Pets 2 (2019)

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Chris Renaud, der kreative Kopf hinter den ersten beiden „Ich – Einfach unverbesserlich“-Filmen, schickt die tierischen Helden aus dem turbulenten Animationsstreifen „Pets“ in neue Abenteuer. Geht die Fortsetzung ans Herz oder bleibt sie ähnlich formelhaft wie der Vorgänger?

Pets 2 (2019)

Eine Filmkritik von Christopher Diekhaus

Haustiere im Einsatz

2016 entwickelte sich die Animationskomödie Pets aus dem Hause Illumination Entertainment, jener Produktionsschmiede, die auch für die erfolgreiche Ich – Einfach unverbesserlich-Reihe und deren Minions-Ableger verantwortlich zeichnet, zu einem veritablen Kassenschlager. Und das, obwohl der technisch überzeugende Trickstreifen eine emotional eher oberflächliche 08/15-Geschichte erzählte, die stellenweise in übertriebene Hektik verfiel. Angesichts des warmen Geldregens, der über die Macher herniederging, muss es nicht verwundern, dass nun eine Fortsetzung die Leinwände erobern soll. Regie führte erneut Chris Renaud, der dieses Mal Unterstützung von Jonathan del Val erhielt.

Nachdem sich Terrier-Mischling Max (deutsche Stimme: Jan Josef Liefers) mit dem zotteligen Neufundländer Duke (Dietmar Bär) angefreundet hat, den sein Frauchen Katie (Stefanie Heinzmann) eines Tages mit nach Hause brachte, scheint seine Welt wieder in bester Ordnung. Dummerweise lernt seine Besitzerin allerdings einen Mann kennen, verliebt sich in ihn und erwartet irgendwann ein Baby. Als der kleine Liam schließlich auf die Welt kommt, ist Max zunächst bedient, da er schreiende Kinder nicht leiden kann. Der kleine Fratz gewinnt jedoch sehr schnell sein Herz. Und schon bald setzt der zunehmend gestresste Vierbeiner alles daran, Katies Sohn vor den in der Großstadt lauernden Gefahren zu bewahren. Eine willkommene Abwechslung verspricht ein Ausflug aufs Land, der aber ebenfalls seine Tücken hat.

Während Max und Duke in das raue Leben auf einem Bauernhof eintauchen, wird es auch in New York nicht langweilig. Bei einem ihrer Streifzüge durch die Nachbarschaft verliert Zwergspitz-Dame Gidget (Jella Haase) das Lieblingsspielzeug ihres heimlichen Schwarms Max, auf das sie eigentlich Acht geben wollte. Um das kleine Gummigeschöpf zurückzuholen, muss sie sich als Katze verkleiden und in eine Wohnung steigen, in der es vor Miezen nur so wimmelt. Parallel erklärt sich das quirlige Kaninchen Snowball (Fahri Yardim) auf Bitten der Shih-Tzu-Hündin Daisy (Senna Gammour) bereit, im Gewand des Superhelden Captain Snowball einen weißen Tiger namens Hu aus den Fängen eines grausamen Zirkusdirektors zu befreien.

Das Erfreuliche vorweg: Die zuweilen hyperaktive Aufmachung des ersten Teils drosselt Renaud im Nachfolger spürbar. Turbulente Actionszenen sind in Pets 2 – sieht man einmal vom stürmischen Finale ab – relativ ausgewogen auf die Gesamtlaufzeit verteilt. Erzählerisch gibt sich die Fortsetzung allerdings ähnlich ambitionslos wie der Vorgänger. Lange Zeit laufen die drei Handlungsstränge komplett isoliert nebeneinander her, um dann am Ende auf wenig elegante Weise zusammengeführt zu werden. Ergreifende Botschaften oder kluge Erkenntnisse vermittelt das von Bryan Lynch verfasste Drehbuch leider nicht, auch wenn einige durchaus spannende Aspekte angeschnitten werden: etwa das Phänomen der Helikoptereltern, das der Film auf den überfürsorglichen Terrier-Mischling Max überträgt.

Trotz seiner Malen-nach-Zahlen-Handlung bietet der abermals in bonbonbunten Farben erstrahlende Animationsspaß ausreichend Kurzweil, um vor allem das junge Publikum passabel zu unterhalten. Die regelmäßigen Schauplatzwechsel zwischen Metropole und Land sorgen für ständige Abwechslung. Das Wiedersehen mit alten Bekannten – zum Beispiel dem grummeligen Basset Pops (Dieter Hallervorden) – hat zwar oft den Charakter einer Nummernrevue, bringt aber so manchen witzigen Moment mit sich. Und überhaupt feuert die Haustierkomödie einige gelungene Gags ab, wie man an der Reaktion der bei der Kölner Pressevorführung anwesenden Kinder sehen und hören konnte. Pets 2 ist ein Trickfilmabenteuer, das keinem wehtut und knuffige Figuren auflaufen lässt, der häufig komplexeren Pixar-Konkurrenz aber deutlich hinterherhechelt. Bester Beweis dafür ist die im August 2019 startende Fortsetzungsproduktion A Toy Story: Alles hört auf kein Kommando, die Witz, Action und Gefühl mit etwas mehr Anspruch verbindet.

Pets 2 (2019)

Drei Jahre nach dem großen Sommerhit „Pets“ erzählt die Fortsetzung „Pets 2“ von neuen Abenteuern für Terrier Max und seinen neuen besten Freund, dem wuscheligen Duke. Kaum schließt sich morgens die Haustür, beginnt ein buntes Treiben, wenn die ansonsten ganz braven tierischen Mitbewohner ihrem eigenen, sehr turbulenten Leben nachgehen. Im neuen Abenteuer wird das geheime Leben der Haustiere noch mehr durcheinandergewirbelt, als plötzlich ein kleines Menschenbaby behütet werden muss und die neurotischen Großstadttiere es auch noch mit einer ganzen Reihe von Farmtieren zu tun bekommen.
 

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