The Rite - Das Ritual

The Rite - Das Ritual

Eine Filmkritik von Beatrice Behn

Müder Neuaufguss des uralten Kampfes zwischen Gut und Böse

Seit William Friedkins Film Der Exorzist Priester zu Popstars gemacht und Erbsensuppe eine ganz neue Konnotation verschafft hat, arbeiten sich Filmemacher immer wieder am Thema der Teufelsaustreibung ab. Nachdem es eine Weile ruhiger um dieses Subgenre des Horrorfilms wurde, wird der Markt seit ca. 2005 geradezu überflutet mit mehr oder weniger guten Kopien des uralten Kampfes Dämon vs. Geistlicher. In The Rite - Das Ritual darf nun auch Sir Anthony Hopkins mal ran.
Die Geschichte ist schnell erzählt. Der junge Seminarist Michael Kovak (Colin O’Donoghue) steht kurz vor Beendigung seiner Ausbildung zum Priester, allerdings zweifelt er an seinem Glauben zu Gott. Kurzerhand wird er nach Rom geschickt, um dort zum Exorzisten ausgebildet zu werden, denn, so glaubt man, wenn er erst einmal das Böse sieht, wird er den Glauben an das Gute und die Allmacht von Mutter Kirche schon finden. Doch auch vor Ort lassen sich Michaels Zweifel nicht beruhigen, weshalb man ihn schließlich zu Pater Lucas (Anthony Hopkins) schickt. Dieser ist ein altgedienter und reichlich unorthodoxer Senior-Exorzist, der seit Jahrzehnten das Böse aus den Menschen vertreibt und schon viel gesehen und erlebt hat. Gemeinsam kümmern sich die beiden um den Fall eines jungen, schwangeren Mädchens, das glaubt besessen zu sein. Doch die Austreibung geht schief...

Mikael Håfströms The Rite - Das Ritual versucht stark sich abzusetzen von der Masse an Filmen mit dem gleichen Thema. Das gelingt zwar, allerdings nicht ganz so, wie dies wahrscheinlich gedacht war. Die Erzählkonventionen und die Ästhetik des Filmes untergliedern den Film in drei Teile. Der Anfang erinnert an amerikanische Coming-of-Age-Dramen im subtilen Independent-Style, wo mehr angedeutet wird als ausgesprochen. Michaels Familiengeschichte wird erzählt, es folgt eine kurze Rückblende in seine Kindheit. Natürlich, das ist sofort klar, wird diese im späteren Verlauf noch eine größere Relevanz erhalten.

Nach einem pathetisch-dramatischen Zwischenfall, der ziemlich übertrieben mit christlichen Heilsbringer-Ikonographien um sich wirft, folgt dann der zweite Teil, der die Ausbildung Michaels in Rom zeigt. Hier nun kann Regisseur Mikael Håfström (Zimmer 1408) endgültig nicht mehr an sich halten und inszeniert den Priester in der verlangsamten Variation eines Agenten à la Die Bourne Identität. Diese Hinleitung zum eigentlichen Höhepunkt des Films - dem Exorzismus - ist eine 1:1 Kopie sämtlicher Standard-Agentensequenzen der Filmgeschichte, in der der Akteur in einer exotischen, respektive europäischen Hauptstadt nach der Wahrheit sucht. Bis dahin ist von Horror oder wohligem Grusel keine Spur. Auch der versuchte Spannungsaufbau durch routiniert abgespulte Thrillerelemente kommt nicht voran. Umso fataler, dass selbst der bereits im Titel angedeutete Höhepunkt der eigentlichen Austreibung die Erwartungen nicht wirklich erfüllen kann.

Denn statt handfestem Gruseln entpuppt sich die Klimax des Films bei genauerer Betrachtung als enttäuschend kitischige Messias-Allegorie: Ausgerechnet der bislang zweifelnde und zaudernde Michael wird beim Anblick des Bösen zum biblischen Helden, zum Verteidiger Gottes und zum Rächer der Ungerächten, der nicht nur eine besessene Seele, sondern gleich die ganze Welt rettet.

Es ist offensichtlich, dass der Subtext dieses Filmes geprägt ist von der amerikanischen Angst vor dem Anderen, dem Fremden, dem Nicht-Christlichen. Schon immer waren es Horrorfilme, die diese und andere gsellschaftliche Ängste aufgriffen und ihnen einen entrücktes Antlitz gaben. Auch The Rite – Das Ritual ist letzten Endes und unterm Strich betrachtet nichts anderes als eine christliche Errettungsfantasie. Damit positioniert sich der Film gewissermaßen als Antithese zum fulminanten und ganz und gar religionskritischen Werk Der letzte Exorzismus. Das ist zwar durchaus legitim und manchmal kann auch Kino mit deutlich karthartischer Stoßrichtung viel Vergnügen bereiten schaden – wäre der Film nur halb so intelligent, subversiv und hart wie Daniel Stamms Werk. Oder zumindest halb so spannend. Dass der Film aber genau hierin wenig Überraschendes oder gar Neues zu bieten hat, kann nicht einmal durch den Hinweis auf die wahren Ereignisse, auf denen die Geschichte basiert, wettgemacht werden.

The Rite - Das Ritual

Seit William Friedkins Film "Der Exorzist" Priester zu Popstars gemacht und Erbsensuppe eine ganz neue Konnotation verschafft hat, arbeiten sich Filmemacher immer wieder am Thema der Teufelsaustreibung ab.
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Meinungen
Monika · 14.04.2011

Die Rezension ist völlig daneben. Film ist sehr spannend und keine Minute langweilig.

Ina · 27.03.2011

Ich kann mich Bernd nur anschließen: Klasse Film!!

Bernd · 20.03.2011

Klasse Film ! Sehr gut angelehnt an den Bestseller, der auf nachweislich wahren begebenheiten beruht. Der Rezensentin Beatrice Behn scheint jegliches Hintergrundwissen zu fehlen und liegt mit ihrer Einsc´hätzung absolut daneben. Kritisieren Sie besser Rosamunde Pilcher Verfilmungen, nFrau Behn !

6 Sterne !

Kommentare

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