Der Duft von Lavendel

Der Duft von Lavendel

Der lange Weg nach Hollywood

Irgendwie erinnert die ganze Geschichte ja schon fatal an die Geschehnisse Sommers 2005 rund um den geheimnisvollen „Piano Man“, der die Saure-Gurken-Zeit füllte und wochenlang die Schlagzeilen beherrschte. Im ländlich-idyllischen Cornwall des Jahres 1936 leben zwei Schwestern fernab der sich ankündigenden internationaler Turbulenzen in einem malerischen Haus auf den Klippen. Einzig und allein die resolute Haushälterin Dorcas (Miriam Margolyes) sorgt für Würze im ebenso beschaulichen wie ruhigen Leben der beiden alten Damen, die sich hier einen ruhigen Lebensabend gönnen.
Das ändert sich allerdings schlagartig, als Ursula (Judie Dench) eines Morgens während eines Strandspaziergangs einen reglosen Körper am Strand findet. Da Strandgut nach einer alten Regel dem glücklichen Finder gehört, verfrachten die beiden Damen den jungen Mann flugs in ihr Gästezimmer. Natürlich ist Andrzeij (Daniel Brühl) kein gewöhnlicher Mensch, sondern ein hoch begabter Geigenvirtuose auf dem Weg nach ganz oben. Er war von Krakau aufgebrochen, um vor der zunehmend antisemitischen Stimmung in Polen zu fliehen und sein Glück in Amerika zu suchen. Auch wenn sie es niemals zugeben würden, so sind die Schwestern doch glücklich über die Abwechslung in ihrem Leben, mit Hingabe pflegen die beiden den jungen Virtuosen gesund.

Zufällig befindet sich die attraktive Schwester (Natasha McElhone) der russischen Stargeigers Boris Danilof auf Urlaub in Cornwall und erkennt sofort das enorme Talent von Andrzeij. Selbstverständlich sind die beiden alten Damen wenig entzückt von den zarten Banden, die sich nun zwischen ihrem Schützling und der temperamentvollen jungen Dame entwickeln. Doch die beiden können es nicht verhindern, dass Andrzeij nun seinen Weg ohne sie machen wird…

Es sind vor allem die beiden wie stets hervorragenden Hauptdarstellerinnen Maggie Smith und Judie Dench, die diesen Film tragen. Vor allem letztere ist die eigentliche Hauptperson in diesem Ensemblestück, die Verletzungen, die sie aus einer lange zurückliegenden Liebe davon getragen hat, werden im Laufe des Films immer spürbarer, was dem beinahe nostalgisch anmutenden Werk einen Hauch von Melancholie verleiht, der ihm gut zu Gesicht steht. Daniel Brühl hingegen bleibt in seiner ersten internationalen Rolle eher blass und unauffällig und wird schnell zu einem Spielball zwischen den gegenläufigen Interessen. Seine Motivation und sein Handeln wird auf diese Weise kaum versteh- und nachvollziehbar, was dem Film nicht gut tut, zumindest nicht als Vehikel, um Brühls internationale Karriere voranzutreiben.

Der Duft von Lavendel

Irgendwie erinnert die ganze Geschichte ja schon fatal an die Geschehnisse dieses Sommers rund um den geheimnisvollen „Piano Man“, der in diesem Sommer die Saure-Gurken-Zeit füllte und wochenlang die Schlagzeilen beherrschte.

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Meinungen
Kasseroler Inge · 04.07.2007

Ein ganz wertvoller, ans Herz gehender Film in dieser korrupten bösartigen Welt endlich mal was Schönes. Bei Gott kein OMA-Film!!!

malfoy · 16.10.2005

Im Gegensatz zu meinen Vorrednern fand ich diesen Film sehr bewegend, auch wenn es sicher noch Lücken zum Füllen gab. Vieles wurde offen und somit der eigenen Phanatasie überlassen und die Schauspieler glänzten durch echte Charakterdarstellung.

djromue · 16.10.2005

umgotteswillen! belanglos und ohne jede überraschung. eigentlich eine frechheit, dieser film!

Snacki · 11.10.2005

Harmlos, aber ganz schön. Wenn ihr mal wieder richtiges Oma-Kino sehen wollt, dann seid ihr hier richtig.

Kommentare

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