Expedition in die Zukunft

Expedition in die Zukunft

Eine Filmkritik von Martin Beck

Wie "Star Wars", nur ohne Stars und Wars

Irgendwo in Expedition in die Zukunft steckt ein interessanter Film. Die Chancen, dass man ihn entdeckt, stehen leider nicht allzu gut, denn davor gilt es etliche Hindernisse zu überwinden. Das hier ist eine Art Anti-Star Wars, geprägt durch Leblosigkeit, abwesende Effekte und amateurhafte Schauspieler. Was für Dennis Hopper The Last Movie war, war für Peter Fonda dieser Film hier – eine Art Freischuß nach Easy Rider, leider so erfolglos, dass sogar die Produktionsfirma daran zugrunde ging.
Die Handlung von Expedition in die Zukunft beginnt in den siebziger Jahren, als Wissenschaftler entdecken, dass die Erde bald zerstört werden wird. Sie erfinden daraufhin eine Zeitreisemaschine, mit der einige Studenten ins Jahr 2044 reisen, um dort eine neue Zivilisation aufzubauen. Das Problem nur (abgesehen davon, dass man nicht mit Hosen reisen darf): Auf einmal wird die Verbindung gekappt und die Gruppe steckt in der Zukunft fest.

Tja, verdammt. Also am besten erst mal herumstehen, der kargen Umgebung beim karg sein zusehen und dann ein paar bemerkenswert leblose Dialoge absondern: „Did you get into any love affairs at the clinic?“ „No.“ „Still a virgin?“ „I thought they told you about that; I got raped. Couple weeks ago.“ Und … so weiter, wohlgemerkt ohne jedes schauspielerische Charisma. Mit der Ausnahme von Keith Carradine sind alle Darsteller Amateure und verhalten sich auch so. „Leblos“ ist tatsächlich hier das richtige Wort, auch wenn es irgendwann darum geht, dass sich die Leute gegenseitig umbringen wollen.

Vielleicht war es ja das Ziel bei Expedition in die Zukunft, depressiven Minimalismus zu exerzieren, doch ziemlich schnell sogar führt das zu Wahrnehmungsstörungen, weithin bekannt als Schlaf. Peter Fondas Stil ist es, Leben herauszusaugen, basierend auf einem winzigen Budget, und dann auch noch die Geschichte mit wirren bis bizarren Plotwendungen abzusenken. Besonders schön hierbei ist der plötzliche Tod einer Frau, die über 15 Minuten zunächst als Hauptfigur aufgebaut und nach ihrem Ableben nicht einmal mehr erwähnt wird. Auf den weiteren Plätzen folgen dann zum Beispiel die Hosen-Nummer, die Beschränkung der Zeitreisen auf Leute unter 28 Jahren oder die fast völlige Abwesenheit von Spezialeffekten.

Was schon etwas irritiert, bei einem Zeitreise-Film, aber letztendlich perfekt zu der generellen Monotonie passt. Zu sehen sind hier ein weitgehend ausgeräumtes Labor und amerikanische Niemandsland-Weiten, die die Figuren genauso verloren erscheinen lassen wie sie tatsächlich sind. Ein bisschen reden, ein bisschen herumlaufen, ein bisschen was probieren. Die Bilder des Niemandslandes sind tatsächlich ganz hübsch geworden und das Ende könnte ebenfalls punkten, wenn denn nicht zuvor schon alles versenkt worden wäre, doch unterm Strich bleibt trotzdem eine potentiell gute Idee, die von der Umsetzung nach Strich und Faden demontiert wird.

Wer hier einen Vorläufer für Terminator erkennen will, basierend auf der per-Zeitreise-die Erde-retten-Nummer, dem kann man eigentlich nur viel Glück wünschen. Expedition in die Zukunft ist eine langweilige Obskurität, die zu Recht nie ordentlich veröffentlicht wurde. Die DVD von Pidax basiert anscheinend auf einer TV-Ausstrahlung und hat demzufolge eine mäßige Bild- und Tonqualität. Ein Fall für Extrem-Sammler, alle anderen dürfen getrost weitergehen. Es gibt hier kaum etwas zu sehen.

Expedition in die Zukunft

Irgendwo in „Expedition in die Zukunft“ steckt ein interessanter Film. Die Chancen, dass man ihn entdeckt, stehen leider nicht allzu gut, denn davor gilt es etliche Hindernisse zu überwinden. Das hier ist eine Art Anti-„Star Wars“, geprägt durch Leblosigkeit, abwesende Effekte und amateurhafte Schauspieler.
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