Match Point

Match Point

Spiel, Satz und Sieg für Woody Allen

Es ist niemals zu spät, etwas ganz Neues auszuprobieren. Das dachte sich wohl auch der Altmeister der neurotischen Komödie Woody Allen und hat mit seinem neuen Werk Match Point einen in vielerlei Hinsicht außerordentlichen Film auf die Leinwand gezaubert. Das beginnt schon mal bei der Wahl des Handlungsortes, denn Match Point ist der erste Woody Allen Film, der zur Gänze an einem anderen Ort als New York spielt, und zwar in London.

Charles Wilton (Jonathan Rhys Meyers), ein junger und begabter Tennisspieler aus einfachen Verhältnissen, gibt seine halbherzig verfolgte Profikarriere auf, um in einem der nobelsten Londoner Clubs als Tennislehrer anzuheuern. Dort, inmitten der Schönen und Reichen der britischen Metropole, lernt er alsbald Tom Hewett (Matthew Goode), den zynischen Sprössling einer äußerst wohlhabenden Familie kennen und erhält durch ihn Zugang zu den besten Kreisen. Im Nu ist Charles nicht nur ein gern gesehener Gast der Familie und bewegt sich zunehmend selbstsicher in den Reihen der oberen Zehntausend, er gewinnt auch noch das Herz von Toms Schwester Chloe (Emily Mortimer) und steuert so auf eine goldene Zukunft zu. Doch dann lernt er Toms Verlobte Nola Rice (Scarlett Johannson) kennen, eine äußerst verführerische Schauspielerin, der er vollkommen verfällt. Nun balanciert er zwischen zwei Frauen, von denen die eine den ersehnten finanziellen und gesellschaftlichen Aufstieg verkörpert, während die andere die eher fleischlichen Begierden befriedigt. Als Nola Tom bekennt, von ihm schwanger geworden zu sein, sieht sich der Sunnyboy vor die Wahl gestellt. Panisch geworden heckt er einen teuflischen Plan aus, der sein Lebensglück retten soll. Denn nun steht alles auf dem Spiel. Und für den siegbringenden Match Point würde Charles über Leichen gehen…

Wie der Tennisball, der zu Beginn des Filmes bildfüllend auf einer Netzkante balanciert, so ist auch Charles Leben zu einem Spielball von Mächten geworden, die außerhalb seines Einflussbereichs zu liegen scheinen. Die Konstellation des jungen aufstrebenden Mannes zwischen zwei Frauen und damit zwei Seelen, die in seiner Brust schlagen, ist so schlicht und doch ergreifend, von so nahezu klassischem Ausmaß, dass man es kaum glauben mag, dass hier der mittlerweile 70-jährige Meister der elegant-leichfüßigen, intellektuellen Unterhaltung Regie geführt hat. Kraftvoll und mit knappen, prägnanten Dialogen steuert die Handlung erbarmungslos auf den unvermeidlichen Schlusspunkt zu, so dass der Zuschauer nach zwei Stunden bester Kinokost sichtlich erschüttert das Dunkel verlässt. Einer der besten und kraftvollsten Woody Allen Filme seit Jahren, ein echtes Meisterwerk.

Match Point

Es ist niemals zu spät, etwas ganz Neues auszuprobieren. Das dachte sich wohl auch der Altmeister der neurotischen Komödie Woody Allen und hat mit seinem neuen Werk Match Point einen in vielerlei Hinsicht außerordentlichen Film auf die Leinwand gezaubert.

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Meinungen
Sollinger · 12.12.2015

Ich habe den Film kurz nach Erscheinen, also vor etwa 10 Jahren gesehen, und er ist mir nie aus dem Sinn gegangen. Das liegt daran, dass Woody Allen als Symbol für das zufällige Schicksal den Tennisball auf der Netzkante (und später z.B. eine Münze auf einem Flussgeländer) balancieren lässt, und je nachdem, auf welche Seite der Ball fällt, geht die Geschichte im Guten oder im Bösen weiter. Und anders als man es gewöhnt ist, fällt die Entscheidung immer zugunsten des Bösewichts aus und damit bis zuletzt überraschend und zutiefst ungerecht und sorgt trotzdem für ein Happy End.

kaiserin · 08.04.2008

schöner film, betörende johansson. sehr schön finde ich, wie allen uns zeigt, wie sehr männer an ihrem fixen leben, geld haus und wohnung festhalten, selbst wenn eine solche göttin ins haus steht. das ist auch der grund , warum in 90% prozent solcher liebeleien die geliebte alleine bleibt. möge die ehefrau noch so nerven.

Bernd · 03.09.2006

Ansehen! Ansehen! Ansehen!

