[Rec] 2

[Rec] 2

Eine Filmkritik von Renatus Töpke

Er war ein Phänomen, der kleine, schmutzige „Zombies im Wohnhaus“-Film der Spanier Jaume Balagueró und Paco Plaza. Nicht sonderlich originell, aber zur rechten Zeit am rechten Ort. [REC] wurde zum unverhofften Kassenschlager und die Fortsetzung ließ nicht lange auf sich warten. Auch gab es ein amerikanisches – im Grunde 1 zu 1 – Remake (Quarantäne), das hierzulande sogar noch vor dem Original ins Kino kam. Der konsequente Mix aus Blair Witch Project, dem Dawn of the Dead-Remake und 28 Days Later war schnell, hart und kompromisslos. Zudem wurde die Wackelkamera-Optik vielerorts als frischer Wind angenommen. Und ja, die Point-of-View-Situation zieht ins Geschehen und lässt einen direkt an dem Terror teilhaben, die in [REC]² noch eine Schippe zulegen. Denn diesmal sind es mehrere Kameraperspektiven, die einladen, in den Abgrund des Wohnhauses in Barcelona zu blicken. Und ja, der Abgrund blickt irgendwann zurück…
Um den Film und die Überraschungen und Wendungen wirklich genießen zu können, sollte man nur die Grundkonstellation kennen: [REC]² setzt direkt nach den Ereignissen des Vorgängers ein. Ein Sonderkommando der Polizei betritt mit einem Mann vom Gesundheitsamt das versiegelte Gebäude. Hier bietet sich ein Bild des Grauens, Blut und Körperteile lassen Böses erahnen. Ziel der Operation ist die Dachgeschosswohnung, in der [REC] endete und die junge Journalistin Angela in die Dunkelheit gezerrt wurde. Klar, dass noch immer die Infizierten aus Teil 1 in dem Haus herum tapsen und den Polizisten und ihrer Begleitung das Leben, das ihnen noch bleibt, schwer machen.

Als erstes sei gesagt, dass [REC]² nicht so gut ist, wie der Vorgänger. Das liegt daran, dass es trotz der knackigen 80 Minuten einigen Leerlauf gibt, das manches Handeln der Protagonisten furchtbar dämlich ist und das es schlicht nicht wirklich viel Zombie-Action gibt. Jetzt soll bitte keiner rufen, das [REC]² doch gar kein Zombiefilm ist. Doch ist er! Genau wie 28 Days Later einer war. Aber leider halten sich die Attacken der Infizierten arg in Grenzen. Doch dadurch, dass jeder der Polizisten eine Helmkamera hat, kommt auch neue Dynamik ins Spiel, jedoch sind die Cops austauschbar – und leider klischeebeladen: Harte Kerle sind sie erstmal alle, bis der eine die Nerven verliert, der nächste rumbrüllt und der andere sich eigentlich gar nicht muxt. „Aber es ist doch ein Kind!“, schreit der Eine. Und man denkt sich, ja verdammt; aber ein Zombiekind! Also leg es endlich um. Und dann: Ups, zu spät.

[REC]² wechselt von fieser Spannung, zu edge of the seat-Action und genervtem Augenrollen beim Zuschauer. Gefühlte 20mal schreit jemand „Wir müssen hier raus!“ und gefühlte 30mal bekommt man zu hören „Erst, wenn der Auftrag erledigt ist!“. Doch trotz der genannten Mängel ist [REC]² kein schlechter Film. Die Action ist chaotisch-hart, Darsteller und Ausstattung überzeugen und die Atmosphäre ist nihilistisch-dicht. Und das Ende macht Lust auf die angekündigte Fortsetzung und das Prequel.

[Rec] 2

Er war ein Phänomen, der kleine, schmutzige „Zombies im Wohnhaus“-Film der Spanier Jaume Balagueró und Paco Plaza. Nicht sonderlich originell, aber zur rechten Zeit am rechten Ort.
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