Die Liebesfälscher

Die Liebesfälscher

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Szenen einer fiktiven Ehe

Sie sind ein schönes Paar – zumindest auf den ersten Blick. Als der britische Schriftsteller James Miller (William Shmell) sein neues Buch über Original und Fälschung, über echte Kunst und falsche, in Italien vorstellt, glaubt man zunächst in der Frau (Juliette Binoche), die in der ersten Reihe sitzt, seine Frau vor sich zu haben und in dem Sohn, der die Frau begleitet, seinen Sohn. Erst nach der Lesung, die die Frau vorzeitig verlässt, realisieren wir, dass sich der Schriftsteller und jene in Italien lebende Französin sich bislang nicht kennen, dass sie sich aber für ihn zu interessieren scheint, obwohl sie, wie sie gegenüber ihrem Sohn eingesteht, das Buch stellenweise recht langweilig fand. Dennoch: Die beiden verabreden sich für den Nachmittag, bis zur Abfahrt des Zuges von James verbleiben einige Stunden, die der Mann und die Frau für einen Ausflug in ein kleines und natürlich recht malerisches Dorf in der Toskana nutzen.
Schon während der Fahrt schleichen sich kleine Misstöne in die Unterhaltung ein, Missverständnisse und Rechthabereien sorgen immer wieder für peinliche Pause und verletzte Emotionen. Und doch halten die beiden an ihrem Vorhaben fest, einfach ein paar nette Stunden miteinander zu verbringen. Irgendwann kippt die Situation rein zufällig, und aufgrund einer spontanen Eingebung beginnen die beiden, sich und ihrer Umwelt vorzuspielen, sie seien ein seit 15 Jahren verheiratetes Paar, deren Beziehung die ganz normalen Abnützungserscheinungen einer solchen Ehe zeigt. Je länger das Spiel andauert, desto mehr werden hinter den hypothetischen Gesprächen die realen Verletzungen und enttäuschten Hoffnungen sichtbar, erwachsen aus den Möglichkeiten und Eventualitäten echte Ansprüche aneinander und fast zwangsläufig Verletzungen. Am Ende landen die beiden in einem Hotelzimmer, doch ob aus dieser hypothetischen Beziehung eine echte wird, überhaupt werden kann, darüber lässt sich allenfalls spekulieren. Oder ist vielleicht doch alles ganz anders?

Es ist eine unbestreitbar schöne Idee, die Verwerfungen einer Ehe nicht anhand einer realen, sondern einer vermutlich erfundenen Beziehung zu zeigen. Der aus dem Iran stammende Regisseur Abbas Kiarostami macht aus diesem Einfall eine spritzig-leichte, manchmal etwas sehr wortreiche Sommerkomödie für die Toskana-Fraktion, in der der malerische Ort, der die Kulisse für das „Ehedrama“ abgibt, zum dritten Hauptdarsteller wird. Die Liebesfälscher wirkt fast wie eine Variation von Richard Linklaters Before Sunrise für die Generation 40Plus. Als überaus gewitzte Komödie über die Liebe und die damit verbundenen Schwierigkeiten und gerade wegen mancher Widerborstigkeiten über Männer und Frauen und darüber, was die beiden eigentlich miteinander verbindet, hat der Film das Zeug, zu einem echten Publikumsliebling zu werden.

Die Liebesfälscher

Sie sind ein schönes Paar – zumindest auf den ersten Blick. Als der britische Schriftsteller James Miller (William Shmell) sein neues Buch über Original und Fälschung, über echte Kunst und falsche, in Italien vorstellt, glaubt man zunächst in der Frau (Juliette Binoche), die in der ersten Reihe sitzt, seine Frau vor sich zu haben und in dem Sohn, der die Frau begleitet, seinen Sohn.
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Meinungen
Gunther Haltung · 21.03.2012

Kann mich meinen Vor"rednern" auch nur anschließen. War erschrocken als die dort ernsthaft geredet haben, und das in einem Film. Was hat sich der Regisseur denn bitte dabei gedacht?

Bertrand · 01.12.2011

Kino der alten Schule, sehr gelungen. Mochte diesen sanften Film sehr!

Cornelia W. · 04.11.2011

Wollte schon gehen, bin aber eingeschlafen. Lange nicht mehr sowas langweiliges gesehen...

Helga L. · 02.11.2011

Kann mich allen Vorrednern komplett anschließen. Vertane Zeit!

Jörg J. · 01.11.2011

Ein echter Langweiler. Kinofreunde mit gehobenen Ansprüchen werden sicherlich den inhaltsreichen Dialogen und mediterranen Bildern mit Wonne folgen.
Eigentlich sollte Kino Unterhaltung und Entspannung bieten. Das habe ich 106 Minuten lang vermißt.

Asia G. · 30.10.2011

Sehr schlechter Film!
Kann mich meinen Vorrednern nur anschließen.
So macht Kino KEINEN Spaß!

Edith K. · 26.10.2011

Auch wir haben das Kino vorzeitig verlassen, soviel hirnlose Dialoge, es war nicht zum Aushalten

Monika S. · 24.10.2011

da bin ich froh, dass es nicht nur mir so ging, kann mich der Kritik meines Vorredners nur anschließen, sowas ödes, trauriges hab ich schon lange nicht mehr gesehen, warum hat man den Film nicht in einem düsteren Keller gedreht, da hätte er hingepasst....

Ralf Savelsberg · 23.10.2011

oberflächlich nichtssagendes und langweiliges Geplapper ...
Nicht mal die Bilder haben Eindruck hinterlassen.
Der schlechteste Film, den ich in den letzten 10 Jahren gesehen habe ...
Wir haben vorzeitig das Kino verlassen, wie übrigens mindestens 10 Personen vor uns.

Kommentare

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