Und nebenbei das große Glück

Und nebenbei das große Glück

Eine Filmkritik von Bianka Piringer

Rückbesinnung auf die Kraft der Liebe

Sacha (Gad Elmaleh) liebt als Musiker in Paris das unbeschwerte Leben. Er spielt unentgeltlich Klavier in einem Club und komponiert wegen des Geldes ab und zu kleine Melodien für Werbespots. Er denkt trotz seiner über 40 Jahre nicht daran, sich zu binden. Denn er kann für jede Nacht eine andere Frau haben und außerdem hasst er Kinder. Da fällt ihm eines Tages eine wunderschöne Frau direkt vor die Füße, weil sie im Regen ausgerutscht ist. Beim Blick in ihre Augen ist es um ihn geschehen. Dumm nur, dass Charlotte (Sophie Marceau) die Mutter dreier Kinder ist.
Das Drehbuch für seine romantische Komödie hat der französische Regisseur James Huth gemeinsam mit seiner Frau Sonja Shillito geschrieben. „Wir hatten Lust, einen wirklich optimistischen Film über die Liebe zu machen“, sagt er im Presseheft. Das Ergebnis ist zugunsten des Gefühls in mehrfacher Hinsicht rückwärtsgewandt. Huth orientierte sich an altmodischen Filmen von Frank Capra und George Cukor und bezeichnet sein Werk außerdem als „moderne Version der Aristocats“. In dem Zeichentrickfilm von Disney verliebte sich ein Straßenkater in eine vornehme Katze mit drei Kindern. Hier ist Charlotte die Frau des Unternehmers Alain Posche (François Berléand), die von ihm zwar getrennt lebt, aber die Kunststiftung seiner Firma leitet. Sacha bekommt beinahe kalte Füße, als er davon erfährt. Und die drei Kinder wären für ihn ein echter Trennungsgrund, hätte er sie nur nicht erst nach Charlottes feuriger Leidenschaft entdeckt. Denn nun zieht es ihn immer wieder magisch an ihre Seite, selbst wenn das mit einem Großeinkauf im Supermarkt oder spontanem abendlichen Kinderhüten verbunden ist.

Dabei trägt die Geschichte gerne etwas dicker auf, zum Beispiel was die Mengen an Milchflaschen und Eiern anbelangt, die eine Mutter dreier Kinder jede Woche in den Einkaufswagen packt. Sachas Bemerkung, dass Einkaufen Spaß machen sollte, findet sie „typisch Mann“. Der Regisseur spielt außerdem mit Slapstick, den er ins Groteske steigert. In Charlottes edler Wohnung fliegt ihr das defekte Waschbecken gegen die Hüfte, oder die arme Frau fällt die Treppe hinunter, stößt gegen Gegenstände und scheint auch Sacha zu ähnlichen Aktionen zu animieren. Wirklich witzig ist das nicht, weil es zu plump daherkommt, aber es sorgt als sperrige Unterbrechung der Romantik für eine gewisse Frische.

Die Romantik liegt beiden Figuren gleichermaßen, denn sie schwärmen für Filmklassiker wie Casablanca. Besonders der verliebte Sacha scheint darüber hinaus von der altmodisch angehauchten Soul- und Popmusik früherer Jahrzehnte, die an emotionalen Schlüsselstellen erklingt, beflügelt zu werden. Huth liegt die große, überschwängliche Geste, die den Erzählfluss unterbricht und das Einmalige des Augenblicks feiert. Dennoch ist der Film inhaltlich und optisch sehr gefällig, vor allem Charlotte macht immer eine gute Figur, als Kunstorganisatorin, als Mutter und als Bettgefährtin. Was Sophie Marceau an Eleganz beisteuert, das kontert der französische Komiker Gad Elmaleh mit seinem ausdrucksstarken Blick. Dass der Film nicht zu glatt und damit unglaubwürdig wirkt, liegt hauptsächlich an der Art, wie aus Sachas Augen die Liebe spricht – ein Zustand, der ihn verletzlich macht und im Griff hält wie ein schweres Fieber. Das Paar muss zahlreiche Hürden nehmen, am charmantesten aber ist die Schrecksekunde, die dem romantischen Helden klarmacht, dass es im Leben keine Garantie auf ein Happy End gibt.

Und nebenbei das große Glück

Sacha (Gad Elmaleh) liebt als Musiker in Paris das unbeschwerte Leben. Er spielt unentgeltlich Klavier in einem Club und komponiert wegen des Geldes ab und zu kleine Melodien für Werbespots. Er denkt trotz seiner über 40 Jahre nicht daran, sich zu binden. Denn er kann für jede Nacht eine andere Frau haben und außerdem hasst er Kinder. Da fällt ihm eines Tages eine wunderschöne Frau direkt vor die Füße, weil sie im Regen ausgerutscht ist. Beim Blick in ihre Augen ist es um ihn geschehen.
  • Trailer
  • Bilder

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.

Weitere Filme von

James Huth