Journey of Love

Journey of Love

Eine Filmkritik von Beatrice Behn

Junge Frau zum Mitreisen gesucht

Romantische Komödien aus den USA sind fast immer ein Einheitsbrei nach einem ganz bestimmten, mit Stereotypen und Klischees angehäuften Muster. Safety Not Guaranteed ist da eine erfrischend sperrige Ausnahme. Mit einem Budget von unter 1 Million Dollar, also einer Geldsumme, für die in Hollywood kein Star auch nur aus dem Sessel aufstehen würde, erzählt Newcomer Colin Trevorrow die ungewöhnliche Geschichte von Kenneth (Mark Duplass) und Darius (Aubrey Plaza). Die beiden lernen sich über ein Inserat kennen, wenngleich dies eine Kontaktanzeige der etwas absurderen Art ist. Denn Kenneth sucht eine/n Partner/in zum Zeitreisen: Gesucht: Jemand, der mit mir in die Vergangenheit reist. Das ist kein Scherz. Bezahlung nach Rückkehr. Du musst deine eigenen Waffen mitbringen. Sicherheit kann nicht garantiert werden. Ich habe das bisher nur einmal gemacht.
Darius ist Praktikantin bei einem Magazin und soll zusammen mit dem Reporter Jeff (Jake M. Johnson) und dem verklemmten Arnau (Karan Soni) zu Recherchezwecken in die tiefste Provinz fahren, um dort herauszufinden, was es mit dem merkwürdigen Inserat auf sich hat. Da Jeff allerdings mehr damit beschäftigt ist, vor Ort eine alte Jugendliebe wieder aufzufrischen, muss Darius ran. Sie verschafft sich Zugang zu Kenneth, indem sie ihr Interesse an einer Mitreise in die Vergangenheit bekundet. Die beiden kommen sich schneller näher als gedacht, denn ohne es anfänglich zu bemerken, haben sie eines gemeinsam: Sie sind irgendwie schräge Außenseiter, die bisher noch niemanden gefunden haben, der sie so mag wie sie sind und ihre Kauzigkeit verstehen würde.

Safety Not Guaranteed changiert zwischen den Vorbereitungen auf den Trip in die Vergangenheit und der langsamen Annäherung zwischen den beiden Protagonisten. Dabei umschifft der Film fast immer potentielle Offensichtlichkeiten oder Kitschiges und verbleibt lieber bei einem sprachlich niveauvollen verbalen Schlagabtausch, der aber im Gegensatz zu vielen anderen amerikanischen Filmen, die dieses Mittel wählen, nicht in bitterem Zynismus oder in Wortklauberei ertrinkt.

Die Charaktere finden ebenfalls viel Raum sich weit über das hinaus zu entwickeln, was ihnen die Grundprämisse des Filmes zur Verfügung stellt. In all seiner liebevollen, unperfekten Menschlichkeit schafft der Film es sogar, den Zuschauer nach und nach auf seine Seite zu ziehen und ihn an die völlig absurde Grundkonstellation des Zeitreisens glauben zu lassen.

Zwar ist das Zeitreisen hier eher ein Hitchcockscher MacGuffin oder besser gesagt eine muntere Metapher für Zwischenmenschliches. Doch wenn man es ganz rational bedenkt, muss man feststellen: So viel unwahrscheinlicher als das Konstrukt Liebe ist jenes der Zeitreisen nun auch nicht. Und genau das ist das wahrhaft Geniale dieses Filmes. Sowohl die irrsinnige Geschichte als auch die Charaktere wachsen einem im Verlauf der Erzählung so sehr ans Herz, dass es sich am Ende ein wenig so anfühlt, als wäre man selbst verliebt – was definitiv auch der Fall ist. Nur dass in diesem Falle die Zuneigung nicht einem geliebten Menschen, sondern einem ebenso wunderbaren Film gilt, der es versteht, die Dinge, von denen er erzählt, nicht nur zu zeigen, sondern auf herrlich absurde Weise auch spürbar zu machen.

Noch ein wenig unnützes Wissen zum Abschluss: die Anzeige ist nicht erfunden, sondern beruht auf einer tatsächlichen Anzeige, die in den 1990ern in den USA geschaltet wurde. Ob jene Reise aber ebenso abenteuerlich endete wie die filmische, darüber ist leider nichts bekannt.

Journey of Love

Romantische Komödien aus den USA sind fast immer ein Einheitsbrei nach einem ganz bestimmten, mit Stereotypen und Klischees angehäuften Muster. „Safety Not Guaranteed“ ist da eine erfrischend sperrige Ausnahme. Mit einem Budget von unter 1 Million Dollar, also einer Geldsumme, für die in Hollywood kein Star auch nur aus dem Sessel aufstehen würde, erzählt Newcomer Colin Trevorrow die ungewöhnliche Geschichte von Kenneth (Mark Duplass) und Darius (Aubrey Plaza).
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