The Hunter (2011/II)

The Hunter (2011/II)

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Jäger und Gejagte

Willem Dafoe ist für seine unkonventionelle Rollenwahl bekannt. Platoon, Wild at Heart und Shadow of the Vampire sind nur drei seiner Filme, die durch seine Glanzleistungen aufgewertet wurden. Immer wieder wechselt Dafoe zwischen Kommerz (Spider-Man) zu kleinen Indieproduktionen (Miral) und das mit einer Leichtigkeit, wie kaum ein anderer Schauspieler.
In The Hunter ist es einmal mehr er, der den Film trägt und dessen Gesicht mehr erzählt, als er selbst als wortkarger Söldner. Basierend auf dem Roman von Julia Leigh kann Dafoe bei diesem Öko-Thriller wieder all sein Talent in die Waagschale werfen und brilliert von der ersten Minute an.

Martin David (Willem Dafoe) ist eine Art Söldner, der unmögliche Aufträge annimmt. Diesmal soll er für einen mysteriösen Biotech-Konzern in der Wildnis Tasmaniens den letzten lebenden Tasmanischen Tiger finden, Proben entnehmen und ihn auf Nimmerwiedersehen verschwinden lassen. Unterkunft findet Martin, der sonst nur in den Metropolen der Welt unterwegs ist, bei Lucy (Frances O'Connor) und ihren zwei Kindern Sass (Morgana Davies) und Bike (Finn Woodlock). Lucys Mann ist seit einem Jahr in der Wildnis verschollen und David ahnt bald, was hinter dem Verschwinden steckt. Jack (Sam Neill), ein Freund der Familie und offenbar an Lucy interessiert, hilft Martin zwar wo er nur kann, doch scheint er ein doppeltes Spiel zu spielen. Während Martin immer mehr mit der Natur um ihn herum verschmilzt, werden seine Auftraggeber unruhig und schicken einen zweiten Mann hinterher...

The Hunter besticht nicht nur durch großartige Schauspielleistungen, auch die Aufnahmen der wilden und ungebändigten Natur Tasmaniens sind ein Ereignis. Eine Schande, dass der Film nicht in unseren Kinos lief. Es wurde des öfteren bemängelt, dass The Hunter langweilig wäre. Nun, dem ist natürlich nur so, wenn man heftige Action erwartet. The Hunter erzählt in einem ruhigen, intensiven Tempo, nimmt sich Zeit für Charaktere und will auch gar nicht so etwas wie Mörderischer Vorsprung sein. Vielmehr steht an erster Stelle ein zerissener Charakter (Dafoe), der durch diesen, anderen als seine früheren Aufträge, erkennt, dass sein Leben eine andere Richtung benötigt. Großes emotionales und bildgewaltiges Kino, wie es sein soll.

The Hunter (2011/II)

Willem Dafoe ist für seine unkonventionelle Rollenwahl bekannt. "Platoon", "Wild at Heart" und "Shadow of the Vampire" sind nur drei seiner Filme, die durch seine Glanzleistungen aufgewertet wurden. Immer wieder wechselt Dafoe zwischen Kommerz ("Spider-Man") zu kleinen Indieproduktionen ("Miral") und das mit einer Leichtigkeit, wie kaum ein anderer Schauspieler.
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