Blade of the Immortal (2017)

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Ein Samurai beherbergt in seinem geschundenen Körper Blutwürmer, die all seine Wunden immer wieder heilen, so dass er auf Ewigkeiten zum Kampf verdammt ist. Dann trifft er auf ein Mädchen, das Rache üben will – und schon hat sein endloses Leben wieder einen Sinn.

Blade of the Immortal (2017)

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Der Untote und das Mädchen

Die Karriere von Takashi Miike währt nun 100 Filme, doch das ist gar nicht das Erstaunlichste an seinem neuen Werk Blade of the Immortal, mit dem der Filmemacher die numerische Schallmauer durchbricht. Bemerkenswerter ist vielmehr die Vitalität, mit der Miike auch nach 99 Filmen immer noch zu Werke geht. Und „Vitalität“ ist dann auch das ureigenste Thema von Blade of the Immortal, der von einem Samurai erzählt, der auf ewig zum Leben verdammt ist und sich deshalb in einem unentrinnbaren Kreislauf auf Leben, Kampf, Tod und Wiederauferstehung befindet.

Manji (Takuya Kimura) ist ein Samurai, der hilflos mit ansehen musste, wie seine kleine Schwester von Halunken getötet wurde. Und er ist ein Mann, der dazu verdammt ist, auf ewig zu leben, denn eine Hexe verabreichte ihm Blutwürmer, die die Wunden, die er in seinen Kämpfen erleidet, wieder verschließen. Und so zieht er immer wieder aufs Neue in die Schlacht, so dass sein geschundener Körper von Narben übersät ist.

Schließlich trifft er auf das Mädchen Rin Asano (Hana Sugisaki), die ihn fatal an seine getötete kleine Schwester erinnert und im Prinzip ein ähnliches Schicksal wie er erlitten hat: Auch sie musste mitansehen, wie jemand Nahestehendes – in diesem Fall ihr Vater – ermordet wurde. Und auch sie will Rache nehmen, weswegen sie sich der Dienste Manjis versichert. Doch die Gegner sind mächtig und gewandt im Umgang mit diversen Hieb- und Stichwaffen – die Schwertkampfschule der Ittō-ryū strebt mit allen Mitteln nach der Vorherrschaft in Edo und macht sich ohne jede Skrupel daran, dieses Ziel durchzusetzen. Und das in bewusster Negierung aller Traditionen von Ehre und den strengen Maßstäben der Samurai. Also muss sich Manji immer wieder aufs Neue beweisen und gerät in einen scheinbar ewigen Kreislauf des Tötens und Sterbens, aus dem es kein Entrinnen, keine Erlösung gibt …

Blade of the Immortal basiert auf einer mittlerweile mehr als 30 Bände umfassenden Manga-Reihe von Hiroaki Samura, von denen Miike freilich nur einen Bruchteil der epischen Erzählstränge übernahm. Doch selbst diese notwendige Verknappung reicht durchaus für ein episches Werk, das an manchen Stellen in seiner Hyperbolik zwar an seine Ursprünge im Manga erinnert. Insgesamt aber versteht es der Film trotz seiner Länge(n), durch seinen stark rhythmisierten Wechsel von Kampf und Ruhephasen das Existenziell-Zyklische seiner Story exzellent in teilweise recht düstere, in einigen Stellen nahezu klassisch anmutende und vorwiegend blutgetränke Cinemascope-Bilder zu fassen, die einen Kontrapunkt zur schwebenden Eleganz mancher Wuxia-Epen setzen. Ein kontrastreicher Reigen aus Leben und Tod, Rache und Erlösung, berückender Natur und nackter Destruktion, existenzieller Verzweiflung und kruder Fantasy, berückender Musik und der Stille des Todes.

Blade of the Immortal (2017)

Manji ist ein herrenloser Samurai, ein so genannter Ronin, der bei seinem Fürsten in Ungnade fiel, weil er sich weigerte, Unschuldige zu töten. Nun befindet er sich auf der Flucht und will seinem Leben ein Ende setzen, doch dabei muss er feststellen, dass er zur Unsterblichkeit verdammt ist. Eigentlich keine schlechten Voraussetzungen für seine neue Mission, denn im Auftrag einer jungen Frau soll er den Tod von deren Eltern rächen.

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