Burn after Reading

Burn after Reading

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Im Land der coolen Idioten

Schön, dass manche genialen Einfälle der Filmgeschichte einfach nicht totzukriegen sind. Alfred Hitchcocks MacGuffin etwa, ein handlungsauslösender Gegenstand, von dem man meist wenig bis gar nichts erfährt, erfreut sich auch nach vielen Jahrzehnten großer Beliebtheit. Als wahre Meister des MacGuffin erweisen sich wieder einmal Joel und Ethan Coen in ihrem neuen Film Burn after Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? / Burn after Reading, bei dem sie ausgehend vom Fund einer CD-ROM mit angeblichem Geheimmaterial die Handlung immer weiter ins Absurde treiben – zum Vergnügen der Zuschauer.
Die beiden glücklichen Finder des Datenträgers, Linda Litzke (Frances McDormand) und Chad Felsenheimer (Brad Pitt) arbeiten in einem Fitness-Studio mit dem schönen Namen „Hardbodies“ und sehen in dem Geheimmaterial endlich die Chance, den großen Coup zu landen. Doch weil Verbrecher im Universum der Coens meist selten dämliche Zeitgenossen sind, geht auch bei diesem Erpressungsversuch so ziemlich alles schief, was man sich nur denken kann. Denn der trunksüchtige Besitzer der CD-ROM, ein gefeuerter Ex-CIA-Mitarbeiter namens Osborne „Ozzy“ Cox (John Malkovich), der zudem mit seiner Frau Katie (Tilda Swinton) im Clinch liegt, denkt nicht im Traum daran, auf die tölpelhaften Erpressungsversuche einzugehen. Auch Plan B funktioniert nicht, denn der russische Geheimdienst hat für die vermeintlich brisanten Informationen nur ein kühles Lächeln übrig.

Stattdessen rufen die "Enthüllungen" den CIA auf den Plan: Doch weil niemand aus dem Wirrwarr so richtig schlau wird, beschließt man, zuerst einmal alle Beteiligten überwachen zu lassen. Allerdings ist gar nicht so einfach, in dem Durcheinander den Überblick zu behalten: Denn mit Katies Lover, dem sexsüchtigen und ziemlich paranoiden Regierungsbeamten Harry Pfarrer (George Clooney), der im Laufe eines One-Night-Stands auch auf Linda trifft, mischt auch noch ein weiterer Akteur mit...

Wahrscheinlich könnte man diesen Film auch mit verbundenen Augen allein anhand der Story und der Dialogen ohne Mühe als ein Werk aus der Hand der beiden verschrobenen Brüder Joel und Ethan Coen ausmachen. Was nun aber wirklich nicht dagegen sprechen sollte, sich diesen Film im Kino anzuschauen – im Gegenteil. Mit Sicherheit ist Burn after Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? / Burn after Reading nicht der ganz große Wurf der Coens geworden, doch das Werk schlägt immer noch den Großteil anderer Filme, die derzeit im Kino zu sehen sind, um Längen in Sachen schrägem Humor und cooler Nonchalance. Wie in The Big Lebowski, Fargo und dem ungleich düstereren No Country for Old Men sind es auch wieder einmal die schrägen Typen mit allen ihren kleinen und großen Marotten, die den Unterschied machen. Hypochondrie, Sexsucht, Alkoholprobleme, die lieben Mühen mit dem Alter und natürlich der alltägliche Trouble mit der Liebe sowie etliche andere Macken sind es, die diesen Film wieder einmal wie ein Panoptikum menschlicher Unzulänglichkeiten erscheinen lassen.

Dass sich hier mit George Clooney und Brad Pitt zwei der schönsten Männer Hollywoods voller kindlicher Freude am Spiel zum Deppen machen, spricht für den Kultstatus, den die Coens mittlerweile erreicht haben – schließlich fallen die beiden schönsten Männer der Filmwelt nicht gerade durch gelungene Haar- bzw. Barttracht auf. Ein wenig beunruhigt ob seines Images zeigte sich George Clooney aber schon: Denn wenn die Coens beim Schreiben ihrer Figuren bereits an ihn und Brad Pitt gedacht hätten, was sage das dann über die Schauspieler aus, ließ er auf der Pressekonferenz in Venedig mit einem Augenzwinkern vernehmen. Für Clooney jedenfalls bildet der Film den Abschluss einer persönlichen Idioten-Trilogie mit den Coens, die ihren Anfang mit O Brother, Where Art Thou?(2000) nahm und mit Ein (un)möglicher Härtefall / Intolerable Cruelty (2003) fortgesetzt wurde.

