Out of the Dark

Out of the Dark

Eine Filmkritik von Martin Beck

Into the blue

Geisterhäuser und Geisterkinder waren in den letzten Jahren so oft zu sehen, dass ihr Einsatz in Horrorfilmen zwangsläufig normal wird. Wenn heutzutage eine junge Familie einen Neuanfang in einer unwirtlichen Gegend wagt, wäre es nur noch ein Schock, wenn die Geister und der Keller mit dem dunklen Geheimnis mal bei den Nachbarn anzutreffen wären. Und die junge Familie nach den ersten seltsamen Ereignissen sofort das Weite sucht oder zumindest fähige Polizisten an die Seite bekommt.
Vielleicht wird es ja irgendwann einen Film geben, der diese inhaltliche Entwicklung wählt, doch bis dahin bleibt erstmal alles beim alten. Out of the Dark verfrachtet die junge Familie (bestehend aus Julia Stiles, Scott Speedman und Pixie Davies) nach Kolumbien. Ihr abgelegenes Haus steht an einem Ort, an dem vor 500 Jahren eine Horde Kinder bei lebendigem Leib verbrannt ist. Ihre Seelen sind jedoch noch anwesend und wollen Rache. Fast scheint es so, als hätten sie es gezielt auf die junge Familie abgesehen.

Oder nein, „scheint“ ist natürlich falsch. Die junge Familie hat Dreck am Stecken, zumindest indirekt, und braucht für die große Enthüllung entschieden länger als der spätestens nach 30 Minuten dezent gähnende Zuschauer. Out of the dark ist durch und durch Geister-Routine, angereichert mit Amis-in-Südamerika-Routine und einer kuriosen Ökobotschaft, die erst dann Sinn ergibt, wenn die matten Augen die Drehbuch-Credits überfliegen: David Pastor und Alex Pastor werden da nämlich genannt, das brüderliche Verbrecher-Duo hinter Carriers und The Last Days.

Ihr wiederholtes Vergehen: Langeweile. Gemütlich vor sich hinwabernde Langeweile, die uralte Genreklischees bemüht und die damit verbundenen Mechanismen brav nachbetet. Fast scheint es, als hätten die beiden verpasst, dass alle zwei Minuten ein neuer Geisterhaus-Film in Produktion geht, so selbstverständlich bleibt man hier Innovationen fern und setzt lieber auf Fotos, die beim dritten Beobachten furchtbare Geistergesichter offenbaren. Hm, was mag wohl der Antrieb für ihr Erscheinen sein? Sobald Stephen Rea, der Besitzer der örtlichen Papierfabrik und gleichzeitig Stiles Vater, das erste Mal auftaucht, bekommt man eine ungute Vorahnung.

Out of the Dark ist purer Horror-Durchschnitt, der immerhin etwas an Land gewinnen kann durch seine gute Produktion und die ebenso guten Darsteller. Alle drei Hauptfiguren kriegen wesentlich mehr zu tun als es der Rest der Geschichte eigentlich verdient, was immerhin von der Vorspultaste ablenkt und dem Geschehen willkommene Tiefe verleiht. Regisseur Lluís Quíles, ein Spanier, der hier sein Langfilm-Debüt gibt, hat auf jeden Fall genug Talent, um ihm für seinen hoffentlich noch möglichen Nachfolger ein deutlich besseres Drehbuch zu wünschen. Überhaupt nichts gegen Genrefilme, die ihr Genre beherrschen, aber das hier ist einfach nur faul. Nach inzwischen drei Einschlafhilfen am Stück darf man die Filme der Pastor-Brüder langsam in verschreibungspflichtige Tablettenform pressen.

Out of the Dark

Geisterhäuser und Geisterkinder waren in den letzten Jahren so oft zu sehen, dass ihr Einsatz in Horrorfilmen zwangsläufig normal wird. Wenn heutzutage eine junge Familie einen Neuanfang in einer unwirtlichen Gegend wagt, wäre es nur noch ein Schock, wenn die Geister und der Keller mit dem dunklen Geheimnis mal bei den Nachbarn anzutreffen wären.
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