Mirrors

Mirrors

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Seit jeher ist das Phänomen des Spiegels ein beliebtes Element von großer variantenreicher Funktionalität in Horrorfilmen, schon allein auf Grund des simplen Effekts, dass die Spiegelung auch nur geringfügig vom Gespiegelten abweicht. In Mirrors von Alexandre Aja, der sich bereits mit Haute tension (2003) und The Hills Have Eyes (2006) innerhalb dieses Genres einen klingenden Namen gemacht hat, repräsentieren die Titel gebenden Spiegel gleich ein komplettes Universum der bedrohlichen Unheimlichkeiten, die einem ehemaligen Cop mit ohnehin gravierenden psychischen Problemen höllisch zusetzen.
Ben Carson (Kiefer Sutherland) bemüht sich gerade auf nahezu verlorenem Posten darum, die Beziehungen zu seiner Frau Amy (Paula Patton) und zu seinen Kindern Michael (Cameron Boyce) und Daisy (Erica Gluck) wieder ins Lot zu bringen, nachdem er auf Grund gewaltiger Schwiergkeiten aus dem Polizeidienst ausgeschieden ist. Von Amy bereits hinausgeworfen wohnt er derweil bei seiner Schwester Angela (Amy Smart), während er seine Alkohol- und Drogenexzesse allmählich wieder in den Griff bekommt und sogar einen einsamen Job als nächtlicher Wachmann in der riesigen Ruine eines Kaufhauses annimmt, das einst einer Feuerkatastrophe zum Opfer fiel. Doch gerade dieser Versuch, beruflich wieder Fuß zu fassen, wird ihm schließlich zum Verhängnis, denn schon bald wird seine Wahrnehmung durch entsetzliche Attacken aus den Spiegeln des mysteriösen Gebäudes heftig verstört. Zunächst zweifelt Ben selbst an seiner geistigen Gesundheit, doch als seine Schwester unter grausamen Umständen ums Leben kommt, wird ihm klar, dass er hier in einen Bann geraten ist, der seine gesamte Familie zu zerstören droht, und trotz kaum zu beherrschender Angst ist er gezwungen, im Alleingang das schreckliche und tödliche Geheimnis der Spiegel aufzudecken und seine Familie zu retten. Eine vage Spur führt ihn zu einer gewissen Anna Esseker (Mary Beth Peil), die allerdings bereits seit etlichen Jahren tot sein soll ...

Der Cop in der Krise, der unvermittelt zum potentiellen Retter berufen wird, ist sicherlich keine innovative Idee als Rahmenhandlung für einen filmischen Schocker mit reichlich unappetitlichen blutigen Gruseleffekten, funktioniert jedoch in Mirrors ganz passabel, was vor allem am wie stets sich reichlich verausgabenden Kiefer Sutherland liegt. Die geheimnisvolle Hintergrundgeschichte verläuft nicht durchgängig ebenso schlüssig, hält aber dennoch ganz stimmige sowie spannende Aspekte bereit, wobei insgesamt jedoch der Fokus auf dem Kampf mit den erschütternden und beängstigenden Dimensionen der tückischen Spiegelwelten und ihrem Horror liegt. Die ansprechendste Komponente stellt dabei das absolut gelungene Ende dar, das eine geradezu philosophische Finte installiert, die das Niveau des Films deutlich hebt, und die umfangreichen Extras im brandaktuellen Look gestalten sich mitunter interessanter als die recht gewöhnliche Dramaturgie, die Mirrors dann doch insgesamt nur zu einem soliden, dem Genre entsprechend gefälligen Film mit den einschlägigen Schockeffekten werden lässt, der in diesem Zusammenhang sicherlich seine Fans finden wird.

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Seit jeher ist das Phänomen des Spiegels ein beliebtes Element von großer variantenreicher Funktionalität in Horrorfilmen, schon allein auf Grund des simplen Effekts, dass die Spiegelung auch nur geringfügig vom Gespiegelten abweicht.
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