Kennwort: Morituri

Kennwort: Morituri

Eine Filmkritik von Marie Anderson

Donnerstag, 8. September 2011, Das Vierte, 20:15 Uhr

Der aus Österreich stammende Schauspieler und Regisseur Bernhard Wicki (1919-2000), der im nationalsozialistischen Deutschland einige Monate im Konzentrationslager Sachsenhausen durchleiden musste, ist hierzulande vor allem als Regisseur des legendären Antikriegsfilms Die Brücke von 1959 bekannt. Doch auch der US-amerikanische Spielfilm Kennwort: Morituri aus dem Jahre 1965 mit Marlon Brando und Yul Brynner in den Hauptrollen stellt einen absolut sehenswerten Vertreter dieses Genres dar, der seinerzeit in den Kategorien Beste Kamera und Beste Kostüme für den Oscar nominiert war.
Kapitän Müller (Yul Brynner) befehligt das deutsche Frachtschiff, das während des Zweiten Weltkriegs von Japan ausläuft, um Gummi sowie Sprengmaterial durch die Seeblockade der Aliierten nach Frankreich zu transportieren. Als ihm der Gestapo-Offizier Hans Keil (Marlon Brando) mit an Bord geschickt wird, reagiert der Kapitän ablehnend, denn er ist kein Anhänger der Nazi-Ideologie. Doch Müller ahnt noch nicht, dass es sich bei diesem vermeintlichen deutschen Offizier um den vom britischen Geheimdienst engagierten Sprengstoffexperten Robert Crain handelt, der den Auftrag hat, die an Bord befindlichen Sprengladungen zu entschärfen ...

Technisch brillant wie höchst spannend inszeniert ist es die überaus packende, psychologisch schwelende Atmosphäre dieses Kriegsdramas, die vor allem Fans des Genres über zwei Stunden bestens unterhält. Vor allem gegen Ende wartet Kennwort: Morituri auch mit ethischen Diskursen über Krieg, Widerstand und Frieden auf, während sich diese Thematik bereits mit der Präsenz der Jüdin Esther (Janet Margolin), die gemeinsam mit einer Gruppe von Amerikanern von einem gesunkenen Schiff an Bord gelangt, verstärkt ankündigt – ein eindrucksvoller, schauspielerisch glänzend umgesetzter Film, der weit mehr bietet als ein aufregendes Kriegsdrama.

Kennwort: Morituri

Der aus Österreich stammende Schauspieler und Regisseur Bernhard Wicki (1919-2000), der im nationalsozialistischen Deutschland einige Monate im Konzentrationslager Sachsenhausen durchleiden musste, ist hierzulande vor allem als Regisseur des legendären Antikriegsfilms "Die Brücke" von 1959 bekannt.
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