Von Liebe und Krieg (2018)

Nach einer wahren Begebenheit: Die packende Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des 1. Weltkriegs erzählt das Leben des dänischen Soldaten Esben (Sebastian Jessen), der nach drei Jahren Kriegsdienst zu seiner Frau Kirstine (Rosalinde Mynster) und seinem kleinen Sohn Karl zurückkehrt. Doch zu Hause ist nichts mehr, wie es war… In seiner Abwesenheit hat der charmante deutsche Offizier Gerhard (Tom Wlaschiha) die Rolle des Familienoberhauptes übernommen und wirbt um Kirstine. Statt zurück an die Front zu gehen, flieht Esben und versteckt sich auf seinem eigenen Dachboden. Dabei wird er Zeuge seines eigenen realen Albtraumes. Er versucht alles in seiner Macht Stehende, um zu überleben, dabei irgendwie die Liebe seiner Frau Kirstine zurückzugewinnen und seine kleine Familie zu retten.

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Meinungen

Martin Zopick · 19.11.2022

Ein kleiner Film, der sich auf das konzentriert, was sich hinter der Front in der Heimat abspielt. Dabei wechselt Regisseur Kasper Torsting die Grenze zwischen dem deutschen Kaiserreich und Dänemark. Der Däne Esben (Sebastian Jessen) hat jahrelang für Deutschland gekämpft und kehrt zu seiner Familie (Frau Kristine: Rosalinde Mynster und dem kleinen Karl) zurück. Als er mitbekommt, dass sich zwei deutsche Offiziere, Gerhard (Tom Wlaschiha), ein Flieger, und Hansen (Thure Lindhardt) zu Kristine hingezogen fühlen, geht er nicht mehr an die Front zurück und versteckt sich in seiner Windmühle. Durch die Ritzen der Dielen bekommt er die amourösen Optionen seiner Frau mit. Als sie schwanger wird, könnte ihn das verraten. Und wo ist der Vater? Gerhard bietet sich an. Neben der etwas standhafteren Kristine kontrastiert ihre Freundin Marie (Natalie Madueno), die sich mit viel Geschick durchschlägt und am Ende sogar noch belohnt wird.
Das Drama endet recht turbulent auf dem Höhepunkt der individuellen Verwicklungen: Gerhard erschießt Hansen und flieht mit dem Flugzeug. Kristine und Karl, der nun zwei Väter hat, sind mit von der Partie. Esben bleibt zurück. Er tritt der Armee allein entgegen und nimmt den Mord an Hansen auf sich.
Ein Ende, das durchaus Stoff für Diskussionen abgibt, weil Fragen offenbleiben. Allein die Schlusssequenz deutet nur so etwas an wie Heldentum und Selbstaufopferung. Für Esben ist es vielleicht die Erkenntnis der Ausweglosigkeit. Kristine folgt ihrem Herzen in aller Unschuld, aber doch nicht ganz unbedarft.