Die nächsten Projekte der Coens liegen bereits auf dem Tisch bzw. sind in der Vorbereitung – mit A Serious Man widmen sich die Coens ihrer Kindheit in St. Louis Park, Minnesota, danach, so munkelt man, haben sich die beiden Filmemacher Michael Chabons Buch Die Vereinigung jiddischer Polizisten vorgenommen. Das lässt einiges erwarten. Angesichts des enormen Outputs, den Joel und Ethan Coen vorlegen, überwiegt neben der Freude auf die neuen Werke aus der Skurrilitätenschmiede ein klein wenig die Sorge, dass nach dem Gesetz der Serie nun eigentlich mal wieder ein richtig schwacher Film der beiden Brüder fällig wäre. Aber man lässt sich ja gerne vom Gegenteil überzeugen. Zumal dann, wenn die Überzeugungsarbeit so kurzweilig ausfällt wie bei diesem Film.

Burn after Reading

Schön, dass manche genialen Einfälle der Filmgeschichte einfach nicht totzukriegen sind. Alfred Hitchcocks MacGuffin etwa, ein handlungsauslösender Gegenstand, von dem man meist wenig bis gar nichts erfährt, erfreut sich auch nach vielen Jahrzehnten großer Beliebtheit.
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Burn after Reading – Wer verbrennt sich hier die Finger? / Burn after Reading von Joel und Ethan Coen
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Burn After Reading - Trailer (englisch)
Burn After Reading - Trailer (deutsch)
Meinungen
tinkerbell · 21.11.2008

hey sharky, vielleicht hilft der augenarzt weiter ;) ernsthaft: mit dem humor ist das so eine sache. entweder man hat ihn - oder nicht! vielleicht nicht der beste von den coens, aber fiasko... NO WAY!

Sharky · 20.11.2008

Der Film ist echt ein Fiasko...So schlecht habe ich ein Film noch nie gesehen...

Gast · 10.11.2008

Haben den Film im Original gesehen und uns super amüsiert. Dieser Film hat keine logisch aufgebaute Handlung, ist voller absurder Dialoge und die Hauptfiguren sind eine Ansammlung von Deppen, die mehr oder weniger zufällig miteinander zu tun und keinerlei Überblick haben und sich von einem Schlamassel in den nächsten manövrieren, aber alles mit einem Anstrich von Ernsthaftigkeit. Und einfach herrlich ist schon das lächerliche Styling der Darsteller. Nicht nur wir, sondern auch die anderen Besucher fanden den Film zum Schreien komisch- als wir da waren, lachte ständig der ganze Saal. Ich vermute, dass die Synchronisation die Komik verschluckt haben könnte?

TOM · 07.11.2008

ich liebe diese art von humor. genialer streifen...

Sabrina · 04.11.2008

Also ich fand den Film mehr als schlecht. Ehrlich gesagt war ich drauf und dran nach den ersten 20 Minuten das Kino zu verlassen, habe ihn dann aber doch noch bis zum Ende "angeguckt".
Vorher habe ich gelesen das es eine Komödie ist, dieser Meinung bin ich abslout nicht....oder ich habe kein Humor (was ganz und gar nicht der fall ist.)
Naja mein Resultat: langweiliger Film, weder Lustig noch unterhaltsam...:(

Felix · 27.10.2008

uups wolfgang! sorry about your sense of humour... SMILE!

Wolfgang · 23.10.2008

selten so viel Schrott gesehen, schade um die vergeudete Zeit. Lachen: Fehlanzeige, nichts der gleichen in der Vorstellung vernommen. Leute, spart euch das Geld für sehenswerteres!

· 23.10.2008

ein echter coen: einfach genial!

Zappa · 22.10.2008

ohne Vorahnung einfach ins Kinokannte die Coens gar nicht ... auch nicht den aktuellen Hipe... habe mich köstlich amüsiert und fand den Film klasse.

may · 22.10.2008

wir haben uns den film zu fünft in dublin angeschaut.selbst der größte fan der coen brüder musste feststellen,dass dieser film nichts wert ist.
Fargo war spitze!! aber hier glaubten sie wohl,je mehr Filmstars,desto beliebter und besser der Film.
weit gefehlt-weniger ist mehr!

thorec · 20.10.2008

Fand den Film extrem langweilig und sinnlos. Am deutlichsten wurde das durch das völlig stille Publikum im Saal, das in der gesamten Zeit ca. dreimal höflich gelächelt hat.

cinemasüchtiger · 18.10.2008

Also ich habe mich 96Min. zunehmend amüsiert, wenn nicht sogar mehr. Halte die Coen's wirklich für Naturtalente und hätte es nicht geglaubt, daß sie nach ihrem letzten Ausflug ins Ultrabrutale, solch einen lustigen Film hinbekommen würden. Die Spielfreude der fünf Hauptdarsteller sollte sich wirklich auf einigermaßen sensible Zuschauer übertragen! Allerdings scheint sich in den Kinos leider immer mehr eine Gaststätten-Mentalität einzuschleichen, die das Goutieren von Kultur doch stark kontert.

