Marlon Brando

Marlon Brando

Marlon Brando wurde am 3. April 1924 in Omaha (Nebraska/USA) als Sohn einer begeisterten Laienschauspielerin und eines Kaufmanns geboren. Nach der Schule gelang es ihm wegen einer vorgetäuschten Knieverletzung um den Militärdienst zu kommen. Er schrieb sich statt dessen beim Erwin-Piscators-Dramatic-Workshop der New School of Social Reserch ein.

1947 wurde Tennessee Williams’ Endstation Sehnsucht in der Regie von Elia Kazan am Broadway uraufgeführt. Für Marlon Brando in der Rolle des Stanley Kowalski war es der Beginn einer großen Karriere. Drei Jahre später drehte Kazan den gleichnamigen Film mit Vivian Leigh als Blanche und Marlon Brando in der Hauptrolle und begründete damit Brandos Weltruhm.

Es folgten Rollen wie die des Emilio Zapata in Viva Zapata! (1952), er spielte Marc Anton in Mankiewiczs Julius Caesar (1953) und wurde für diese Rolle bereits zum dritten Mal nach Endstation Sehnsucht für den Oscar nominiert. Den erhielt er dann 1954 für die Rolle des Terry Malloy in Kazans Inszenierung von Budd Schulbergs Die Faust im Nacken.

Zwei Jahrzehnte später, nach vielen Skandalen, Erfolgen und Misserfolgen, einem eindrucksvollen, aber erfolglosen Regiedebüt mit dem Western Der Besessene (1961), erhielt Marlon Brando noch einmal den Oscar für die Rolle des Don Vito Corleone in Francis Ford Coppolas Der Pate (1972). Diesen Preis lehnte er jedoch unter Verweis auf die Unterdrückung der Indianer in den USA ab. Danach glänzte der übergewichtige, wandlungsfähige Mime noch in der Hauptrolle des umstrittenen Bertolucci-Werkes Der Letzte Tango in Paris (1972, siehe Bild), in dem Western Duell am Missouri (1975) und in Coppolas Kriegs-Epos Apocalypse Now (1979). Nach seiner wenig erfolgreichen Rolle in Die Formel (1980) sah man Brando lange Zeit nicht mehr auf der Leinwand. Er legte sich in den letzten Jahren häufig mit der Presse an und war ab 1988 für hohe Gagen in vorwiegend kleinen Rollen zu sehen.

Marlon Brando starb am 1. Juli 2004 in Los Angeles im Alter von 80 Jahren. Mit ihm verlor Hollywood seine, vielleicht letzte, Schauspieler-Legende vom Format eines James Dean oder einer Marilyn Monroe.


Filmographie
(Auswahl)
1950 DIE MÄNNER (The Men)
1951 ENDSTATION SEHNSUCHT
(A Streetcar Named Desire)
1952 VIVA ZAPATA!
1953 JULIUS CAESAR
1954 DER WILDE (The Wild One)
1954 DIE FAUST IM NACKEN (On The Waterfront)
1954 DESIRÉE
1955 SCHWERE JUNGS – LEICHTE MÄDCHEN
(Guys And Dolls)
1956 DAS KLEINE TEEHAUS
(The Teahouse Of The August Moon)
1957 SAYONARA
1958 DIE JUNGEN LÖWEN (The Young Lions)
1959 DER MANN IN DER SCHLANGENHAUT
(The Fugitive Kind)
1961 DER BESESSENE (One-Eyed Jacks)
1962 MEUTEREI AUF DER BOUNTY
(Mutiny On The Bounty)
1963 THE UGLY AMERICAN
1964 ZWEI ERFOLGREICHE VERFÜHRER
(Bedtime Story)
1965 KENNWORT – MORITURI
1966 EIN MANN WIRD GEJAGT
(The Chase)
1966 SÜDWEST NACH SONORA
(The Appaloosa)
1967 DIE GRÄFIN VON HONGKONG
(Countess From Hong Kong)
1967 SPIEGELBILD IM GOLDENEN AUGE
(Reflections In A Golden Eye)
1968 CANDY
1968 AM ABEND DES FOLGENDEN TAGES
(The Night Of The Following Day)
1969 QUEMADA (Burn!)
1972 DER PATE (The Godfather)
1972 DER LETZTE TANGO IN PARIS
(L’ultimo tango a parigi)
1972 THE NIGHTCOMERS
1976 DUELL AM MISSOURI
(The Missouri Breaks)
1978 SUPERMAN
1979 APOCALYPSE NOW
1980 DIE FORMEL (The Formula)
1989 WEISSE ZEIT DER DÜRRE
(A Dry White Season)
1990 FRESHMAN
1992 CHRISTOPHER COLUMBUS –
DER ENTDECKER (The Discovery)
1995 DON JUAN DE MARCO
1996 DNA – DIE INSEL DES DR. MOREAU
(The Island Of Dr. Moreau)
1997 THE BRAVE
1998 FREE MONEY
2001 THE SCORE
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Kritik

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