Bruno Ganz

Bruno Ganz

Bruno Ganz gehört zu den gefeiertsten Bühnen- und Filmschauspielern im deutschsprachigen Raum. Nach seiner Schauspielausbildung am Züricher Bühnenstudio und ersten Theater- und Fernsehauftritten in der Schweiz kam der ambitionierte Jungschauspieler 1962 nach Deutschland und begann unter den Regisseuren Peter Zadek und Kurt Hübner Theater zu spielen. 1967 lernte er den Regisseur Peter Stein kennen. Die Zusammenarbeit der beiden an der Berliner Schaubühne führte zu legendären Inszenierungen.

In der Uraufführung von Thomas Bernhards „Der Ignorant und der Wahnsinnige“ spielte er 1972 unter der Regie von Claus Peymann bei den Salzburger Festspielen. Im folgenden Jahr wurde er von der Zeitschrift „theater heute“ zum beeindruckendsten Darsteller des Jahres gewählt. In seiner weiteren Bühnenlaufbahn agierte Bruno Ganz unter so bekannten Regisseuren wie Peter Stein, Klaus Michael Grüber, Luc Bondy und Dieter Dorn. Für seine glanzvolle Theaterkarriere wurde er 1991 mit dem Hans-Reinhardt-Ring der Schweizerischen Gesellschaft für Theaterkultur ausgezeichnet und ist seit 1996 Träger des Iffland-Ringes, der höchsten Auszeichnung für Bühnenkünstler im deutschsprachigen Raum.

Seit 1975 wirkt Bruno Ganz nur noch in ausgewählten Theaterinszenierungen mit – wie als Goethes „Faust“ in Peter Steins ungekürzter Aufführung – und arbeitet überwiegend als Filmschauspieler.

Zu seinen wichtigsten Rollen in über 60 Filmen gehören jene in Die Marquise von O … (1976) von Eric Rohmer, für die er mit dem Filmband in Gold ausgezeichnet wurde, Der amerikanische Freund (1977) von Wim Wenders, Peter Handkes Die linkshändige Frau (1978), Messer im Kopf (1978) von Reinhard Hauff, Werner Herzogs Gruselklassiker-Remake Nosferatu – Phantom der Nacht (1979), Der Erfinder (1980), von Kurt Gloor, Volker Schlöndorffs Die Fälschung(1981), Alain Tanners Dans La Ville Blanche (In einer weißen Stadt, 1983), Wim Wenders Der Himmel über Berlin (1987), sowie die in Thea Angelopoulos Miaaiwniothta Kai Mia Mera (Die Ewigkeit und ein Tag), dem Gewinner der Goldenen Palme von Cannes 1989. Danach war Bruno Ganz in Silvio Soldinis Publikums- und Kritiker-Hit Pane E Tulipani (Brot und Tulpen) im Kino zu sehen, für den er sowohl den Italienischen, als auch den Schweizer Filmpreis als bester Darsteller erhielt. Nach Urs Eggers Eppsteins Nacht und Eric Tills Luther nahm er eine der größten schauspielerischen Herausforderungen in Angriff: Die Rolle des Adolf Hitler in Der Untergang (siehe Photo), für die er vielfach ausgezeichnet wurde, unter anderem mit der Goldenen Kamera.

Zu Bruno Ganz weiteren zahlreichen Auszeichnungen gehören der Adolf-Grimme-Preis (1999) sowie der Europäische Filmpreis (2000).

Bruno Ganz — Filmographie (Auswahl)

2011
Unknown White Male (Regie: Jaume Collet-Serra)

2010
La fine è il mio inizio (Regie: Jo Baier)
Satte Farben vor Schwarz (Regie: Sophie Heldman)
Der grosse Kater (Regie: Wolfgang Panzer)

2009
Giulias Verschwinden (Regie: Christoph Schaub)

2008
The Reader (Der Vorleser, Regie: Stephen Daldry)
Stairway to Nowhere (Regie: Ahmet Tas)
Ein starker Abgang (TV) (Regie: Rainer Kaufmann)
I skoni tou hronou (The Dust Of Time, Regie: Theodoros Angelopoulos)
Der Baader Meinhof Komplex (Regie: Uli Edel)

2007
Copacabana (TV) (Regie: Xaver Schwarzenberger)
Jugend ohne Jugend (Regie: Francis Ford Coppola)

2006
Baruto no gakuen (Ode an die Freude, Regie: Masanobu Deme)
Vitus (Regie: Fredi M. Murer)

2004
Der Untergang (Regie: Oliver Hirschbiegel)

2003
Luther (Regie: Eric Till)

1998
Mia aioniotita kai mia mera (Die Ewigkeit und ein Tag, Regie: Theodoros Angelopoulos)

1985
Deutscher Herbst (Regie: Volker Schlöndorff)

1981
Die Fälschung (Regie: Volker Schlöndorff)

1979
Nosferatu: Phantom der Nacht (Regie: Werner Herzog)

1978
Messer im Kopf (Regie: Reinhard Hauff)
Die linkshändige Frau (Regie: Peter Handke)

1977
Der amerikanische Freund (Regie: Wim Wenders)

1976
Die Marquise von O… (Regie: Eric Rohmer)

Photo (C) Constantin Film
Filmstill zu Ein verborgenes Leben (2020) von Terrence Malick
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