Romina von Degen · 14.10.2008

Welch schlechter Film! Ich war gestern in Kino und kann es nicht fassen, dass die Kritiker so einen Schwachsinn in den Himmel loben. Absolut ohne Niveau prasseln Fäkalwörter auf die Zuschauer ein, die Geschichte ist nicht "satirisch überspitzt", sondern einfach nur doof!!! Das soll Spielfreude sein ? Für mich ist das Geldmacherei mit berühmten Namen für kritikfreie Zuschauer.

fred · 12.10.2008

sandra du hast doch keine ahnung

· 11.10.2008

Definitiver Fall von Humormangel bei einigen hier :-) Macht Euch mal locker. Sicher nicht der stärkste Film der Coens, aber immer noch weit über dem Durchschnitt.

Sandra · 11.10.2008

GROTTENSCHLECHT!!!

Also, ich habe mir gestern den Film angesehen und er war sowas von schlecht und langweilig! Ich war mit 3 weiteren Freunden drin und die waren ebenso enttäuscht davon! Das Brad Pitt und George Clooney es überhaupt nötig haben in solch einem schlechten Film mitzuspielen! Wir waren schon frühzeitig am überlegen die Vorstellung zu verlassen, haben dieses aus Rücksicht zu den anderen Gästen (wg. Unruhe) aber nicht getan!
Nach den ersten Szenen dachte man so, jetzt muß es doch endlich mal losgehen, es muß doch mal ne gescheite Handlung passieren! *warte* *warte* *warte* ... und plötzlich kam der Schlußtrailer!

Also, der Film ist der schlechteste den ich bzw. wir je gesehen haben und schade um das Eintrittsgeld!

Ich kann den Film wirklich in KEINSTER WEISE WEITEREMPFEHLEN!

tine · 11.10.2008

schließe mich dA cLAUDIA an.. extrem niveaulos...hab schon lange nich mehr überlegt den Kinosaal frühzeitig zu verlassen.. dieses mal waren die gedanken da..

schlecht.. schlecht.. schlecht...

Micha · 08.10.2008

so einen quatsch habe ich noch nie gesehen. keine handlung, top-schauspieler auf amateurniveau. bin geschockt. wie man diesen film in den himmel loben kann ist mir ein rätsel. leute wo ist den euer anspruch geblieben.

Claudia · 09.10.2008

ich versteh nicht wie so ein Niveau-loser Film in die Kino´s kommt. das schlimmste daran ist, dass von den Leuten im Saal nur an 2 Stellen gelacht worden ist und das genau an den brutalsten. Da braucht man sich nicht mehr über die Gewalt unserer Jugend wundern!

Becks · 07.10.2008

Wow, grad ausm Kino wieder da und der Film hat mich echt begeistert! Genial!!!

· 07.10.2008

Ich muß sagen, dass war der schlechteste Film den ich je gesehen habe. Nach dummen, schier endlosen 96 Minuten war es endlich vorbei. Wie können 2 Superstars nur in so einem Mist mitspielen. Der Film hat keine Handlung und ist einfach nur dumm.

Anny · 06.10.2008

Ein grandios-komischer Film! Ich bin ohne jegliche Kenntnisse über den Film ins Kino gegangen und begeistert wieder rausgekommen ;-) Freu mich schon auf die Dvd

anne · 04.10.2008

schön kurzweilig. lohnt sich einfach.

Kommentare

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Titel
Burn after Reading
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Startdatum
FSK
12

Daten und Fakten

Produktionsland
Jahr
0 - 2008
Filmlänge
96 Min
Filmverleih
DVD
Veröffentlichung
Spielzeit DVD
92 Min
Bildformat
16:9
Sprache(n) & Ton
Dolby Digital 5.1, Deutsch, Englisch
Extras
Keine
DVD-Vertrieb
Blu-Ray
VoD & Streaming
TV

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