Simone · 06.09.2006

Mr. Allen hat sich mit 70 Jahren neu erfunden, beste Unterhaltung für den intellektuellen Zuschauer. Sicherlich keine Mainstream Kino deswegen nichts für Zuschauer die Königreich der Himmel u.ä, bevorzugen. Für allen anderen die Info: Anschauen!

· 01.06.2006

Alle die hier schreiben, dass es sich bei diesem Film um pseudo-intellektuellen langweiligen Mist handelt, die sollen sich lieber weiter ihren hirnrissigen Actionquatsch anschauen. Ich finde, dass Woody Allen hier wieder einmal mehr sein unerreichbares Talent für spanende, humorvolle und anspruchsvolle Filme bewiesen. Ich kann diesen Film nur diesen Leuten empfehlen, die Woody Allen kennen und seine Filme auch auf einem gewissen geistigen Niveau verstehen.

· 16.03.2006

MATCH POINT ist ein Meisterwerk und Allen setzt die jüngste Geschichte in Bezug zu Dostojevskis SCHULD UND SÜHNE (CRIME AND PUNISHMENT) ähnlich wie Castorff an der Volksbühne. Ein Film voller Querverweise zur Kulturgeschichte.

Ich denke Allen stellt uns mit diesem Film eine Frage, die wir, als westliche Gesellschaft, verdrängen wollen. Wie kann es sein das ein kalkuliertes, durchgeplantes Verbrechen aus Habgier nicht bestraft wird, ein kalkulierter, völkerrechtswidriger Krieg aus Gewinnsucht, vor aller Augen geplant und durchgeführt, aber nicht bestraft wird. Es kann nur am Glück liegen. Oder an Verdrängung (Kolateralschaden). Vielleicht auch einfach Ablenkung. So ein Polizist kann schliesslich nicht alles auf einmal. Mit ein wenig Glück ist der Ankläger zu beschäftigt.
Aber mit der Schuld müssen wir leben.

Emilie · 15.03.2006

"langweilig", "pseudo-intellektuell", "Mist" ... klingt "intellektuell", was manche so von sich geben. Ich habe mich nicht gelangweilt. Denke, zumindest das Ende ähnelt nicht den typischen "Ami-Filmen". Möchte nicht darüber urteilen, ob er ein gutes Niveau hat, doch hat man nach "Match Point" sicher was zu reden und denken. Das kommt nicht alle Tage vor.

Nina · 01.03.2006

Ich fand Woody Allen schon immer langweilig und pseudo-intellektuell, so auch dieser Mist, der sich durch nichts von anderen Ami-Filmen unterscheidet. Null Psychologie, hoher Unterhaltungswert. Das reicht langsam nicht mehr.

Benni · 19.02.2006

Der Film ist unterhaltsam und wie jeder Allen-Streifen polarisierend.
Ich fande die letzten 20 min sehr beklemmend. Ein Film, bei dem man nicht direkt aus dem Kino geht und sich locker ein Bierchen trinkt.

Markus Biller · 14.02.2006

Sehr Schlechter Film, nicht zu empfehlen

V.M. · 08.02.2006

Hochspannung für mich, als es um den Mord ging, weil ich vorher die Pointe nicht kannte.Sonst wäre ich wohl von dem Film enttäuscht gewesen. Moralisch eher vewerflich, aber wie ein guter Freund von mir sagte: Was mir an einem solchen Plot gefällt, ist der Protest gegen das übliche Hollywood-Strickmuster, nach dem die Guten immer belohnt und die Bösen immer bestraft werden, und, wenn ein Böser sich zum Guten wandelt, dieser sein Leben lassen muss, um den Guten zu helfen. Manchmal kotzt einen das ziemlich an."

· 22.01.2006

ein absolut genialer film, wer den nciht guckt, ist selber schuld...

K. Schameitat aus Mönchengladbach · 16.01.2006

Belanglose Geschichte. Muss man nicht gesehen haben.

· 16.01.2006

gepflegte Langeweile

Peter · 15.01.2006

Einer der besten Filme, die ich je gesehen habe. Phantastisch!

Edi aus Wien · 09.01.2006

Woody Allen - Hitchcock sei Dank - wieder in Bestform: ein genial zynisches Intrigenstück mit tollem Ende - weiter so, Woody!

Kira · 05.01.2006

Atemberaubender Film, fantastische schauspielerische Leistungen und perfekte Besetzung...ich war begeistert!!

· 04.01.2006

der anfang ist etwas langatmig, aber insgesamt ein guter film, der zum nachdenken anregt.

· 03.01.2006

Der Film ist ja ganz nett, aber mehr auch nicht.

Aber vorallem eines ist er nicht: Tragisch. Nicht im Ansatz. Ich habe vorallem gelacht, wie es sich für einem Woody Allen Film nunmal gehört ...

Kommentare

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