Quatsch und die Nasenbärbande

Quatsch und die Nasenbärbande

Eine Filmkritik von Stefan Otto

Schluss mit dem Durchschnitt!

Bollersdorf ist ein kleiner, gewöhnlicher Ort. So gewöhnlich und durchschnittlich, dass er der Gesellschaft für Konsumentenforschung, der GKF, bestens geeignet scheint, hier neuartige Produkte zu testen, bevor sie auf den Markt kommen. In Bollersdorf leben Otto Normalverbraucher, Sabine Mustermann und Familie Nullachtfünfzehn. Aber auch Ben, Lene, Max, Paul, Rieke und Suse, die zusammen mit ihrem Nasenbären Quatsch die Nasenbärbande bilden.
Die Stadtoberen sind stolz darauf, dass Bollersdorf als das normalste Dorf der Welt gilt. Damit das so bleibt, wird streng darauf geachtet, dass niemand aus der Reihe tanzt. Die Bollersdorfer sind durchschnittlich und wollen Durchschnitt bleiben. Aber da machen nicht alle mit: die Alten, besonders Opa Gustav (Achim Hübner), Punk Schorsch und die Nasenbärbande verweigern sich. Sie sind es bald leid, Versuchskaninchen der GKF zu sein, und ärgern sich besonders, als es heißt, ihr Nasenbär sei nicht statistisch genug und müsse verschwinden. Als auch noch alle Alten mit 68 Jahren ins Altersheim abgeschoben werden, gehen die Bollersdorfer Kindergartenkinder in den aktiven Widerstand. Hoch oben auf einem Baukran ist ihr Versteck.

Die Mitarbeiter der GKF (als Manager: Alexander Scheer) erinnern an Michael Endes Graue Herren, die zielgerichtet anarchischen Kinder an Alfalfa, Darla, Farina und die anderen aus Our Gang / Die kleinen Strolche. Was sie unternehmen, um ihre Kindheit und ganz Bollersdorf aus den Fesseln der Mittelmäßigkeit und Uniformität zu befreien, wird bei Veit Helmer zu einer Feier der Individiualität, Kreativität und grenzenlosen Einfallsreichtums. Wenn sie einen Weltrekord aufstellten, irgendeinen, dann ist Schluss mit der Normalität und dem Durchschnitt, überlegen die Kinder. Dann ist Bollersdorf etwas Besonderes.

Das Vorgehen der Nasenbärbande ist clever, rebellisch und nicht ungefährlich, geht aber immer glimpflich aus. Als ihre Schummeleien um das schnellste Pferd, den schwersten Fisch und die längste Bratwurst auffliegen, wollen sie - Plan B - aus Bollersdorf ein Technologiezentrum machen. Die Eltern, die ihnen dabei nur in die Quere kämen, versetzt die Nasenbärbande nachgerade terroristisch über das Leitungswasser in Schlaf. Unterwegs mit allen möglichen schweren Fahrzeugen, die Kinder so lieben, kommen die individuellen Neigungen und Fähigkeiten von Ben, Lene und den anderen zum Tragen, auch wenn alle Fahrten mit einem spektakulären Unfall enden. Irgendwann ist im Dorf nichts mehr heil, aber was übrig ist, lässt sich durchaus kreativ umbauen.

Ein echter Kinderfilm und dabei einer, an dem auch erwachsene Zuschauer großen Spaß haben können. Mit lebhaften Kinderdarstellern und prominent besetzt in den Erwachsenenrollen, vielfigurig, temporeich und mindestens so originell und phantasievoll wie die Jungen und die Alten von Bollersdorf.

Quatsch und die Nasenbärbande

Bollersdorf ist ein kleiner, gewöhnlicher Ort. So gewöhnlich und durchschnittlich, dass er der Gesellschaft für Konsumentenforschung, der GKF, bestens geeignet scheint, hier neuartige Produkte zu testen, bevor sie auf den Markt kommen. In Bollersdorf leben Otto Normalverbraucher, Sabine Mustermann und Familie Nullachtfünfzehn. Aber auch Ben, Lene, Max, Paul, Rieke und Suse, die zusammen mit ihrem Nasenbären Quatsch die Nasenbärbande bilden.
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