Thank You For Smoking

Thank You For Smoking

Eine Filmkritik von Gesine Grassel

Perfide Satire auf die Political Correctness

Raucherlungen, Krebsgeschwüre und 8 Millionen Tote jährlich – die Zigarettenindustrie rangiert in ihrem Ansehen auf gleicher Höhe wie Labors für Tierversuche und Rüstungsfirmen. Trotzdem lassen sich die Millionen Raucher ihre Nikotinsucht nicht verderben und paffen bis der Kopf raucht. Alle schimpfen und meckern, und die Zigarettenindustrie muss sich wehren. Dafür haben all diejenigen, die ihr Geld auf Kosten der Gesundheit anderer verdienen, einen redegewandten, skrupellosen und überaus überzeugenden Sprecher: Nick Naylor (großartig: Aaron Eckhart). Der charmante Sunnyboy ist Pressesprecher von Big Tobacco und einer der meist gehassten und verachtetsten Männer des Landes. Er verteidigt die Rechte der Raucher und derer, die die Glimmstengel herstellen. Allein bei seinen wöchentlichen Treffen mit der Sprecherin der Alkoholindustrie Polly Bailey (Maria Bello) und dem Aushängeschild der Waffenindustrie Bobby Jay Bliss (David Koechner) fühlt er sich verstanden. Als Lobbyist für die Tabakindustrie zieht er durch die Lande, um massenwirksame Kampagnen für das Rauchen anzustimmen, aufgeregte Widersacher mit ein, zwei rhetorisch perfekten Argumenten zu beschwichtigen und das Bild der vermeintlichen Mörder ins positive List zu rücken. Dabei wird auch er als private Person zur Zielscheibe der Aggressionen und überlebt einen Mordversuch einzig und allein durch seine Nikotinsucht. Naylors gutes Gewissen, sein 12-jähriger Sohn Joey (Cameron Bright), beginnt langsam auf den Spuren seines erfolgreichen Vaters zu wandeln. Alle Professionalität des gutaussehenden Nicks gerät ins Wanken, als er der jungen Star-Reporterin Heather (Katie Holmes) begegnet. Dieses Mal stößt er mit seiner Redekunst und Gewandtheit an seine Grenzen. Ein Katz und Maus-Spiel beginnt, in dem die Begriffe richtig, falsch, gut und böse durcheinander geraten.
Regisseur Jason Reitman adaptierte den Romanbestseller von Christopher Buckley zu einer bittesüßen Tragikkomödie, bei deren schwarzem Humor einem die buchstäbliche Kippe zwischen den nikotingeschwängerten Lippen hängen bleibt. Besonders der Kampf gegen den Senator und Gesundheitsfanatiker (gespielt von William H. Macy) endet in einer tollen PR-Schlacht. Die Satire auf die heutige politisch-korrekte Gesellschaft sowie Werbe- und PR-Kultur ist absolut sehenswert. Hier kommen alle auf ihre Kosten, egal ob Raucher oder nicht. Wer zuletzt noch Spaß versteht wenn es um die Filmindustrie und deren Mogule geht, verlässt das Kino in Gewinnerlaune.

Thank You For Smoking

Raucherlungen, Krebsgeschwüre und 8 Millionen Tote jährlich – die Zigarettenindustrie rangiert in ihrem Ansehen auf gleicher Höhe wie Labors für Tierversuche und Rüstungsfirmen.
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Meinungen
· 12.10.2006

ich finde den Film höchst interessant gemacht jedoch denke ich er ist etwas weit hergezogen für das deutsche Puplikum

Kommentar · 30.09.2006

Der Film kratzt eher an der Oberfläche, gespickt mit ein paar zynischen Bemerkungen. Mir war er in anbetracht der Brisanz des Themas zu kraftlos. Zum Teil langatmig. Noch mal werde ich ihn nicht sehen.

· 12.09.2006

Schwarzer Humor nützt uns in der Zigarettenfrage nichts. Mir hat der Film nichts gesagt, er dümpelte zwischen Ja und Nein---vorsichtiger kann man ein Thema nicht behandeln. Ich habe, ganz ehrlich gesagt, diese Zigarettendiskussion satt, möge rauchen, wer will, wir sind alle erwachsen.

· 06.09.2006

einfach spitze; super gedreht; lustig und doch ernst ...

Antje Bohnhorst · 07.09.2006

Herrlich - Humor so schwarz wie verteerte Lungenflügel! Vom liebevoll gemachten Vorspann bis zur letzten Sekunde sehr zu empfehlen!

Kommentare

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