Intrigo - In Liebe Agnes (2019)

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Mit „Intrigo – In Liebe, Agnes“ findet die von Daniel Alfredson inszenierte Film-Trilogie ihren Abschluss, in welchem Carla Juri und Gemma Chan für Spannung sorgen sollen. Doch gelingt dies?

Intrigo - In Liebe Agnes (2019)

Eine Filmkritik von Andreas Köhnemann

Mörderischer Pakt zwischen (Ex-)Freundinnen

Auf Intrigo – Tod eines Autors, der im Herbst 2018 in Deutschland anlief, folgen nun zum selben Kinostarttermin mit Intrigo – Samaria und „Intrigo – In Liebe, Agnes“ der zweite und dritte Teil der filmischen Intrigo-Trilogie nach literarischen Vorlagen des schwedischen Schriftstellers Håkan Nesser. Die Plots der Werke sind völlig eigenständig; der einzige Überschneidungspunkt der Handlung ist ein Lokal mit dem Namen Intrigo. Abermals nahm Daniel Alfredson auf dem Regiestuhl Platz und adaptierte zusammen mit Birgitta Bongenhielm eine Geschichte von Nesser – in diesem Fall den 160-seitigen Briefroman In Liebe, Agnes, welcher 2002 in Schweden und 2006 in Deutschland publiziert wurde.

Zu Beginn verliert die Titelheldin (Carla Juri) ihren deutlich älteren Ehemann und muss sich mit den beiden erwachsenen Kindern ihres verstorbenen Gatten aus erster Ehe auseinandersetzen. Auf der Beerdigung begegnet Agnes zu ihrer großen Verwunderung ihrer einstigen Jugendfreundin Henny (Gemma Chan) wieder. Bald stellt sich heraus, dass Henny aufgrund eines ungewöhnlichen Anliegens den Kontakt nach vielen Jahren der Funkstille wieder aufzunehmen versucht: Sie möchte Agnes als Auftragsmörderin engagieren, um ihren untreuen und äußerst unsensiblen Ehemann Peter (Jamie Sives) zu töten. Agnes könnte das Geld, das Henny ihr bietet, gut gebrauchen, um das Haus, in dem sie momentan noch lebt, kaufen zu können. Und so nimmt sie den Auftrag an.

Wie schon in Intrigo – Samaria werden auch im Abschluss der Intrigo-Trilogie etliche Rückblenden eingesetzt, um nach und nach zu veranschaulichen, wie einzelne Dinge miteinander zusammenhängen, wie die Beziehungen der Figuren entstanden sind und sich entwickelt haben. So wartet Intrigo – In Liebe, Agnes zwar mit ein paar Wendungen auf – allzu schlüssig mutet das Geschehen allerdings nicht an. Während die Motive von Agnes und Henny zunächst gänzlich unklar sind, vermögen sie selbst am Ende nicht wirklich Sinn zu ergeben. Und obwohl das Kriminaldrama von Auftragsmord, Betrug, enttäuschter Freundschaft und Liebe erzählt, wirkt alles meist erstaunlich betulich. Lediglich in einer heftigen Konfrontationssequenz zwischen den beiden Frauen entstehen Spannung und Tempo; größtenteils laufen die Ereignisse ohne den erforderlichen Schwung ab – auch wenn die Kameraarbeit von Paweł Edelman erneut sehr ansehnliche Bilder hervorbringt.

Mit Carla Juri (Feuchtgebiete, Blade Runner 2049) und Gemma Chan (Humans, Captain Marvel) verfügt Intrigo – In Liebe, Agnes über zwei herausragende Schauspieltalente. In Ansätzen kann Juri ihre schon oft auf der Leinwand gezeigte Energie in den Passagen, die die Vergangenheit des Frauen-Duos beleuchten, demonstrieren; letztlich ist sie jedoch ebenso wie ihre Kollegin einer unstimmigen Figurenzeichnung sowie einem schwachen Drehbuch unterworfen. Das Nebenpersonal bleibt völlig blass und eindimensional – und auch die Schilderung des Milieus, in dem sich die Beteiligten bewegen, ist von Klischees bestimmt.

Intrigo - In Liebe Agnes (2019)

Nach dem Tod ihres Ehemannes trifft Agnes auf ihre frühere Freundin Henny, die sich gerne mit ihr aussöhnen möchte. Doch der Preis für die Wiederbelebung der Freundschaft ist hoch …

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