Winter's Tale

Winter's Tale

Eine Filmkritik von Gregor Torinus

Eine wahrlich unglaubliche Geschichte

Das moderne Märchen Winter's Tale vereinigt eine beeindruckende Anzahl an klangvollen Namen vor der Kamera: Colin Farrell, Will Smith, Russell Crowe, William Hurt, Jennifer Connelly, um nur einige zu nennen. Wann hat man zuletzt so viele bekannte und insbesondere so unterschiedliche Schauspieler gemeinsam in einem Film gesehen? Aber Hand aufs Herz: Wer kennt schon Namen wie: Akiva Goldsman, Caleb Deschanel, Tim Squyres oder Wayne Wahrman? Um es gleich zu verraten: Das sind keine kleinen Komparsen aus der dritten Reihe links, sondern ihres Zeichens der Regisseur und Drehbuchautor, der Kameramann und die Schnittverantwortlichen des Films. Wie das zusammenpasst? Schwer zu sagen, aber somit immerhin bezeichnend für diesen Film...
Winter's Tale erzählt die Geschichte des irischstämmigen Peter Lake (Colin Farrell). Peter wurde vor Hundert Jahren als Baby von seinen Eltern vor der Küste Manhattans in einem kleinen Modellsegelschiff ausgesetzt, nachdem der Familie die Einreise in das Land der Freiheit verweigert wurde. Der kleine Peter überlebt zwar, wird jedoch ausgerechnet von dem New Yorker Untergrundboss Pearly Soames (Russell Crowe) aufgezogen und so später zu einem Einbrecher. Als er sich von seinem Vormund abwendet, trachtet dieser ihm nach dem Leben. Doch Peter kommt in letzter Minute ein weißes Pferd zu Hilfe, das in Notfällen sogar fliegen kann. Peter taucht unter, bricht aber später erneut in ein Haus ein. Dort trifft er die wunderschöne, aber todkranke Beverly (Jessica Brown Findlay). Es ist für beide Liebe auf den ersten Blick. Aber Soames' Häscher sind ihnen bereits auf der Spur...

Dies ist erst der Anfang einer wahrlich unglaublichen Geschichte, die irgendwann einfach einmal einen Zeitsprung von einhundert Jahren macht. Aber in einem modernen Märchen, in dem weiße Pferde äußerst entspannt über New Yorks Skyline fliegen, da sind eben ganz spezielle Kräfte am wirken: Winter's Tale beschreibt nicht weniger als den ewigen Kampf zwischen Gut und Böse, die geheimnisvolle Kraft des allmächtigen Schicksals und die mystische Verbundenheit aller Dinge im Universum. Da gibt es zwar keine Schweine, aber immerhin Pferde im Weltall. Diese äußerst gutgemeinte Vermengung von unglaublichem Esoterik-Quark und zuckerbäckersüßem Romantik-Kitsch geht nur teilweise auf das Konto des Filmemachers, der hier im übrigen im zarten Alter von über fünfzig Jahren sein Spielfilm-Regiedebüt vorlegt. Winter's Tale ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Mark Helprin aus dem Jahre 1983.

Dabei bietet der Film neben sehr feinen Schauspielern auch immer wieder wirklich berührende Szenen, die nur kein größeres Ganzes ergeben wollen. Auch ist Winter's Tale recht schön anzusehen und entfaltet zumeist eine wirklich märchenhafte Stimmung, die nur verhältnismäßig selten, dafür dann aber umso nachhaltiger von schlecht gemachten und unpassenden CGI-Effekten und ähnlichen Geschmacksverirrungen untergraben wird. Da reicht es nicht, dass Russell Crowe wahrlich diabolisch spielt, nein, da muss sein Gesicht zwischenzeitlich auch noch zur ganz klar computeranimierten Dämonenvisage mutieren. Spätestens, wenn Russell Crowe ausgerechnet auf Will M.I.B. Smith als Teufel trifft, wird die Sache dann unfreiwillig komisch. Immerhin kann ohne jede Übertreibung festgehalten werden, dass das Ende des Films die meisten Kinobesucher sprachlos zurücklassen wird, wenn auch aus ganz unterschiedlichen Gründen. Kleine Mädchen, weitere Pferdefreunde und Anhänger von Nackt-Yoga werden das Finale wahrscheinlich unglaublich ergreifend finden, der große Rest einfach nur so unglaublich...

Winter's Tale

Das moderne Märchen "Winter's Tale" vereinigt eine beeindruckende Anzahl an klangvollen Namen vor der Kamera: Colin Farrell, Will Smith, Russell Crowe, William Hurt, Jennifer Connelly, um nur einige zu nennen. Wann hat man zuletzt so viele bekannte und insbesondere so unterschiedliche Schauspieler gemeinsam in einem Film gesehen? Aber Hand aufs Herz: Wer kennt schon Namen wie: Akiva Goldsman, Caleb Deschanel, Tim Squyres oder Wayne Wahrman?
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