The Good Night

The Good Night

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Wenn einen Mann in der so genannten Lebensmitte eine heftige Krise ereilt, kann dieser Ausnahmezustand die unterschiedlichsten Ausformungen annehmen. In der komödiantischen Romanze des US-amerikanischen Spielfilmdebütanten Jake Paltrow, der auch das Drehbuch verfasste, verfängt sich der abgetakelte Held unter diesen Umständen in intensiven Träumereien über eine ebenso aparte wie erotische Unbekannte, die sein gesamtes Leben zu beherrschen beginnen. Dabei wartet The Good Night – Träum weiter ... mit einem ansehnlichen Star-Ensemble auf, zu dem neben Penélope Cruz und Danny DeVito auch Gwyneth Paltrow gehört, die ältere Schwester des Regisseurs.
Konnte er auch einst mit seiner Band einen Hit landen, auf dessen längst vergilbte Lorbeeren er sich noch immer beruft, ist der Komponist Gary (Martin Freeman) längst in die perfide Werbebranche abgerutscht, was ihm seine Freundin Dora (Gwyneth Paltrow) während eines Streits dann auch deutlich als anhaltenden Abstieg vorwirft. Die Gemeinsamkeiten der beiden haben sich zunehmend auf halbherzige Rituale reduziert, und als eines Tages die überaus anziehende und liebevolle Anna (Penélope Cruz) in Form einer wiederkehrenden Traumgestalt Einzug in Garys Nächte hält, erweitert sich die Distanz des Paares noch einmal drastisch. Denn der unzufriedene Musiker verlagert den Schwerpunkt seiner Existenz nunmehr immer stärker auf einen intensiven Schlaf, der ihm romantisch-heiße Episodenträume mit der Schönen beschert. Unterstützt wird Gary dabei von dem schrägen Traumexperten Mel (Danny DeVito), der seine Konzentration aus Enttäuschung der wachen Welt gegenüber ganz auf seine Schlaferlebnisse gerichtet hat und so manche brauchbare Technik zur Intensivierung dieser Haltung vermitteln kann.

Als Dora für eine Weile aus der gemeinsamen Wohnung flüchtet, gibt sich Gary ganz den Begegnungen mit seiner Traumfrau hin, die allerdings nicht mehr ganz so traumhaft verlaufen. Eines Tages versetzt ihn ein vorüberfahrender Bus in helle Aufregung, denn er glaubt seine Anna in der aufgedruckten Reklame zu erkennen. Durch die Vermittlung seines langjährigen, ungleich erfolgreicheren Freundes Paul (Simon Pegg) gelingt es ihm, das hübsche Werbemodell kennen zu lernen, doch die energische Frau gleicht charakterlich so gar nicht dem sanften Liebchen aus seinen Träumen, zumal sie Gary offensichtlich rasch für einen Spinner hält ...

The Good Night – Träum weiter ... präsentiert sich als eine Komödie der leisen Töne, die sich nur selten in kleinen Albernheiten verzettelt und vielmehr des Öfteren recht ernsthafte Aspekte anstößt. Da erwischt beispielsweise die beleidigte Dora ihren Freund beim Onanieren, eine Intimität, die sie ihm nicht zugesteht – ein Thema mit nicht unbeträchtlicher Brisanz in Paarbeziehungen. Oder die Figur des konsequent träumerischen Melancholikers Mel, ganz trefflich und gerade einmal nicht typisch überzeichnet von Danny DeVito verkörpert, die sich mit philosophischer Konsequenz einer nachhaltigen Weltflucht hingibt. Kein übles Debüt ist Jake Paltrow mit diesem Film gelungen, dem ansatzweise der Charakter einer sanften Gesellschaftssatire anhaftet und der nicht zuletzt die beinahe allzu banale, nichtsdestotrotz bemerkenswerte Weisheit transportiert, dass eine Traumfrau dort am besten aufgehoben ist, wo ihre Bezeichnung sie verortet: eben in Träumen.

The Good Night

Wenn einen Mann in der so genannten Lebensmitte eine heftige Krise ereilt, kann dieser Ausnahmezustand die unterschiedlichsten Ausformungen annehmen. In der komödiantischen Romanze des US-amerikanischen Spielfilmdebütanten Jake Paltrow, der auch das Drehbuch verfasste, verfängt sich der abgetakelte Held unter diesen Umständen in intensiven Träumereien über eine ebenso aparte wie erotische Unbekannte, die sein gesamtes Leben zu beherrschen beginnen.
  • Trailer
  • Bilder

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Weitere Filme von

Jake Paltrow