Hollywoodlegende Robert Duvall erhielt seine erste Oscar-Nominierung für seine Rolle in dem Kultfilm The Godfather (Der Pate, 1972). Einige Jahre später, 1979, wurde er zum zweiten Mal für den Academy Award nominiert. Diesmal für seine Rolle in Francis Ford Coppolas Apocalypse Now (1979). Im Jahr darauf folgte Nominierung Nummer Drei für seine Rolle als harter Marinepilot Bull Meechum in The Great Santini (1979). 1983 gewann er schließlich den Oscar in der Kategorie Bester Schauspieler für seine Rolle in Tender Mercies (1982). Für The Apostle (Apostel!, 1997), bei dem er auch für das Drehbuch und die Regie verantwortlich zeichnete, wurde er abermals für den Oscar nominiert. Für Stalin (1992) gewann er einen Golden Globe und für A Civil Action (Zivilprozeß, 1998) erhielt er seine insgesamt sechste Nominierung für den Oscar und eine für den Golden Globe.

Sein Leinwanddebüt feierte Duvall mit To Kill A Mockingbird (Wer die Nachtigall stört, 1962). In dem Kultklassiker spielte Duvall Boo Radley, einen geheimnisvollen und fehlverstandenen Jungen. Es folgte eine Vielzahl an Kinoklassikern wie Bullitt (1968), True Grit (1969), M.A.S.H (1970), The Eagle Has Landed (Der Adler ist gelandet, 1976) oder Days of Thunder (Tage des Donners, 1990), die Duvall zu einer lebenden Filmlegende werden ließen.

Duvall ist jedoch nicht nur als Schauspieler aktiv. 1977 war er Ko-Produzent und Regisseur des Dokumentarfilms We’re Not The Jet Set (1977), der vom Leben einer Rodeofamilie erzählt. Ein paar Jahre später, 1983, führte er zum zweiten Mal Regie. Diesmal bei dem Film Angelo, My Love (1983).

Um noch stärker in den Schaffensprozess beim Film eingebunden zu werden, gründete Duvall Butchers Run Films. Die erste Ko-Produktion der Firma war A Family Thing (A Family Thing – Brüder wider Willen, 1996), in der Duvall auch selbst gemeinsam mit James Earl Jones vor die Kamera trat. Die zweite Ko-Produktion der Butchers Run Films war der von der Presse gelobte The Man Who Captured Eichmann (1996), in der Duvall in die Rolle des Kriegsverbrechers Adolph Eichmann schlüpfte. 2001 fuhr Duvall nach Argentinien, um dort seinen eigenen Film Assassination Tango (Killing Moves, 2002) zu drehen. Bei dem Thriller war Duvall nicht nur vor der Kamera zu sehen, er zeichnete auch für Regie, Drehbuch und Produktion verantwortlich.

Robert Duvall wurde am 5. Januar 1931 in San Diego geboren. Duvall studierte Schauspiel am Principia College in Elsah und beendete sein Studium 1953. Er diente anschließend zwei Jahre in der Armee, um dann seine schauspielerische Ausbildung in New York fort zu setzen. Nach ersten kleineren Erfolgen auf New Yorker Bühnen, erhielt er das Angebot in Robert Mulligans To Kill A Mockingbird (1962) die Rolle des behinderten Boo Radley zu übernehmen — eine Rolle, die sich als Startschuss zu einer glanzvollen Schauspielkarriere erweisen würde.

Filmographie — Robert Duvall (Auswahl)

2011
The Man Who Killed Don Quixote (Regie: Terry Gilliam)

2009
Crazy Heart (Regie: Scott Cooper)
The Road (Regie: John Hillcoat)

2008
Four Christmases (Mein Schatz, unsere Familie und ich, Regie: Seth Gordon)

2007
We Own the Night (Regie: James Gray)
Lucky You (Regie: Curtis Hanson)

2006
The Godfather (Der Pate, Regie: Peter Mitchell Rubin)

2005
Thank You for Smoking (Regie: Jason Reitman)
Kicking & Screaming (Regie: Jesse Dylan)

2002
Assassination Tango (Killing Moves)

1998
A Civil Action (Zivilprozess, Regie: Steven Zaillian)

1997
The Apostle (Apostel!)

1996
The Man Who Captured Eichmann (TV) (Regie: William A. Graham)
A Family Thing (A Family Thing – Brüder wider Willen, Regie: Richard Pearce)

1992
Stalin (TV) (Regie: Ivan Passer)

1990
Days of Thunder (Tage des Donners, Regie: Tony Scott)

1983
Angelo, My Love

1982
Tender Mercies (Comeback der Liebe, Regie: Bruce Beresford)

1979
The Great Santini (Der große Santini, Regie: Lewis John Carlino)
Apocalypse Now (Regie: Francis Ford Coppola)

1977
We’re Not The Jet Set (Dokumentarfilm)

1976
The Eagle Has Landed (Der Adler ist gelandet, Regie: John Sturges)

1972
The Godfather (Der Pate, Regie: Francis Ford Coppola)

1970
M.A.S.H (Regie: Robert Altman)

1969
True Grit (Regie: Henry Hathaway)

1968
Bullitt (Regie: Peter Yates)

1962
To Kill A Mockingbird (Wer die Nachtigall stört, Regie: Robert Mulligan)
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