The Motorcycles Diaries – Die Reise des jungen Che

The Motorcycles Diaries – Die Reise des jungen Che

Politrocker on tour

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, so lautet eine alte Binsenweisheit. Und manchmal – und das ist die Grundprämisse jedes Road Movies – kann eine Reise auch ein Leben verändern. Sie führt – zumindest im Film — manchmal in den Tod und häufig zum Kern des Selbst, zur eigenen Bestimmung. So ergeht es auch dem jungen Ernesto „Che“ Guevara, der im Jahre 1952 gemeinsam mit seinem Freund Alberto Granada zu einer Reise quer durch den südamerikanischen Kontinent aufbrach – ein Unternehmen, das den späteren Commandante prägte.

Voller Naivität und reichlich unbekümmert brechen die beiden Freunde Ernesto (Gael García Bernal) und Alberto (Rodrigo de la Serna), beide aus wohlhabenden Familien stammend, mit einer klapprigen Norton 500 auf, um ihren Kontinent zu entdecken und nebenbei – so ihre Vorstellung – die Frauenherzen zu brechen. Zwar ist ihre Ausstattung dürftig und die Reisekasse knapp bemessen, doch die beiden lassen sich davon nicht abschrecken und erweisen sich als Lebenskünstler und Meister der Improvisation. Die geplante Route ist gewaltig, sie führt quer durch die Anden, an der Küste Chiles entlang, durch die Atacama Wüste ins peruanische Amazonas-Gebiet und dann weiter nach Venezuela.

Als die Norton, im Übermut La Poderosa (Die Allmächtige) genannt, nach einem Unfall den Geist aufgibt, droht das vorzeitige Ende der Reise, doch die Abenteurer lassen sich nicht entmutigen, sondern trampen weiter, eine Veränderung des Tempos, die auch ihre Wahrnehmung der Menschen verändert. Sie sind nun nicht mehr die Durchreisenden, sondern sie begegnen den Menschen am Wegesrand, sehen die Armut und die Ungerechtigkeiten. Und so entsteht in Ernesto das dringende Bedürfnis, an diesen Missständen etwas zu ändern.

Walter Salles, dessen Film Central Station vor einigen Jahren einer der Überraschungsfilme im Arthouse-Bereich war, gelingt mit The Motorcycle Diaries ein wunderschönes Road Movie, der zugleich viel über die Biographie des jungen Ernesto Che Guevara erzählt. Basierend auf den authentischen Notizen des späteren Revolutionärs schildert Salles den Lebensweg des jungen Guevara, ohne es dabei an kritischer Distanz fehlen zu lassen – weit entfernt von einer platten Heldenverehrung, die gerade bei diesem Film ein gefährlicher Stolperstein gewesen wäre. Denn Ernesto und Alberto sind rechte Taugenichtse und Träumer, die erst durch den direkten Kontakt mit den Menschen die Augen für das Wesentliche geöffnet bekommen. Ein Film, dessen leise Menschlichkeit und wunderbare Landschaftsaufnahmen faszinieren.

The Motorcycles Diaries – Die Reise des jungen Che

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erleben, so lautet eine alte Binsenweisheit. Und manchmal – und das ist die Grundprämisse jedes Road Movies – kann eine Reise auch ein Leben verändern.

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Meinungen
Ivana · 14.02.2005

Ich fand den Film sehr gut, da viele schöne Landschaftsbilder und die Kultur Lateinamerikas gezeigt wird. Man merkt auch, dass sich im Vergleich zu früher nichts wesentliches verändert hat bezoge auf die Ungerechtigkeit und den Einfluss der USA (Bastiden).

Ivana · 14.02.2005

Ich fand den Film sehr gut, da viele schöne Landschaftsbilder und die Kultur Lateinamerikas gezeigt wird. Man merkt auch, dass sich im Vergleich zu früher nichts wesentliches verändert hat bezoge auf die Ungerechtigkeit und den Einfluss der USA (Bastiden).

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