Kidnapped - Die Entführung des Reagan Pearce

Kidnapped - Die Entführung des Reagan Pearce

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Spielt Ryan Philippe sich selbst?

Ein abgehalfterter Ex-Star muss irgendwo am Ende der Welt in einem kleinen schäbigen B-Film mitspielen. Er hat schon bessere Zeiten erlebt und hofft darauf, dass die auch wiederkommen. Aber jetzt ist er 40 und die Zukunft sieht nicht rosig aus. Nein, es geht nicht um Ryan Phillipe. Aber er dürfte sich selbst durchaus als Vorbild genommen haben, als er zusammen mit Joe Gossett das Drehbuch geschrieben hat. Sein Alter Ego hat sogar dieselben Initialen.
Reagan Pierce ist in Shreveport, um einen Film zu drehen. Am Morgen wird er abgeholt, um zum Drehort zu fahren. Aber: Die beiden Männer, die ihn auflesen, gehören nicht zur Produktion. Mike und Junior entführen Reagan, bringen ihn in eine Hütte mitten im gottverlassenen Sumpf und fesseln ihn. Reagan glaubt, dass die zwei Männer Lösegeld wollen, doch weit gefehlt. Mike will Rache, denn Reagan hat mit seiner Frau geschlafen. Nun will er zuerst den Ruf des Schauspielers vernichten und danach auch ihn.

In seinem Regiedebüt liefert Philippe eine durchaus starke Leistung ab. Seine Figur ist zwar nicht besonders vielschichtig, in diesem Kammerspiel mit gerade mal drei Hauptdarstellern steht er aber ständig im Mittelpunkt – durchaus eine Herausforderung, wenn man zugleich Regie führt.

Kidnapped ist zum Teil Folterhorror, zum Teil Thriller, vor allem aber eine psychologische Studie, bei der sich Junior als das Herz des Films herauskristallisiert. Nicht, weil er ein solch angenehmer Zeitgenosse wäre, sondern weil er die größte Reise durchmacht - als Mitläufer zum möglichen Retter und darüber hinaus. Der simple Mann ist hin- und hergerissen, ebenso wie die Sympathien des Zuschauers, der zuerst glaubt, Junior könnte die Rettung sein, dann aber wieder eines anderen belehrt wird. Das Skript ist clever gestaltet und die Darstellung wird dem gerecht. So ergibt sich eine dichte Erzählung, die darüber hinaus mit einem kleinen, durchaus bissigen Kommentar auf die sozialen Medien und die Promi-Berichterstattung aufweist.

Der Schachzug, dass Mike seinen Nebenbuhler nicht nur töten, sondern zuvor seinen Ruf völlig vernichten will, ist gelungen und erhebt Kidnapped über seine ansonsten nicht besonders originelle, aber dichte Handlung. Nur an eines hat der gute Mike nicht gedacht: Wie kann man den Ruf eines Promis vernichten, der ohnehin selbst schon ausgiebig daran gearbeitet hat?

Kidnapped - Die Entführung des Reagan Pearce

Ein abgehalfterter Ex-Star muss irgendwo am Ende der Welt in einem kleinen schäbigen B-Film mitspielen. Er hat schon bessere Zeiten erlebt und hofft darauf, dass die auch wiederkommen. Aber jetzt ist er 40 und die Zukunft sieht nicht rosig aus. Nein, es geht nicht um Ryan Phillipe. Aber er dürfte sich selbst durchaus als Vorbild genommen haben, als er zusammen mit Joe Gossett das Drehbuch geschrieben hat. Sein Alter Ego hat sogar dieselben Initialen.
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