Actionfilmen gewohnten Schema F entzieht. Denn seine Figur Tom Dolan will reinen Tisch machen. Zig Banken hat Dolan rund um die Ostküstenmetropole Boston bestohlen. Weil der Safeknacker dabei so geräusch-, spur- und scheinbar mühelos vorging, haben ihm die Ermittlungsbehörden den Spitznamen „In-and-Out Bandit“ verpasst. Im Grunde könnte seine Einbruchsserie so weitergehen, doch dann lernt Dolan Annie Wilkins (Kate Walsh) kennen, die ausgerechnet dort arbeitet, wo er die geklaute Kohle bunkert. Liebe und Beruf – das verträgt sich einfach nicht.

Das schlechte Gewissen drückt Tom Dolan aufs Gemüt. Denn eigentlich bricht er nur wegen des Nervenkitzels in die Banken ein. Von den über die Jahre erbeuteten neun Millionen Dollar hat er keinen einzigen Cent ausgegeben. Um nicht ein Leben lang ein Geheimnis zwischen sich und Annie stehen zu haben, stellt sich Tom Dolan dem FBI und schlägt der Bundesbehörde einen Deal vor. Er gibt das gesamte Geld zurück und wandert dafür nur zwei Jahre ins Kittchen.

Bis hierhin hätte Honest Thief noch ein Beziehungsdrama werden können, das der Frage nachgeht, ob die Liebe einen Gefängnisaufenthalt übersteht. Dass der Regisseur, Co-Autor und Co-Produzent Mark Williams dann allerdings die erwartbare Richtung einschlägt, sieht man den FBI-Mitarbeitern schon an der Nasenspitze an. Spätestens als Agent Samuel Baker (Robert Patrick) und sein Kollege Sean Meyers (Jeffrey Donovan) den leidigen Fall an ihre Untergebenen John Nivens (Jai Courtney) und Ramon Hall (Anthony Ramos) delegieren, ist klar, dass die Geschichte für Tom Dolan nicht gut ausgehen wird. Der ehrliche Dieb trifft auf schmutzige Cops.

Zum Glück ist Dolan nicht nur Sprengstoffexperte, sondern auch ein Berufssoldat im Ruhestand, was ihm beim Umgang mit Schusswaffen und im Nahkampf sehr gelegen kommt. Die bösen Buben lernen einfach nie dazu! Inzwischen sollten sie wissen, dass sie sich nicht mit einem alten Mann anlegen sollten, wenn er von Liam Neeson gespielt wird. Zum Glück für das Publikum offenbaren Nivens und Hall auch in puncto Genrekino einige Wissenslücken und tappen in die Fallen, die ihnen der rüstige Einbrecher stellt.

Mark Williams hat all das solide und durchaus spannend inszeniert. Und auch das Ensemble spielt die überraschungsarme Geschichte mehr als ordentlich zu Ende. Wer allerdings atemlose Action und atemberaubende Stunts wie in 96 Hours erwartet, mit dem Neeson im vorvergangenen Jahrzehnt auf den Actionzug aufsprang, der sitzt vor dem falschen Film. Neeson, der sich schon in der Taken-Reihe nicht mehr geschmeidig bewegte, geht inzwischen stramm auf die 70 zu. Dementsprechend löst sein ehrlicher Dieb nicht mehr alles mit den Fäusten und vieles mit Köpfchen. Diese deutlich ruhigere, überlegtere Action steht ihm gut zu Gesicht.

Honest Thief (2020)

Ein berüchtigter Bankräuber (Liam Neeson) versucht sein Leben zu ändern und fortan anständig zu bleiben, weil er sich verliebt hat. Doch als er erkennen muss, dass das FBI völlig korrupt ist, muss er zurückschlagen, um seinen Namen und seinen Ruf reinzuwaschen.

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