Der Glücksbringer - Liebe gibt es nicht umsonst

Der Glücksbringer - Liebe gibt es nicht umsonst

Eine Filmkritik von Peter Osteried

Großes Schauspielkino, aber mehr auch nicht

Die Zeiten, in denen Richard Gere als Gigolo oder romantischer Held eingesetzt wurde, sind lange vorbei. Gerade in den letzten Jahren wird der alternde, aber immer noch gut aussehende Mime von Rollen angezogen, die ihn etwas mehr fordern. Da geht es dann auch weniger um die Geschichte an sich. Es scheint, dass ihn mehr die individuelle Herausforderung reizt. So ist es auch bei Der Glücksbringer - Liebe gibt es nicht umsonst, der eine im Grunde sehr simple Geschichte erzählt - und das auf langsame, elegische Art und Weise.
Der Milliardär Franny (Richard Gere) verliert bei einem Autounfall seine besten Freunde. Von Schuldgefühlen übermannt, zieht er sich von allem zurück. So bricht er auch den Kontakt zu Olivia (Dakota Fanning) ab, der Tochter seiner Freunde. Jahre später taucht Olivia, mittlerweile mit Luke (Theo James) verheiratet und schwanger, wieder in Frannys Leben auf. Er sieht darin die Möglichkeit, endlich Frieden mit der Vergangenheit zu schließen. Doch Franny mischt sich über Gebühr in das Eheleben des Paares ein, so dass Luke die Motive des Gönners zu hinterfragen beginnt.

Es ist nicht mal so sehr die Rolle, sondern Geres Darstellung, die alle Aufmerksamkeit auf sich zieht. Nicht weil seine Figur wie Mr. Jones überbordend agieren würde, sondern weil sie erstaunlich subtil ist. Aber nicht nur das: Gere ist charismatisch, ein Mann der großen Gesten mit unendlichem Enthusiasmus, aber dann auch wieder ein Häufchen Elend, das von den eigenen Schuldgefühlen zu Boden gedrückt wird.

Gegen diese Darstellung verblassen Geres Ko-Stars. Dakota Fanning ist eigentlich gut, hier aber kaum mehr als Staffage. Theo James, der sich als nächster James Bond ins Gespräch gebracht hat, verschwindet ebenfalls im Hintergrund. Beide sind nur Beiwerk einer One-Man-Show, die sich wirklich sehen lassen kann.

Im Kern ist Der Glücksbringer eine Charakterstudie: das Porträt eines gequälten Geists, der - und da bleibt der Film vage - vielleicht gar keine Schuld auf sich geladen hat, sie aber dennoch empfindet. Das macht den Milliardär zur tragischen Figur, ist diese Schuld doch so etwas wie ein Suchtmittel, dem er sich nicht länger entziehen kann. Franny hat so lange damit gelebt, dass er sie braucht, manchmal sogar genießt, auch wenn er das nicht zugeben würde. Dadurch wird Geres Figur vielschichtig. Es ist interessant, zuzusehen, wie seine persönliche Entwicklung stattfindet.

Aber das ist auch das einzig wirklich Interessante an Der Glücksbringer. Denn gäbe es nicht Gere in dieser Rolle, dann hätte man wenig mehr als den Stoff eines recht mondänen Fernsehfilms. So jedoch kann man sich an Geres Darstellung erfreuen, wohlwissend, dass ein Film natürlich auch nicht von Darstellungen allein lebt. Die Geschichte bleibt etwas auf der Strecke.

Der Glücksbringer - Liebe gibt es nicht umsonst

Die Zeiten, in denen Richard Gere als Gigolo oder romantischer Held eingesetzt wurde, sind lange vorbei. Gerade in den letzten Jahren wird der alternde, aber immer noch gut aussehende Mime von Rollen angezogen, die ihn etwas mehr fordern. Da geht es dann auch weniger um die Geschichte an sich. Es scheint, dass ihn mehr die individuelle Herausforderung reizt.
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