Die Verdammten der blauen Berge

Die Verdammten der blauen Berge

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Luis Trenker lässt grüßen? Von wegen.

Der britische Produzent Harry Alan Towers hatte in den 1950er und frühen 1960er Jahren vor allem an Fernsehserien gearbeitet, mit Die Verdammten der blauen Berge wechselte er jedoch ins Kino. Er wurde zu einem der umtriebigsten Produzenten seiner Zeit, der bis ins hohe Alter aktiv blieb.
Privatdetektiv Steve Martin (Lex Barker) wird von dem Bergbaubetreiber Wexler (Walter Rilla) angeheuert, um den Mord an einem Mitarbeiter aufzuklären. Kaum in Kapstadt angekommen, entgeht Martin einem Mordanschlag. Seine Ermittlungen führen ihn zu einem alten Foto, das Wexler als Kriegsgefangenen mit Kameraden zeigt. Drei der fünf Männer sind bereits ermordet worden, der vierte mag Martin enthüllen können, worum es überhaupt geht, bevor sein Auftraggeber das fünfte Opfer wird.

Die Verdammten der blauen Berge ist formelhafte Abenteuerunterhaltung, wie sie Towers dutzendfach produzierte. Gedreht in einem Land, in dem das britische Pfund besonders weit reichte, und das durch exotisches Flair zu überzeugen weiß, wirkt der Film somit auch deutlich aufwendiger, als er es eigentlich ist. Dank guter Mimen und der ansprechenden Kameraarbeit des jungen Nicholas Roeg hat der Film ein gewisses Flair, auch wenn die Malen-nach-Zahlen-Geschichte in den fast 50 Jahren seit seiner Entstehung nicht gerade vorteilhaft gealtert ist. Towers war ein begnadeter Regisseur, aber ein schludriger Autor, der sich oftmals am Drehbuch versuchte, weil er somit einfach einen Kostenfaktor der Produktion niedrig halten konnte. Das plagt viele Towers-Produktionen, die mehrheitlich von besseren Drehbüchern deutlich profitiert hätten. Dennoch: Die typische Towers-Produktion ist aller Formelhaftigkeit zum Trotz selten langweilig, weil flott inszeniert und rasant erzählt. Das gilt auch für dieses Lex-Barker-Vehikel, das mit einem erstaunlich pfiffigen, aber letzten Endes nicht immer passenden Score von Johnny Douglas unterlegt ist.

Die DVD wartet mit einer ansprechenden Ausstattung auf. Ein umfangreiches Booklet liefert Informationen zur Entstehung und den am Film Beteiligten, auf der Disk selbst befindet sich neben entfallenen Szenen ein knapp halbstündiges Interview, in dem Towers über verschiedene seiner Produktionen, darunter auch Die Verdammten der blauen Berge, Auskunft gibt. Obschon relativ kurz, ergeben sich hier sehr viel mehr filmrelevante Informationen als dies bei Towers posthum erschienener, sehr kurz gefasster Autobiographie Mr. Towers of London der Fall ist, in der er vor allem Geschichtsglättung in eigener Sache betreibt.

Zeitgleich mit Die Verdammten der blauen Berge ist auch der Abenteuerfilm In Beirut sind die Nächte lang, in dem Lex Barker ebenfalls die Hauptrolle spielt, auf DVD erschienen.

Die Verdammten der blauen Berge

Der britische Produzent Harry Alan Towers hatte in den 1950er und frühen 1960er Jahren vor allem an Fernsehserien gearbeitet, mit „Die Verdammten der blauen Berge“ wechselte er jedoch ins Kino. Er wurde zu einem der umtriebigsten Produzenten seiner Zeit, der bis ins hohe Alter aktiv blieb.
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