Don Jon

Don Jon

Eine Filmkritik von Melanie Hoffmann

Jede Frau ist noch nicht genug!

Joseph Gordon-Levitt war in den USA ein Kinderstar. Einem breiten Publikum fiel er in Deutschland erst mit (500) Days of Summer, The Dark Knight Rises und Inception auf. Nun debütiert der 32jährige als Autorenfilmer. Für Don Jon schrieb er das Buch, führt souverän Regie und übernimmt gleich auch noch die Hauptrolle.
Jon hat als Sohn italienischer Einwanderer ein paar Dinge, die er über die Maßen schätzt: Die Familie, die katholische Kirche, seine Freunde, sein Auto, seine Wohnung … und er kriegt jede Frau rum, die er nur haben will, weswegen ihn seine Freunde gerne "Don Jon" (in Anlehnung an den berühmten Verführer Don Juan) nennen. Noch besser als Sex mit Frauen findet Jon allerdings Pornos. Ja, er ist süchtig nach ihnen und auch nachdem er ein Mädel abschleppen konnte, braucht er immer noch die Internetfilmchen. Immerhin stehen die rund um die Uhr zur Verfügung, haben keine Launen und sie stellen Sex immer von der schönen Seite dar. Als er die Proll-Prinzessin Barbara kennenlernt, könnte sie die eine sein, die ihn eventuell von seiner Sucht abbringen kann.

Joseph Gordon-Levitt begibt sich mit seinem Film nicht gerade in neue Gefilde. Die Komödie funktioniert nach klassischen Prinzipien: Exposition der Figuren, Fall des Protagonisten und Errettung. Aber für einen Erstling ist das ja auch keine dumme Idee. Man merkt dem Regisseur den routinierten und sicheren Umgang mit seinem Medium in jeder Szene an. Die RomCom hat Tempo, Stil, Witz und Hirn und macht einfach Spaß. Die kluge Schnitttechnik in der ersten Hälfte des Films vermittelt dem Zuschauer, dass Porno für Jon wie eine Droge ist. Dabei nutzt Gordon-Levitt Einstellungen wie wir sie aus Darren Aronofskys Requiem for a Dream kennen. Zudem spielt der Film klug mit Klischees. Jon handelt oft genug stark nach den Klischees italienischer Einwanderer. Doch das scheint alles Fassade, Pflichthandeln, Erwartungserfüllung zu sein. Der Blick hinter seine Fassade, die Enthüllung seines größten Hobbys macht den jungen Mann umso sympathischer und man lässt sich gern auf den Film ein.

Wo der Film dramaturgisch in bekannten Bahnen bleibt, bricht er thematisch das ein oder andere Tabu. Am meisten Spaß macht der Film zwar zu Beginn, wo der Zuschauer zunächst voll und ganz auf der Seite des Protagonisten ist, und absolut nachvollziehen soll (und kann) weshalb Pornos besser sind als echte Frauen. Als Jon dann Barbara trifft und in sein Leben lässt, ist es schon bald vorbei damit. Die heiße Blondine wird kongenial dargestellt von Scarlett Johansson, beinahe hat man den Eindruck, sie hätte auf diese Rolle gewartet. Kaugummi kauend biegt sie sich ihren neuen Kerl so hin, wie sie ihn haben will. Und dass sie solcherlei Pädagogik bei Männern gewohnt ist, wird schnell klar. Doch zur Heilung von der Sucht braucht es mehr als ein dralles Dekolleté und blonde Locken. Nun ist der Film und auch Jon reif für Julianne Moore. Sie darf – selbst ein halbes seelisches Wrack – Jon wieder auf den rechten Weg begleiten. Sie lernen sich bei der Abendschule kennen, die Jon nur Barbara zuliebe besucht. Dort erwischt sie ihn, wie er auf dem Handy Pornos anguckt und will ihn davon heilen. Mit ihrer Lebenserfahrung zeigt sie ihm auf, worauf es in einer Beziehung überhaupt ankommt und dass es absolut zweitrangig ist, ob man ein hübsches Püppchen seine Freundin nennt.

Allzu moralisch kommt das glücklicherweise nicht rüber. Nein, Gordon-Levitt schafft es elegant die Kurve zu kriegen und dabei ist ihm insgesamt eine wirklich gute romantische Komödie gelungen, bei der einfach alles stimmt und die sogar noch ein paar gute Gedanken mit auf den Nachhauseweg gibt.

Don Jon

Joseph Gordon-Levitt war in den USA ein Kinderstar. Einem breiten Publikum fiel er in Deutschland erst mit "(500) Days of Summer", "The Dark Knight Rises" und "Inception" auf. Nun debütiert der 32jährige als Autorenfilmer. Für „Don Jon“ schrieb er das Buch, führt souverän Regie und übernimmt gleich auch noch die Hauptrolle.
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Meinungen
Engele66 · 24.11.2013

Der Film ist der absolute Schrott ... und wenn ich vorher gewußt hätte was für ein Mist mich erwartet, wär ich von dem Geld besser essen gegangen. Absolut nicht zu empfehlen!!!!! Und wer sich nen Sexfilm reinziehen möchte, der sollte sich in der Videothek was ausleihen.

Kommentare

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