Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Mittwoch, 14. Januar 2009, ARTE, 23:15 Uhr

Der Gangsterboss Albert Spica (Michael Gambon) ist ein Ungeheuer, wie es im Buche steht – brutal, gefräßig und ohne jeden Skrupel. Gemeinsam mit seinen Spießgesellen belagert er regelrecht den Gourmettempel „Le Hollandais“ des Meisterkochs Richard Borst (Richard Bohringer) und treibt seine wüsten Spielchen mit allen Anwesenden. Seine Gattin Georgina (Helen Mirren) leidet entsetzlich unter der groben und menschenverachtenden Art ihres Mannes und lässt sich schließlich auf eine Affäre mit dem Stammgast Michael (Alan Howard) ein. Als Spica von der Verbindung erfährt, tobt er und lässt Michael umbringen. Woraufhin Georgina sich rächt und auf kulinarische Rache sinnt…
Kunst und Gefräßigkeit, Verbrechen und Haute Cuisine, Eros und Tod, das sind die Themen von Peter Greenaways Meisterwerk Der Koch, der Dieb seine Frau und ihr Liebhaber / The Cook, the Thief, His Wife und Her Lover aus dem Jahre 1989. In aufwändigen Tableaus, die an einige Werke der flämischen und niederländischen Malerei erinnern, zelebriert der ausgebildete Maler Greenaway einen makaberen Totentanz und einen opulent inszenierten Abgesang auf das Ende der Kunst im Zeitalter eines alles verschlingenden und hemmungslos gierig gewordenen Kapitalismus, der für den Regisseur deutliche Anzeichen einer kriminellen Weltanschauung enthielt. Auch wer diese düstere Weltsicht und schonungslose Bestandsaufnahme Greenaways am Ende der Regierungszeit Maggie Thatchers nicht teilen kann – die Kunstfertigkeit, die Farben und die außergewöhnlichen Bilder, die der Regisseur für seine Parabel findet, sind auch heute noch voller Kraft und Poesie. Ein Meisterwerk des postmodernen Kinos – selten waren Bildende Kunst und Kino so eng miteinander verschmolzen wie in diesem Film.

Der Koch, der Dieb, seine Frau und ihr Liebhaber

Der Gangsterboss Albert Spica (Michael Gambon) ist ein Ungeheuer, wie es im Buche steht – brutal, gefräßig und ohne jeden Skrupel.
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