Der Fuchs und das Mädchen

Der Fuchs und das Mädchen

Eine Filmkritik von Joachim Kurz

Ein tierisch schöner Familienfilm

Er kann es einfach nicht lassen: nach dem großen weltweiten Erfolg seines Dokumentarfilmes Die Reise der Pinguine wendet sich Luc Jacquet abermals dem Tierreich zu, wenngleich dieses Mal die klimatischen Bedingungen günstiger sind. Und es gibt noch eine weitere Neuerung, genauer gesagt sind es sogar zwei: Zum einen ist Der Fuchs und das Mädchen / Le Renard et l’Enfant Jacquets erster Spielfilm und zum zweiten baut er nicht allein auf überwältigende Aufnahme der Flora und Fauna, sondern auch auf den unbestreitbaren großen Charme seiner menschlichen Hauptdarstellerin (Bertille Noel-Bruneau). Sie spielt die kleine Lila, ein rothaariges, sommersprossiges und durch und durch entzückend anzusehendes Mädchen von vielleicht zehn oder elf Jahren, das eines Tages auf einem Streifzug durch die Landschaft einer Füchsin begegnet. Fasziniert von der Begegnung mit dem Tier sucht Lila nun jeden Tag nach „Titou“, wie sie die Füchsin nennt. Es kommt der Herbst, dann der Winter, und die Monate ziehen ins Land, ehe sich die beiden wieder sehen. Dann aber im Frühling ist es soweit – der Beginn einer wundervollen Freundschaft. Gemeinsam durchstreifen Lila, die im Winter alles über Füchse gelesen hat, und Titou gemeinsam die Gegend und das Mädchen lernt Tag für Tag, was es bedeutet ein Fuchs zu sein und welche Gefahren dies beinhaltet. Als Lila die Füchsin eines Tages vor einem wilden Wolfsrudel rettet, schweißt dies die beiden noch fester zusammen und Titou wagt sich sogar bis zu Lilas menschlicher Behausung. Doch ein zahmes Tier wird die Füchsin niemals werden, das muss auch Lila auf schmerzliche Weise erfahren…
Luc Jacquets wunderschön fotografiertes und manchmal etwas naives und kitschiges Märchen erzählt von der Begegnung eines Mädchens mit der Natur, die sie umgibt, von dem Zauber, den diese Begegnung bei ihr auslöst und von einer Freundschaft zwischen Mensch und Tier, die geprägt ist von Respekt und Achtung. Hier in der Ain-Region südlich des Jura-Gebirges ist die Welt und mit ihr die Natur noch in Ordnung, hier gibt es Füchse, Wölfe, Bären, majestätische Berghänge und grüne Wiesen. Dieser verträumt–schwelgerische, beinahe nostalgisch verklärte Blick Jacquets, der auch in der Grundkonstellation des Films zum Ausdruck kommt – die erwachsene Lila erzählt Jahre später ihrem kleinen Sohn von der Begegnung mit Titou – kommt nicht von ungefähr: Schließlich wuchs der Filmemacher in dieser Gegend auf und begegnete wie seine kleine Heldin in Kindertagen einem Fuchs – ein Erlebnis, das er anscheinend nie vergessen hat. Trotz eines manchmal überdeutlich hervortretenden pädagogischen Anspruchs und reichlich sentimentalem Beiwerk gefällt Der Fuchs und das Mädchen / Le Renard et l’Enfant als modernes Märchen, das daran erinnert, wie viel Schönheit und Erhabenheit der Natur innewohnt. Und wie Lila müssen anscheinend auch wir wieder lernen, dass diese Natur all unseren Respekt und unsere Achtung verdient – zähmen können wir sie nur bedingt.

Der Fuchs und das Mädchen

Er kann es einfach nicht lassen: nach dem großen weltweiten Erfolg seines Dokumentarfilmes Die Reise der Pinguine wendet sich Luc Jacquet abermals dem Tierreich zu, wenngleich dieses Mal die klimatischen Bedingungen günstiger sind.
  • Trailer
  • Bilder
Meinungen
Melanie · 14.10.2008

Wunderbarer Film, ohne Worte, ganz großartig. Empfehlenswert.. Der Film wurde übrigens in Italien gedreht, auch wenn er den Anscheinmacht, er sein in Frankreich gedreht ;-)

Gast v. 5.2.08 · 06.02.2008

sehenswerter Film mit super Naturaufnahmen von Tieren und Landschaften. Traumhaft schön!!!!!!!!

Dieter Kaufmann · 23.01.2008

Es wurde nicht klar, in welcher Landschaft der Film gedreht wurde.

Kommentare

Diese Sicherheitsfrage überprüft, ob Sie ein menschlicher Besucher sind und verhindert automatisches Spamming.