Nothing Left to Fear

Nothing Left to Fear

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Ruhig erzählt – das wäre eine Übertreibung

Die Schlüsselszene des Films ist wohl, als der neue Pastor sich seiner Gemeinde vorstellt und sie sogleich mit einer Predigt in Tiefschlaf versetzt. Zumindest ist anzunehmen, dass sein Publikum mit offenen Augen schläft. Denn die Betrachtung dieses Films lässt sich durchaus mit dieser Predigt vergleichen. Er zieht sich.
Pastor Dan (James Tupper) und seine Familie ziehen in die kleine Ortschaft Stull im US-Bundesstaat Kansas. Seine Tochter Rebecca (Rebekah Brandes) lernt den mysteriösen Noah (Ethan Peck) kennen. Was wie eine Teenager-Romanze beginnt, nimmt jedoch einen anderen Verlauf (nach endlos langer Zeit natürlich!). Denn das Kuhkaff liegt auf den sieben Toren zur Hölle, Noah verfolgt sinistere Pläne und Rebeccas Schwester Mary (Jennifer Stone) wird von einer dämonischen Macht besessen, die mit Blut und verheerten Seelen das Tor zur Hölle öffnen will.

Nothing Left to Fear fängt sehr langsam an. Das ist grundsätzlich nicht verwerflich, auch wenn es gerade einem Horrorfilm gut zu Gesicht stünde, etwas schneller zur Sache zu kommen. Im Gegenteil drosselt der Film im Verlauf seiner Geschichte den Erzählfluss sogar noch. Manchmal hat man gar das Gefühl, dass Regisseur Anthony Leonardi III im Grunde gar keinen Horrorfilm inszenieren wollte. Wie er Rebecca und Noah beim neckischen Kennenlernen inszeniert, wie er mit Weichzeichner kitschige Bilder kreiert, das ist schon ganz toll. Wenn man nicht gerade einen Horrorfilm sehen würde, der eigentlich ein Mindestmaß an Spannung produzieren sollte.

Ein paar Gruselmomente gibt es schon, sie leiden aber an unausgegorenen CGI-Effekten, die wenig Stimmung aufkommen lassen wollen. Erst zum Ende hin kommt ein wenig Fahrt auf, während die Geisterelemente zuvor lediglich als eine Art Vorbote für das Finale zu verstehen sind. Als das kommt, hat man aber schon längst jegliches Interesse verloren. Die uninspiriert gestalteten Figuren bleiben leblos und frei von jeder Entwicklung, abseits schön inszenierter Bilder, die den Anschein erwecken, man hätte sich lieber mit Milieuschilderung in einer Kleinstadt befassen wollen, gibt es nichts, was für Nothing Left to Fear spricht. Noch nicht mal Anne Heche, die die Frau des Pastors spielt und so derartig wenig zu tun hat, dass man sich schon fragen muss, wieso sie überhaupt in dieser Low-Budget-Produktion mitgewirkt hat.

Nothing Left to Fear

Die Schlüsselszene des Films ist wohl, als der neue Pastor sich seiner Gemeinde vorstellt und sie sogleich mit einer Predigt in Tiefschlaf versetzt. Zumindest ist anzunehmen, dass sein Publikum mit offenen Augen schläft. Denn die Betrachtung dieses Films lässt sich durchaus mit dieser Predigt vergleichen. Er zieht sich.
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